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Nr. 78 Winter 2006
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Das Wesentliche so nah
Das Zen des Glücks in uns. Das 3. Buch von Peter Steiner
 

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Licht an!
Am Anfang war das Feuer. Licht brachte nicht nur Wärme, sondern warf auch Schatten. Dunkle Mächte wurden heraufbeschworen und machten uns weise, dass hell besser sei als dunkel.
Von Claude Jaermann

Mit viel Prominenz und Pomp wurde Ende November 2005 eine neue Weihnachtsbeleuchtung an der feinen Zürcher Bahnhofstrasse eingeweiht. Wo die letzten 35 Jahre Tausende von Glühbirnen den unsichtbaren Sternenhimmel in einen künstlichen verwandelten, hängt jetzt ein Hauch von Star Wars in der eisigen Luft. Wie Laserschwerter sehen sie aus, die neuen Leuchtstäbe, die sich heute der ganzen Einkaufsmeile entlang hangeln. 275 Stück an der Zahl verströmen sie kühles Licht an kühlen Tagen, und im Volksmund werden sie bereits spöttisch als Eiszapfen betitelt. Nur die Erfinder sehen das ganz anders. Für sie ist es ein Lichtsprung ins neue Jahrtausend, und sie erhöhen ihren Wurf gar zum «visuellen Rückgrat der Stadt». Na ja, denke ich: Wenigstens zeigt die grösste Schweizer Stadt in der Vorweihnachtszeit etwas Rückgrat. Schon Wochen davor sind mir die ersten mit Leuchtketten überschwemmten Vorgärten aufgefallen. Samichläuse, Schlitten, Rentiere und andere Energiefresser buhlen um die Optik der Vorbeifahrer. Immer wieder befällt mich dann das Gefühl, dass da jemand im Aussen strahlen muss, was ihm von innen her vielleicht nicht so gut gelingen mag. Hauptsache Advent und der Lichter brennt. Hell ist immer besser und schöner als dunkel. Oder?

Das Feuer
Wohl keine Errungenschaft des Menschen hat eine solche Bedeutung wie die Beherrschung des Feuers. Die ersten – umstrittenen – Spuren verbrannten Lehms als Feuerstelle wurden in Kenia entdeckt. Dort soll der Homo erectus sich vor 1,4 Millionen Jahren am Feuer erwärmt haben. Andere archäologische Hinweise aus China und der Bretagne gehen von jüngeren Zeiten aus. In den beiden Gebieten fand man primitive Herde in Form von Steinringen, die man 400 000 bis 500 000 Jahre alt schätzt. Da diese Funde Einzelfälle sind, glaubt man, dass erst etwa vor 100 000 Jahren der Gebrauch des Feuers zum Alltag gehörte.
Natürlich waren Sonne und Mond immer währende Lichtspender, und auch manch ein Blitz vermochte eine dunkle Nacht zu erhellen. Doch erst der Umgang mit Feuer schenkte nebst Wärme auch Licht in der Dunkelheit. Wer das Feuer entfachen konnte, besass Macht und genoss Anerkennung. Wer Licht in der Nacht entzünden konnte, galt als wichtiger Mensch in der Gemeinschaft, man scharte sich um die Feuerstelle. Licht verheisst Gesellschaft, Geborgenheit und Wärme. Rührt von daher unser Streben nach Licht? Weil wir die Dunkelheit mittels Feuer ein wenig überlisten können?
Da es im mittleren Paläolithikum noch keine Feuerzeuge gab und das Entzünden des Feuers nicht immer einfach war, oblag es einem wichtigen Menschen, die Flammen zu hüten. Ein paar tausend Jahre später wurde dies zur Aufgabe des Teufels.

