Tschüss Universum
Nach dem Besuch zweier Geistwesen weiss Gery Renard Bescheid über das Wunder der Vergebung – und schwupps ist die Welt verschwunden.
Von Ruth Frei
In seinem Bestseller Die Illusion des Universums bringt uns der Amerikaner Gary Renard dem Weg der Vergebung ein grosses Stück näher. Das ist ein lustvolles, spirituelles Lehrbuch der besonderen Art, in dem sich Liebe mit Humor und Scharfsinn auf 564 Seiten nahtlos verbinden.
Wer schon über Jahre mit Ein Kurs in Wundern arbeitet und dessen spezifische Art der Vergebung anwendet, wird dieses neue Buch mit Spannung lesen. Es ist ein echter Knüller, denn es macht Mut und klärt die schwierigsten letzten Fragen, selbst fortgeschrittener Lernender. Doch genauso erhellend und intensiv ist die Lektüre für Neulinge. Die zwei geistigen Führer, die eines Tages plötzlich im Wohnzimmer des Autors auftauchen, führen geduldig und liebevoll in die Lehren des Kurses ein. Sie beantworten die vielen Fragen des Autors genau, humorvoll und unerschrocken; und sie tun das in leicht verständlicher Sprache – selbst in der deutschen Übersetzung!
Dass die sichtbare Welt, das gesamte Universum, ein blosser Traum ist und damit schlicht unwirklich: Für wen ist das schon eine alltäglich bewusste Selbstverständlichkeit? Es bedeutet, dass ein sich abgespalten wähnender Teil unseres Geistes diesen Traum erfindet mit dem Zweck, das grenzenlose Einssein vor unserer Aufmerksamkeit zu verstecken.
Einer tief sitzenden Schuld an dieser Abspaltung vom einen Geist folgt die Angst vor zukünftiger Vergeltung für diese «Trennung von Gott». Alles, was dieser abgespaltene Geist in der «Welt da draussen» sieht und erfährt, ist seine unbewusste Schuld. Er hat diese Schuld in vielerlei Körpern versteckt, die scheinbar «ausserhalb des Geistes» gemäss seinem Drehbuch bestimmte Rollen spielen.
Solange Denken, Fühlen und Handeln automatisch der Logik der Angst gehorchen, erscheinen Angriff und Verteidigung, Schuld und Strafe als natürlich, es sei denn, wir lassen unserem Geist ein ganz bewusstes Verlernen dieses Schuld-und-Angst-Programms angedeihen.
Genau dies, nämlich bedingungsloses Vergeben mit Hilfe der Macht des einen Geistes, wird zu Gary Renards täglicher Aufgabe. Er leistet sie neun Jahre lang. Dabei lernt er, dass er ein ganz normales Leben führen kann als Anlageberater und auf nichts verzichten muss. Doch durch die ständige Anwendung der Vergebung, wie sie ein Kurs in Wundern lehrt, löst sich sein Geist allmählich von der Sucht zu verurteilen und vom Bedürfnis, nach Schuldigen zu suchen.
Der Autor lernt, Verantwortung für alles zu übernehmen, was er denkt, fühlt und wahrnimmt, um seine unbewusste Schuld, die er in diesen Bildern vorgeführt bekommt, in der Vergebung auflösen zu lassen. Sie sind nichts weiter als ein Traum, der im einen Geist keine Bedeutung hat und verschwindet – wie letztendlich das gesamte Universum! Eindrücklich schildert Gary Renard seine Erfahrung vom 11. September 2001: Erst als es ihm gelang, sich die verstörenden Bilder jenes Tages als eigener Traum selbst zu vergeben, fand er zurück zum inneren Frieden.
Die beiden Geistwesen besuchten Gary 17 Mal, um ihn durch überwältigende Licht-Erfahrungen und tief greifende Veränderungen des Bewusstseins zu begleiten. Sie munterten ihn auf und spornten ihn zum Schreiben seines Buches an. Besonders berührt haben mich die Schlusskapitel über Wunder, Heilung und Gebet. Und ganz nebenbei erfahren wir Einzelheiten über das Thomas-Evangelium, über Jesus, dessen Frau Maria Magdalena und die Jünger sowie über die Unterschiede zwischen Ein Kurs in Wundern, den Religionen und anderen spirituellen Lehren. «Gespräche mit Meistern über Religion, Reinkarnation und das Wunder der Vergebung» lautet der Untertitel – dieses Buch hält mehr, als es verspricht.
Gary Renard: Die Illusion des Universums. Goldmann Verlag, München 2006, 480 Seiten, Fr. 38.60.
Phänomenaler Erfolg
1992 meldete sich beim Amerikaner Gary Renard überraschend Besuch. In seinem Wohnzimmer erschienen zwei Gestalten aus einer anderen Dimension und machten ihm klar, dass sie gekommen waren, ihn zu unterrichten. Die Wesen gaben sich zu erkennen als aufgestiegene Meister. Was sie Renard lehrten, deckt sich mit Ein Kurs in Wundern.
Im Frühling 2003 erschien Gary Renards voluminöser Bericht im Kleinverlag Fearless Books in Berkeley. In seinem Vorwort beschreibt Verleger D. Patrick Miller freimütig, wie schwer er sich zunächst getan hatte, Renards Manuskript überhaupt nur zu lesen. Eine zweite und dritte Auflage folgten im selben Jahr. Dann ging der Titel über in ein grösseres Verlagshaus, auf Deutsch ist das Werk erschienen bei einem Ableger von Random House.
Der Erfolg dieses Buches ist phänomenal. Und da das Universum dennoch nicht verschwunden ist, hat Gary Renard bereits einen Folgeband geschrieben.
