SPUREN, Magazin für neues Bewusstsein
http://sinai.heart-of-the-earth.com
 Aktuelle Ausgabe | Verlag | Edition SPUREN | Archiv | Weblogs | Specials | Veranstaltungen | Kontakt | Links
Mitglied | Anmelden | Registrieren


Nr. 68 Sommer 2003
image
[ SPUREN im Abonnement ]
 Edition SPUREN
 
image
Die unbändige Seele
Die zeitlose Botschaft der Spiritualität, begeisternd, klar, überzeugend.
 

 Impressum
 
Beim Menüpunkt Verlag finden sich unter anderem das Impressum und die Mediadaten.

SPUREN
Rudolfstrasse 13
CH-8400 Winterthur
Tel. +41 (0)52 212 33 61
Fax +41 (0)52 212 33 71
redaktion@spuren.ch
 
 
  SPUREN Archiv Ausgabe Nr. 68 Sommer 2003
 
image
Oliver Shande?
Seit Herbst 2002 ist Oliver Shanti auf internationalen Fahndungslisten ausgeschrieben und auf der Flucht. Die deutschen Untersuchungsbehörden gehen von 1000 Einzelfällen sexueller Misshandlung aus. Kann man so schöne Musik kreieren und sich gleichzeitig an Kindern vergreifen? Spuren sprach mit einem Direktbetroffenen.
Von Claude Jaermann

Der Name «Oliver Shanti & Friends» ist Inbegriff für die Verschmelzung von meditativer Musik mit Ethnoklängen. Der Absatz von Alben wie «Tai Chi», «Well Balanced» oder «Alhambra» überschritt locker die Hunderttausender-Grenze. Oliver Shanti berührte viele Menschen, doch als Ulrich Schulz, so sein bürgerlicher Name, offensichtlich auch minderjährige Knaben. Denn seit Herbst 2002 ist Oliver Shanti auf internationalen Fahndungslisten ausgeschrieben und auf der Flucht. Die deutschen Untersuchungsbehörden gehen von 1000 Einzelfällen sexueller Misshandlung aus. Wurde aus dem Paulus ein Saulus? Kann man so schöne Musik kreieren und sich gleichzeitig an Kindern vergreifen? Spuren sprach mit einem Direktbetroffenen, dessen Sohn auf Oliver Shantis Hazienda in Portugal zur Schule ging und von ihm dort jahrelang sexuell missbraucht worden sein soll.