Des Teufels
Wer meint, der Teufel sei eine Erfindung des Christentums, irrt sich höllisch. Und wer glaubt, dass der Teufel der Widersacher von Jesus sei und uns arme Seelen täglich verführen will, soll selig werden. Dass der Teufel mit Licht zu tun hat, ist jedoch eine historische Tatsache. In der Bibel ist der Teufel mit keinem Wort erwähnt. Ja, aber wie konnte er dann zum Inbegriff des Bösen werden? Zum Fürsten der Finsternis und Herrscher der Hölle und des Fegefeuers?
Im vorchristlichen Europa waren die damaligen Stämme auf ein effektives Signalsystem angewiesen, das sie auf mögliche Gefahren hinwies. Übers ganze Land errichtete man auf Bergen und Hügeln so genannte Hëllplätze, wo konstant ein Feuer schwelte. Der zuständige Hüter hatte im Notfall das Feuer anzufachen, bis es weit herum sichtbar war und die «Nachricht» von Hëllplatz zu Hëllplatz weitergeleitet werden konnte. Die Männer, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen, nannte man «Tiuvel», was im Mittelhochdeutschen Waldmensch bedeutete. Fernab des Dorfes waren es vor allem bewährte Krieger oder Geweihte, die in diesem Job bestehen konnten.
Wegen ihres Lebens in der Abgeschiedenheit der Berge oder Wälder glaubten die Dorfbewohner, dass die Feuerhüter einer anderen Dimension zugehören würden. Der Tiuvel war auch zuständig für die Verbrennung der Toten, die man, wie vielerorts üblich, in einem heiligen Ritual dem Feuer übergab.
Die christlichen Missionare hatten damals wenig Chancen, ihren Glauben zu verbreiten. Zu mächtig waren die Fähigkeiten der Druiden und der weisen Frauen. Um dennoch dem christlichen Glauben zum Durchbruch zu verhelfen, mussten die Missionare versuchen, die spirituellen und weltlichen Schlüsselpositionen unter ihre Kontrolle zu bringen. Da die Signalfeuer von ausserordentlicher strategischer Bedeutung waren, galt es, zuerst diese auszuschalten.
Nach und nach wurde im frühen Mittelalter der Berufsstand des Tiuvels diffamiert, und man drängte ihn ins gesellschaftliche Abseits. Das Gleiche geschah auch mit den weisen Frauen, die man zu Gift mischenden Hexen machte, um sie in Verruf zu bringen. Der im wahrsten Sinne arme Tiuvel musste sich aus Überlebensgründen ab und zu in fremden Ställen bedienen. Dies unterstrich seine böse Art, und der Klerus sprach Bannformeln gegen den Teufel. Der heilige Hëllplatz wurde fortan zur Hölle, und wer sündigte, würde ewiglich auf des Teufels Feuer geröstet. So wurde der Tiuvel zum Satan, zum Widersacher Gottes, zum Fürsten der Finsternis. Das gleiche Schicksal traf auch die unschuldige Venus, die Göttin der Liebe.

Lucifer
Frühe Kulturen lebten noch in Einklang mit der Natur und orientierten sich an den jahreszeitlich bedingten Gegebenheiten. Tag und Nacht. Sommer und Winter. Der Kreislauf des Jahres und des Lebens war der Kalender. In der Morgendämmerung sah man noch vor dem Sonnenaufgang einen hellen Stern am Firmament. Die Venus – auch Morgenstern genannt – wies auf den neuen Tag hin. Im Lateinischen wurde dieser Stern am Morgenhimmel «Lucifer» genannt, ein zusammengesetztes Wort aus «Lux» (Licht) und «Ferre» (bringen).
In der römischen Mythologie war Lucifer der Sohn der Aurora (Göttin der Morgenröte). Die Göttin Eos stellt in der griechischen Mythologie das Gegenstück zu Aurora dar. Auch Eos hatte einen Sohn namens Phosphoros (griech. «Lichtbringer», gleichzeitig auch Bezeichnung für die Venus, den Morgenstern). In der Bibel wird der Begriff Lucifer nie erwähnt. An diese Stelle könnte man einfach einen Punkt setzen und sich jeden Morgen an ihm, Lucifer, erfreuen.
Aber halt! In der Bibel steht doch bei Jesaja 14, 12 von einem Morgenstern, der vom Himmel gefallen ist: «Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen! Und du, du sagtest in deinem Herzen: ‘Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äussersten Norden. Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen.’ « Von einem Engel als Gottes Widersacher ist da mit keinem Wort die Rede. Der erwähnte Text ist der Auszug eines Spottliedes, das sich auf den König von Babel bezog. Weshalb man diese Stelle später ummünzte auf den Satan (häbrisch Sin-Teth-Nun, was Widerstandleistender bedeutet), ist leider nicht bekannt. Ursprünglich war sie eine Anspielung auf die Gestalt Helel des babylonischen Mythos, das Gegenstück zum griechischen Helios, womit wir wieder beim Licht wären.
Ebenso berichtet Lukas 10, 18 «Ich sah Satan (nicht Lucifer! Anmerkung der Redaktion) vom Himmel fallen wie einen Blitz». Solche Parallelen waren Anlass genug für die Kirchenväter, den Begriff «Lucifer» mit dem des Satans gleichzusetzen, wobei man im Kirchenlatein das «c» im Namen durch ein «z» ersetzte.
Jedoch ist zu beachten, dass nur der Name «Satan» auch wirklich in der Bibel erwähnt wird. Und: Im Neuen Testament (Offenbarungen 22,16) ist das Wort Morgenstern auch ein Name Jesu: «Ich Jesus, […] bin die Wurzel und das Geschlecht Davids. Ich bin der leuchtende Morgenstern.» In dieser Bedeutung wurde Lucifer in den ersten Jahrhunderten des Christentums sogar als klerikaler Name verwendet, beispielsweise nannte sich ein Bischof, der im 4. Jahrhundert lebte, Lucifer von Cagliari.
Dann wäre also – wenn man nach der kirchlichen Auslegung gehen würde – Lucifer = Jesus = Satan? Bei so viel Verblendung ist es nicht verwunderlich, dass wir punkto Lichtgestalten so unsere Zweifel hegen.

Göttliche Dualität
Viele Religionen kennen Dämonen und Geister, die Spiegelbilder einer aus dem natürlichen Gleichgewicht geratenen Energie darstellen. Man kann diese besänftigen durch Opfergaben oder einen veränderten, natürlicheren Lebenswandel. Die abrahamitischen Religionen (Juden-, Christentum, Islam) waren in ihren Anfängen streng monotheistisch, also auf einen einzigen und alleinigen allmächtigen Gott ausgerichtet. Man glaubt, der Einfluss des Zoroastrismus hat dazu beigetragen, dass wir heute eine Kluft zwischen einer hellen und einer dunklen Gottheit pflegen. Obwohl auch der Zoroastrismus eine monotheistische Religion ist, ist dessen Lehre stark dualistisch (Gut/Böse) geprägt. Die Religion des Königspropheten Zoroaster (Zarathustra) beinhaltet drei Grundsätze: erstens gute Gedanken, zweitens gute Worte und drittens gute Taten.
Ahura Mazda, der weise Gott, erschuf die Welt aber nach einem dualistischen Prinzip. Alles beinhaltet einen guten und einen bösen Aspekt. Der Gute Geist (Spenta Mainyu) und der Böse Geist (Angro Mainyu) sind sinnbildlich gesprochen Zwillinge, durch deren Zusammenwirken die Welt besteht. Damit Gutes existieren kann, braucht es das Böse und umgekehrt. In diesem Zusammenspiel ist es jedem Menschen frei überlassen, sich für das Gute zu entscheiden und somit den Kampf Ahura Mazdas gegen das Böse zu unterstützen beziehungsweise zur Verwirklichung des Plan Gottes beizutragen. Wichtig ist hierbei, dass Ahura Mazda den Menschen zu nichts zwingt: Der Mensch wird als vernünftiges Wesen frei geboren und kann allein durch freie Entscheidung und persönliche Einsicht zu Gott gelangen.
In den Heiligtümern der Zoroaster brannte immer ein Feuer, weshalb man die Gläubigen auch Feueranbeter nannte. Wurde so das Feuer, das Licht, zum Guten und das Dunkle zum Bösen?