Wer ist Oliver Shanti für dich heute?
Ein Mensch, der von den Idealen, die er früher vertreten hat, abgekommen ist und sie für seine Zwecke missbraucht hat. Ich bin stark betroffen von dem, was mit den Kindern gelaufen ist. Die Betrugsgeschichten, bei denen es um mehr oder weniger Geld geht, sind dabei sekundär. Oliver Shanti ist für mich ein Verräter an den Idealen, an die ich immer noch glaube.
Wann hast du ihm die Freundschaft gekündigt?
Das war im Sommer 2001, als ich mir hundertprozentig sicher war, dass der sexuelle Missbrauch, den mein Sohn ihm vorgeworfen hat, stimmt, obwohl Oliver Shanti dies abgestritten hat. Sogar von Angesicht zu Angesicht hat er mir im Namen der indischen Heiligen Anandamayi Ma geschworen, dass alles nicht wahr sei.
Ich habe nochmals mit meinem Sohn darüber gesprochen, der mir jedoch bestätigte, dass alle Vorfälle so stattgefunden haben. Am nächsten Tag habe ich Oliver Shanti, der in Portugal lebte, angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich ab sofort nicht mehr für ihn arbeiten werde. Er meinte nur, ich sei ja alt genug und müsse selber wissen, was ich tue …
War dir auch klar, dass dies ein gerichtliches Verfahren nach sich ziehen würde?
Das Verfahren habe ich selber eingeleitet. Mir war wichtig, dass die Kinder entschieden, ob es zu einer Anzeige kommen soll oder nicht. Sie haben sich sehr schnell entschieden, Oliver Shanti anzuzeigen. Sie taten dies nicht aus Rache, sondern damit Oliver Shanti dies nie mehr anderen Kindern werde antun können.
Im Februar 2002 begannen dann die Ermittlungen mit Zeugenbefragung. Oliver Shanti weilte zu diesem Zeitpunkt nur noch in Portugal und wollte zu den Anschuldigungen keine Stellung nehmen. Er hat sich der Verhaftung entzogen und ist seit August 2002 untergetaucht.
Hast du seither jemals an der Wahrheit gezweifelt?
Nein. Im Gegenteil. Es hat sich hinterher alles noch verdichtet. Gemäss den Ermittlungen geht man von 1000 Einzelfällen aus, bei denen 10 Kinder während der letzten 10 Jahre missbraucht worden sind. Mein Sohn wurde von ihm von elf bis siebzehn sexuell missbraucht.
Wie hat es Oliver Shanti arrangiert, dass man ihm Kinder anvertraut hat?
Wir waren ein Kreis von Freunden und Familien. Da meine Frau und ich in Berlin lebten, konnten wir uns für unseren Sohn nichts Schöneres vorstellen, als in Portugal auf einer schönen Hazienda aufzuwachsen und zur Schule zu gehen. Eine Mutter war ja die ganze Zeit über dabei in Portugal. Meine damalige Frau war in ihren Semesterferien auch unten. Es war ja auch geplant, dass die Hazienda mal unser aller Alterssitz sein würde.
Oliver Shanti hat weder selber komponiert noch Instrumente gespielt. Was war eigentlich seine Rolle in dieser Gemeinschaft?
Die Verbindung von meditativer Musik und Ethnoklängen hat ja nicht er erfunden. Doch er wollte diese Fusion weiter ausbauen. Er stand am Schluss im Studio, nahm die Endproduktion ab und bestimmte mit, was rausging. Am Anfang wurde nur improvisiert in einer meditativen Stimmung. Er sang früher indische Lieder, die er mal gelernt hatte. Doch letztendlich war er im Studio nicht so oft anwesend. Die Band bestand aus vier Hauptmusikern, die haben die ganze Arbeit gemacht. Da er nicht wollte, dass junge Musiker, wenn sich der Erfolg einstellt, einfach weggehen, liess sich Oliver Shanti als Komponist, Arrangeur und Produzent eintragen. Damit flossen ihm auch sämtliche Tantiemen zu.
Die eigentliche treibende Kraft, eine Frau, die sich hingebungsvoll für das Sattva-Label eingesetzt hat, wurde später um ihr Geld gebracht. Und auch die Abmachung, einer tibetischen Organisation pro verkaufte CD «Tai Chi» eine Mark zukommen zu lassen, wurde nicht eingehalten. „Tai Chi“ verkaufte sich über 300 000-mal, doch die Tibeter haben davon bis heute keine Mark gesehen.
Warum gab man diesem Mann bloss so viel Vertrauensvorschuss?
Er hat immer gesagt: Schau, es ist jetzt eine neue Zeit. Fertig mit Starkult und auf der Bühne rumspringen. Oliver Shanti sei ja ein Arbeitstitel. Es zähle nicht das Individuum, das dahinter steht, sondern die Botschaft. Deshalb gab er auch keine Interviews.
Er war ein 68er, hatte in Indien seinen eigenen Ashram, kam dann zurück nach Deutschland und wollte mit Kunst und Kultur etwas bewegen. Dabei war er kein heiliger Leisetreter. Er hinterfragte das System, war in der Friedensbewegung aktiv, hat sich für Amnesty International stark gemacht.
Hast du Zeichen übersehen? Gab es Warnsignale?
Ein Warnzeichen wäre sein Exzess beim Sammeln von Papageien gewesen. Er hat in Portugal 300 bis 400 Papageien gehabt, gekauft aus Mitleid von Händlern. Er trat dann auch verschiedenen Vogel- und Auswilderungsvereinen bei und rechtfertigte dies angeblich damit, bedrohte Arten schützen zu wollen. In die Papageien hat er sehr viel Geld investiert – mehr als es unser Ziel war. Wir wollten in Portugal ja das Studio bauen und Häuser mit Appartements, in denen die Musiker untergebracht werden könnten. Er hat dann zwei Leute angestellt, die die Papageien versorgt haben. Das ganze Projekt mit den Papageien hat über eine Million Euro verschlungen.
Das waren also eher finanzielle Warnsignale. Gab es auch andere?
Ja. Er wurde mit den Mitmenschen ungeduldiger und nahm sie härter ran. Auch Musiker, die für ihn gearbeitet haben.
Haben die Musiker finanziell von Oliver Shanti profitiert?
Die, die gegangen sind, nicht. Es war halt alles Gemeinschaftsbesitz. Wer aus eigenen Stücken ging, der konnte nichts mitnehmen.
Gab es nie Kritik an seiner Person?
Überhaupt nicht. Es kam erst Leben in die Bude, als die Leiterin von Sattva Ansprüche geltend machte, da Oliver Shanti eine AG gründen wollte, die dann auch zustande kam. Gegen aussen wollte er sich immer einigen mit ihr; verweigerte ihr aber immer, wenn es darauf ankam, die Einigung. Er hat es auch beinahe geschafft, sie total zu isolieren, indem er sie so lange reizte, bis sie aufbegehrte.
Das alles klingt nach einer gewissen dämonischen Intelligenz, die hier am Werk war?
Im Nachhinein betrachtet, ja. Wenn man die Sache von den göttlichen und den dämonischen Neigungen her anschaut, sehe ich ihn heute mehr bei den dämonischen.
Wie kann jemand so «schöne» Musik machen, der so «böse» ist?
Man darf die Musik nicht auf ihn alleine projizieren. Es waren immer super Musiker dabei, die ihre ihre Seele in die Musik gebracht haben.
Oliver Shanti war auch ein grosszügiger Mensch, der der Gemeinde in Portugal fünf Ambulanzwagen kaufte oder einem Bettlern eigentlich immer Geld schenkte. Doch heute könnte ich mir auch vorstellen, dass dies Berechnung war, um sich Verbindungen zu kaufen.