Schattenwurf
Carl Gustav Jung prägte in seiner Analytischen Psychologie den Begriff des Schattens als Gegenstück zum Archetypen der Persona. Alle negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit galten als Schattenaspekte des Ichs.
Die Entwicklung des Schattens beginnt gemäss Jung bereits in den ersten Lebensjahren des Menschen durch die von der Umwelt an das Individuum herangetragenen Anforderungen, Erwartungen, Ge- und Verbote, die nur einen Teil der Persönlichkeit zur Entfaltung kommen lassen. Der Schatten wächst parallel zur Persona, gleichsam als deren «Spiegelbild».
Zunächst wird der eigene Schatten gewöhnlich negiert oder aber auf Personen und Objekte ausserhalb des eigenen Ichs projiziert. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten, dessen «Integration in die Gesamtpersönlichkeit», zählt nach Jung indes zu den zentralen Aufgaben des menschlichen Reifeprozesses und stellt einen unabdingbaren Schritt auf dem Weg zur Ganzwerdung («Individuation») dar. Somit wäre also unser ganzes wahres Wesen reines Licht? Immer noch mit Ego behaftet, aber immerhin.

Göttliches Licht
Im Kern ist weder Licht noch Dunkelheit besser. Im natürlichen Sein gehen sie Hand in Hand und wechseln sich einfach immer wieder ab, wie Tag und Nacht. Die Natur käme nie auf die Idee, dass das eine wertvoller sei als das andere. In der Schöpfung ist ganz einfach kein Platz für eine solche Wertung. Doch was ist gemeint, wenn in der Bibel im Johannesbrief steht, dass «Gott Licht ist, und in ihm ist keine Finsternis»? Wenn wir wissen, dass auch Lucifer als anderer Name für Jesus stehen kann, ist es kaum verwunderlich, dass um Licht und Schatten ein allzu menschliches Durcheinander entstanden ist.
Trotzdem: Ist Licht dennoch wichtiger als Dunkelheit? Weil nur Licht Schatten werfen kann und nicht umgekehrt? Doch Licht braucht Materie, um überhaupt einen Schatten werfen zu können. Ist demzufolge Schatten nur in der materiellen Welt möglich? Das Licht wird durch den Schatten weder vermindert noch berührt. Sind diese beiden letztendlich nur Symbole für Realität und Relativität? Wobei Licht das Unteilbare, Absolute darstellt und Schatten das Geteilte, Abgetrennte.
In seinem lesenswerten Buch Licht wirft keinen Schatten (Govinda Verlag, Neuhausen 2004) schreibt der Schweizer Autor Armin Risi: «Alle Weltbilder laufen auf einen Monismus (Monos = griechisch für eins, allein, einzig) hinaus. Bei näherem Hinschauen entpuppt sich auch der Dualismus als eine Form des Monismus, nämlich als eine Vorstufe. Denn alle Parteien, die sich dualistisch vom ‘Rest der Welt’ abgrenzen, halten sich für die Vertreter des Lichts und die ‘anderen’ für die Vertreter der Dunkelheit, und sie alle sind überzeugt, dass am Ende das Licht, das heisst ihre Seite, gewinnen und jegliche Dunkelheit auflösen wird.»
Für Armin Risi steht jenseits der Dualität die Individualität (lateinisch: individuum, das Unteilbare). Alles, was die Materie beseelt, sei sowohl im Relativen als auch im Absoluten individuell: nicht materiell, unvergänglich, spirituell. Für ihn bedeutet dies, dass wir in unserem ureigenen, ewigen Wesen individuell sind und dass auch Gott eine Individualität ist, aber keine relative, sondern eine absolute. Und wir sind Teile dieses Gottes. Und demzufolge Licht und gleich auch noch erleuchtet. Oder nur Illuminierte?