Der Name des Direktbetroffenen, der aus persönlichen Gründen anonym bleiben will, ist der Redaktion bekannt.



Missbrauch
Betrug, Kindesmissbrauch, Doppelleben – hätte man das hören können? Seit der ersten Erschütterung vor einem halben Jahr, als ich von einem Direktbetroffenen über die Schatten des Oliver Shanti ins Bild gesetzt wurde, beschäftigt mich diese Frage.
Als Rezensenten bekommen wir neue Musikproduktionen als Erste zu hören, täglich sind wir gefordert, uns darüber eine Meinung zu bilden. Wir sollen heraushören, was daran stimmt und was nicht. Darüber wollen wir informieren.
Einer neuen CD von Oliver Shanti & Friends blickten wir stets mit gemischten Gefühlen entgegen. Diese Musik war und ist uns zu seicht. Von Sattva kamen grosszügige Geschenke, es gab kostenlose CDs zum Verlosen und grossflächige Anzeigen. Doch den Auftrag, diese Musik bei uns zu besprechen, den reichten wir auf der Redaktion weiter wie eine heisse Kartoffel. Keiner wollte Spielverderber sein und gegen die umwerfende Popularität dieser CDs anschreiben. Also gab es kurze, sachliche Besprechungen und bei den Fans enttäuschte Gesichter.
War der Abgrund dahinter zu hören? Der Anspruch scheint verstiegen. Und doch gilt das Gebot der Ganzheitlichkeit. Ein Mensch kann nicht auf der einen Seite ein selbstloser Wohltäter sein und auf der anderen Seite ein gemeiner Betrüger. Das heisst, er kann schon, doch habe ich den Anspruch, dass wir aus seiner Art, wie er den Wohltäter gibt, herauslesen, dass da etwas mit ihm nicht stimmt. Mit unseren Rezensionen möchte ich dazu beitragen, dass wir hellhörig werden für diese Art der falschen Töne.
Misstöne sind das übrigens gerade nicht. Ganz im Gegenteil. Vielmehr sollten wir aufhorchen, wo Musik allzu harmonisch und gefällig klingt, wo einem Wohlklang gehuldigt wird, der keinen Raum lässt für die gesamte Palette menschlichen Empfindens.
Wie süss klang sie doch, die Flöte des Rattenfängers von Hameln. Die Kinder sind diesem Wohlklang in Scharen nachgelaufen. Hinterher kam das böse Erwachen. Harmonie und ewiger Frieden schien die Flöte des Rattenfängers zu verheissen, Peace und Shanti. Er heisst aber Schulz. Und das Leben von Shanti-Schulz ist alles andere denn harmonisch.
Martin Friscknecht


Autor: Claude Jaermann | Profil
Seitenaufrufe: 29322 - Kommentare: 9
Print Print-Version | Email Artikel per E-Mail weiterempfehlen
 
 

Kommentare:

Hallo Leute,

aufgrund der Tatsache, dass ich erst seit rund zwei Wochen über einen Internet-Anschluss verfüge, hatte ich von der juristischen Verfolgung und den anscheinend stichhaltigen Anklagepunkten gegen Urich Schulz nicht die geringste Ahnung. - In der Zeitung erschien jedenfalls nichts darüber -.
Nun bin ich kein Musikwissenschaftler und habe in der Vergangenheit
die Musik von Oliver Shanti lediglich naiv genossen.
In diesem Zusammenhang fiel mir allerhöchstens auf, dass seine Melodien mitunter von Originalaufnahmen indianischer Lieder abgekupfert und mit modernen Instrumenten aufgepeppt worden sind.
Da ich zahlreiche Aufnahmen unverfälschter indianischer Musik
besitze, konnte ich veschiedene Stücke wiedererkennen.
Doch ist dies im Grundsatz noch keine verwerfliche Tat, denn damit befindet er sich in guter Gesellschaft mit vielen weiteren hochrangigen
Künstlern. Auch Mike Oldfield hat beispielsweise in den späten Siebzigern eine ganze Reihe von Songs aus der Klassik gemopst, allerdings diese Stücke auch hochvirtuos aufgearbeitet. - So what - ?!

Nur darum geht`s hier eigentlich nicht.
Es geht vielmehr darum, dass sich so ein alter Drecksack an Kindern vergreift - und da hört eigentlich der Spaß auf - ! - Musik hin- Musik her ! Sofern seine Schuld zweifelsfrei erwiesen sein sollte, gehört der Mann
mit der gesamtem Härte des Gesetzes bestraft, denn die missbrauchten Kinder haben in jedem Fall "lebenslänglich".
Bedingungslose Fan-Treue halte ich ohnehin für beknackt, an der Musik
des Ulrich S. habe ich derzeit so keine rechte Freude mehr.

Beitrag von: Peter K. am 20.12.2003 | 13:41

Bin durch Zufall von einer Fanseite aus auf die Sache mit der Verfolgung gekommen und ich muss sagen, ich bin erschüttert.
Ich hatte mich schon gewundert, dass Sattva.de nicht mehr erreichbar war und ging heute einfach mal auf die Suche - zuerst fand ich die Fahndungsseite der Bayrischen Polizei auf
http://www.polizei-bayern.de/fahndung/person_e/e_23.htm
und dann kam ich hierher.

Falls die Anschuldigungen gegen ihn wahr sein sollten, so sollte er natürlich auch die volle Härte des Gesetzes kennen lernen.

Ich weiß jetzt nur nicht, wie ich zu der ganzen Musik stehen soll. Sie veränderte vor vielen Jahren einiges an mir. Sollte man die Musik jetzt auch vollkommen meiden?
Im großen Bericht mit dem Interview des Bekannten von Schulz/Shanti wird gesagt, dass Shanti eigentlich gar nichts mit der Musik am Hut hatte, sondern dass er sie einfach nur abzeichnete und selektierte, was raus ging und was nicht.
Hm...selbst wenn man seinen Namen versuchen würde, rauszulassen und dann eher die Musiker hinter der Musik bewundert, bleibt ein bitterer Nachgeschmack....ein sehr bitterer...

Beitrag von: Andreas. S. am 15.01.2004 | 19:46

Hallo Leute,
ich bin in der gleichen Weise hier gelandet und sehe die Dinge genauso wie im Artikel vor mir beschrieben. Sollte ich je einen Hinweis auf den derzeitigen Aufenthaltsort Schulz"s finden so kann er sich sicher sein daß er gefunden wird !

Beitrag von: anonymos am 20.02.2004 | 21:41

Vielleicht ist das etwas, was Menschen besonders schwer verstehen können: Das sowohl das Gute wie das Böse in einem Menschen vereint auftreten kann. Trotz des Bösen: Das Gute bleibt gut.

Beitrag von: Winfried am 05.08.2004 | 11:58

Für mich ist es schwer nachvollziehbar, wie jemand sich für die Freiheit von Leonard Peltier und seine humanistischen Ziele einsetzen kann, und selber außerhalb der ethischen Normen steht. Bisher mochte ich seine Musik sehr . Da kannte ich diesen Artickel noch nicht. Jetzt fällt es mir schwer sie zu genießen und mich dabei zu entspannen. Nun denke ich nur noch, der Mann muß bestraft werden ! Über Steuerhinderziehung hätte ich gegrinst, aber bei Kindern hört der Spaß auf. Schade nur, das nun auch die guten Musiker, die für ihn gearbeitet haben, in ein schlechtes Licht rücken. Ich dachte, die Erlösen würden zumindest teilweise den Indianerreservaten zufließen, aber jetzt werde ich wohl keine dieser CD`s mehr kaufen, es sei denn Sattva-Musik distanziert sich offiziell von Oliver S.

Beitrag von: Elke Bäumler am 12.08.2004 | 12:04

Hallo.

Ich hatte damals extra viele CD´s von Ihm gekauft.
Ich war mir 100%ig sicher das der Erlös dem guten Zweck (o.erw.) zu kommt.
Und nun das! Ich war grad dabei ihm/die Musik auf meiner Seite zu huldigen. Vorallem aber die Kinder sind es die im Kopf umherschweben, von einem Mann geschändet...dem ich damals meine vollste Aufmerksamkeit schenkte. Ich hoffe man kümmert sich jetzt gut um sie.
Zur Musik tröstet mich nur die Tatsache, daß er wohl doch nicht seine Finger im Spiel hatte und so höre ich sie jetzt weiterhin sehr gerne.
Einfach um den HauptMusikern und die Philosphie die damit verbunden ist treu zubleiben und Herrn Schulz dabei wegzudenken.
Ich bin erstma bedient, ciao

Beitrag von: Babbel am 15.08.2004 | 15:48

Ich bin zutiefst schockiert. Hat das Label Sattva mit der ganzen Palette des Oliver Shanti nicht mein Leben maßgeblich beeinflusst. Wie geht man mit so etwas um? Zur Musik nur soviel, sie ist ernsthaft, von vielen hervorragenden Künstlern ehrlich und mit Herz und Seele produziert worden. Sie ist, um Sattva zu zitieren „zeitlos tief und schön“. Ich genieße diese Musik nach wie vor.
Ich verurteile die Taten des Ulrich S. zutiefst und wünsche ihm dafür ebenfalls die volle Härte des Gesetzes. Ich bemitleide jedoch den Menschen Oliver Shanti, der offensichtlich doch ein Opfer seiner selbst geworden ist und innerlich zutiefst mit sich selbst zerstritten sein muß. Einem natürlichen, jedoch verwerflichen Trieb trotz aller Vernunft, Prinzipien und Ideale nicht standhalten zu können, muß einen Menschen innerlich förmlich zerreißen. Dafür finde ich die Person Oliver Shanti zutiefst bemitleidenswert, mehr jedoch die Kinder, die Opfer des Ulrich S. geworden sind.

Einen Hinweis für alle Sattva Musik Fans habe ich an dieser Stelle: Da das Label mir nichts dir nichts von der Bildfläche verschwunden ist, habe ich mich auf die Suche im Internet begeben und folgendes herausgefunden: Ein Künstlerkreis, der scheinbar der „Shanti-Familie“ entstammt produziert unter dem Namen Project „Existence“ beim portugiesischen Label „Costa Verde“. Es gibt bereits zwei Alben (Juni 2004) „Like a shot through the heart“ und „Qi Chi Ki“. Im ersteren sind deutlich Elemente der Shanti-Produktion „Medicine Power“ zu hören. Zu finden ist das alles im Onlineshop www.shantirecords.com, wo auch fast alle weiteren Sattva-Produktionen angeboten werden. Vielleicht ist das die Fortsetzung von Sattva-Musik.

Schöne Grüße
Thomas

Beitrag von: Thomas P. am 03.09.2004 | 23:56

Hallo liebe Leser,

über seine Neigungen möchte ich mich weniger äußern, da ich wie bestimmt viele Andere, die solche Geschichten hören zwar absolutes Mitleid für die armen Kinder empfinden, jedoch keinerlei Überraschung mehr darin sehen, das solche Dinge ans Tageslicht gefördert werden.
Solche DInge werden noch viel zahlreicher geschehen und uns bleiben die Hände leider gebunden. Wenn man etwas gegen solche Menschen unternehmen kann, dann ist es meistens schon geschehen!!!

Ich äußere mich jetzt zu den teuer verkauften CDs von Oliver Shanti! Da ich selbst Komponist elektronischer Musik bin und mich in der Vergangenheit ebenfalls ein klein wenig mit der Musik der Shantiproduktionen befasst habe, kann ich dieser Musik aus heuiger Sicht nichts abgewinnen! Ich möchte nicht die einzelnen Künstler schlecht machen, die an den Projekten Shantis beteiligt waren, aber ich denke das Shantis Slogan der CDs eher "Je weniger Musik für das Geld des Kunden, desto besser" war!
Das ganze Konzept war nur ein Promotionwahn der von der Musikindustrie unterstützt wurde. Vergleichen Sie die Musik doch mal mit Jean-Michel Jarre, Mike Oldfield, Klaus Schulze oder Tangerine Dream Produktionen. Shantis CDs sind nur Abzocke und Nestbeschmutzung der Elektro- und New Age Szene!!!