Lichtarbeit
In der Esoterik kennen wir heute vom Lichtnahrungsprozess bis zu den höheren Lichtkommandos alle Formen und Verformungen von lichter Lebensweise. Doch wem oder was können wir trauen? Wer spricht die Wahrheit und wer verführt uns? Ist die Durchsage von Meister Y aus den Reichen des Lichts der X. Dimension authentisch oder nichts weiter als Nahrung für unser Ego? Sind die Medien, die aufgestiegene Meister channeln, glaubhaft oder einfach nur Menschen, die ein bisschen mehr wissen als wir? Lassen wir uns nicht allzu gerne verblenden, um nicht genau hinschauen zu müssen? Auf unsere Schatten zum Beispiel?
Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich auf die Homepage des deutschen Reiki-Meisters Martin Nienberg gestossen. Der provokante Titel einer Untersite lautet «Lichtarbeiter oder Armleuchter?». Darin stellt er die Machenschaften der Menschen in Frage, die mit Ausdrücken wie Licht, Liebe und Frieden nur so um sich werfen. Gemäss seiner Erfahrung ist damit sofort Schluss, wenn sich jemand nicht an die Verhaltensregeln der Lichtgemeinde halte.
Wenn ich von «Lichtkommandos» lese, frage ich mich auch immer wieder, wozu es diesen militärischen Beigeschmack braucht. Auch ob Licht arbeitet ist eine berechtigte Frage. Mario Mantese, der Schweizer Mystiker wurde von der Zeitschrift Lichtfokus gefragt, ob er ein Lichtarbeiter sei. Er hat darauf geantwortet, dass er gar nicht gewusst habe, dass Licht arbeitet. Er sei nicht Lichtarbeiter, sondern das Licht, das alle Arbeit beendet. Er channelt auch keine Wesen aus anderen Welten und sei nur in Kontakt mit den Menschen, die zu ihm kommen. Wenn jemand channelt, ist da immer ein Zuhörer und ein Wesen, das aus einer anderen Dimension etwas erzählt. Das seien, so Mario Mantese, duale Systeme, und in der Dualität finde keine Erlösung, kein Erwachen aus Raum und Zeit statt.
Wo findet denn Erlösung statt? Brauchen wir nicht Vorbilder oder Lehrer, die uns den Weg zur Erlösung, zur Erleuchtung zeigen oder uns zumindest beim Erwachen helfen?

Wer leuchtet?
Die deutsche Ärztin und Satsang-Lehrerin Pyar Troll ermutigt Besucher ihrer Satsangs, sie als Brücke zu benutzen, um so ans andere Ufer zu gelangen. Erwachen ist eigentlich ein Nebenprodukt des weglosen Weges und kein erstrebenswertes Ziel. Erleuchtung sei das Erlöschen des Verstehenwollens, ist die Meinung des Schweizer Aurasichtigen und Begründers der Time Therapie, Manuel Schoch. Steven Harrison, der amerikanische Mystiker, glaubt, dass wir alle eh schon Erleuchtete sind und dies nur nicht wissen und deshalb immer weiter suchen.
Kann es sein, dass wir ob der Vielzahl von Wissen, Büchern und so genannten Meistern tatsächlich verblendet sind und unser wahres Sein gar nicht mehr wahrnehmen wollen? Ist dieses vorgegaukelte Licht echt oder nur ein Wunschdenken unseres begrenzten Ichs? Ist es nicht erstrebenswerter, ein Liebesarbeiter denn ein Lichtarbeiter zu sein?
Es ist Dezember, die dunkelste Zeit des Jahres. Ich knipse das Licht aus und öffne meine Augen, mein Herz, mein Wesen. Ich nehme die Dunkelheit wahr, die nie so dunkel sein kann wie meine Vorstellung von ihr. Ich nehme in mir Licht und Dunkelheit wahr, und plötzlich schmelzen sogar die leuchtenden Eiszapfen an der Bahnhofstrasse in Zürich ein bisschen. Licht, dieser Abglanz von Wärme und Feuer. So einfach wäre es …


Autor: Claude Jaermann | Profil
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