Beitrag von: elektronalin am 02.10.2005 | 23:51

Hallo Liebe Leser,

Unzählige Künstler aus aller Welt wirkten bei diesem Label mit. Es kann nicht sein, dass diesen Menschen ihre Kunst aberkannt wird, weil ein Labelbesitzer kriminell ist.

Zu der Musik selbst möchte ich sagen, dass sie mich inspiriert hat, jedoch gefielen mir jene Alben am Besten, welche ganz einem ethnischen Künstler gewidmet waren, wie etwa Jerry Alfred und Karmapa. Die allzu elektronischen Abmischungen und Sampler gefielen mir eher nicht, da wars dann ein Lied pro Album. Der elektronische Sound der 90iger war eben genau damals "in", wenn ich mir die Werke heute anhöre, bleiben die Lieblingssongs nur einige wenige.

Zu der Zeit widmete ich mich Native American Traditionen, wirkte in Peltier Gruppen mit etc. Ein in Europa lebender "Schamane", der weit weg von seinen Ältesten seine Praktiken eher missbräuchlich einsetzte, und damit beinahe auf der roten Liste der Ältesten landete, mit dem Vorwurf des Verkaufs seiner Religion, tauchte auf einem Album von Oliver Shanti auf. Diese Situation war für mich der Wakeup-Call. Ich hörte auf, diese Alben zu kaufen und wandte mich einem anderen Label zu: Realworld.

Ganz intuitiv erkannte ich damals schon, was ich heute lesen muss. Die perfekte Reinheit gibt es nicht. Gerade andere Kulturen und Glaubenssysteme wirken für uns exotisch und anders, doch die Erleuchtung gibt es nirgends zu kaufen, man kann nur an sich selbst arbeiten.

Ashrams, Kommunen, etcetera, eine Menge Gesellschaftsablehner sind schon ins Negativum abgerutscht. Der Flower-Power Kater danach ist noch immer nicht verdaut. Ob Otto Mühl, Michael Jackson oder Oliver Shanti bleibt gleich. Und es passiert immer dann, wenn sie zu gross und mächtig werden.

Es ist nach wie vor ungeheuerlich, welche Menschen uns vormachen: bitte gebt euren Verstand bei der Tür ab, Denken schadet der Erleuchtung, lass mich Dein Marionettenführer sein. Gottseidank war mein Instinkt disbezüglich immer geschärft, und ich fand für mich selbst sehr positive "esotherische" Methoden und Menschen, bei denen ich mich wohl fühlte.

Ich möchte den betroffenen mein Mitgefühl aussprechen, und allen anderen "Alternativdenkern" sagen, traut Euren Instinkten, seid stark von innen heraus, lasst es nicht zu, dass sich irgendjemand über Euch stellt, sei es ein Priester oder Schamane.

gruss aus Wien, Lena

Beitrag von: lena am 12.10.2006 | 10:27

Sie können diesen Artikel kommentieren, wenn Sie sich zuerst mit Ihrem Username/Passwort anmelden. Sie haben noch kein Username/Passwort? Registrieren Sie sich - es ist ganz einfach!

 
 
 Suchen
Suchbegriff eingeben:

[Erweiterte Suche]

 Newsletter
 
Regelmässig über SPUREN-Aktivitäten informiert sein?
 

Anzeigen
Seminarleiter/In-Ausbildung
Block 1: 06.04.2010-09.04.2010 Block 2: 29.05.2010-30.05.2010 Block 3: 28.08.2010- 29.08.2010 Beschreibungen & Infos auf:
www.seminarwork.ch
Praxisraum in Zürich
Spezieller Raum am Limmatquai, 25m2 in kleiner Gemeinschafts-praxis per 1. Mai 2010 zu vermieten, mtl. Fr.1450.-. Kontakt: 079 344 35 37
www.binnendijk.ch
Schwingende Klangwelt
DIE Adresse für Musik zur Entspannung, Meditation und Therapie sowie Weltmusik (mit vielen Hörproben).
www.schwingendeklangwelt.ch
 
 
Aktuelle Ausgabe | Verlag | Edition SPUREN | Archiv | Weblogs | Specials | Veranstaltungen | Kontakt | Links

© 2000 - 2010 SPUREN

Design by Octave 2 Media