Gut gestimmtes Wasser
Über Klänge, die die Natur beschenken und sogar Wasser reinigen können.
Von Daniel Perret
Musik wirkt nicht nur auf uns Menschen. Warum sollte sie auch! In letzter Zeit häufen sich Berichte darüber, wie Musik auf Wasser wirkt. Wir haben in SPUREN den Film AquaTones von Thomas Bertschi vorgestellt, in dem gezeigt wird, wie in der Nähe von Bern mit hervorragenden Obertonmusikern in einem eben renovierten Wasserspeicher gesungen und gespielt wird. Klänge hinterlassen im Ätherfeld Spuren. Je reiner die Töne, wie dies bei Obertönen speziell der Fall ist, desto besser das Resultat.
In einem Wasserreservoir in Birsfelden, in welchem ein Jahr lang regelmässig Klänge von Klangschalen ab CD eingespielt wurden, waren viel weniger Chemikalien erforderlich, um das Wasser sauber zu halten. In der TV-Sendung Das Geheimnis des Wassers (arte vom 3. Februar 2005) wurde unter anderem gezeigt, wie der Ingenieur Walter Thut einen kleinen See im Wallis von Algen befreite, indem er den See in zeitlich regelmässigen Abständen mit Musik beschallte. Thut hatte zuvor Versuche am Ufer des Sees mit einem Synthesizer angestellt und dessen Klänge unter die Wasseroberfläche geleitet. Durch Transponierung der Frequenz von Sauerstoff kam er auf den Ton G, für Kohlenstoff auf D. Für Wasser sei der entsprechende Ton ein A.
Die ersten Messungen waren vielversprechend. So erhielt Walter Thut von der Gemeinde Montana den Auftrag, dies grossflächig vorzunehmen. Und siehe da, es wirkte. Ein 400 Meter langer Draht wurde dem Ufer entlang tief unter der Wasserlinie ausgelegt, und über diese Leitung wurden ab und zu elektromagnetische Schwingungen, zum Beispiel die von Sauerstoff, eingespielt.
WG mit Kobold
In ihrem Buch Elfensommer (Verlag Neue Erde, Saarbrücken 2005) beschreibt die Kanadierin Tanis Helliwell ihre Begegnung mit Naturgeistwesen. Tanis Helliwell mietete 1985 auf einer Insel im Nordwesten Irlands ein Sommerhaus und hatte dieses mit einem zeitweise sichtbaren Kobold zu teilen, der dort mit seiner Familie wohnte. Ich bin von Natur – oder von Kultur? – aus eher skeptisch veranlagt. Doch scheint die Zeit reif zu sein dafür, dass wir mit einem etwas seriöseren Ansatz an Naturgeistwesen und dergleichen herangehen, als dies noch zu Zeiten des teilweise ungeerdeten Enthusiasmus der New-Age-Bewegung der Fall war.
Was mich an diesem Büchlein einigermassen überraschte, ist nicht nur dessen absolute Glaubwürdigkeit. Vor rund neunzig Jahren, so der Kobold, sei er einem Mann begegnet, der ihm erklärte, wie wichtig es in der kommenden Zeit für Menschen und Elementargeistwesen sein werde, sich einander anzunähern. Die Elementargeistwesen müssten zu diesem Zweck lernen, sich etwas zu verdichten. Was, etwas vereinfacht wiedergegeben, durch die Fähigkeit erlangt werden könne, sich besser auf ein Thema, eine Begebenheit oder einen Gesprächspartner zu konzentrieren. Dieses Fokussieren sei für diese Wesen recht schwierig.
Wir Menschen müssten unsererseits eine Arbeit an uns unternehmen, welche es erlaubt, uns mehr auszudehnen, mehr rechtshirniger, also intuitiver und gefühlsmässiger zu werden. Dies würde uns erlauben, den Naturgeistwesen entgegenzukommen, und eine Kommunikation erleichtern. Der Mensch, der ihm dies eröffnet habe, sei Rudolf Steiner gewesen, der inspirierte Gründer der anthroposophischen Bewegung.
Quellen besingen
In der Frühlingsnummer der deutschen Geomantiezeitschrift Hagia Chora (Nr. 23, www.geomantie.net ) ist ein Bericht über den Basler Chor Fontesonante zu lesen. Dieser Chor hat sich in den letzten Jahren dazu entschieden, Gewässer der Region Basel zu besingen. Zwei ausgebildete Geomanten, Peter Hadorn und Alexa Vierling, singen im Chor mit und haben mit mehrheitlich rechtshirnigen Messungs- und Wahrnehmungsmethoden belegen können, wie sich die Wasserqualität der besungenen Quellen und Bäche seither deutlich verbessert habe.
Sie haben eine CD veröffentlicht und zudem einen ausführlichen Bericht verfasst, der mir äusserst gewissenhaft und interessant scheint. Wenngleich mich die CD musikalisch nicht unbedingt überzeugt – was ja wohl auch nicht das primäre Ziel dieser Musik ist –, so doch das Vorgehen und die Idee dahinter. (Die CD kann bestellt werden bei p.hadorn@datacomm.ch )
Zum Besingen der Gewässer stellte sich der Fontesonante-Chor für jedes der von der Leiterin Béatrice Mathez komponierten Stücke in einer anderen Form auf. Sechsstern, Kreis, Rad und Dreieck, Lemniskate und wieder Sechsstern waren die Formationen, in denen die fünf «Kristallkompositionen» zu den Themen «Bewusstwerdung», «Anrufung», «Heilung», «Freude» und «Liebe» vorgetragen wurden. Gesungen wurde auf dem Margarethenhügel, dem Tüllingerhügel und auf St. Chrischona. Die drei Hügel sind der Legende nach mit der Heiligen Ursula verbunden, und auf jedem steht eine Kapelle mit Sichtverbindung zu den beiden anderen Hügeln. Um eine Verbindung mit den Flüssen der Region einzugehen, wurden in einer Schale Steine mit dem jeweiligen Quellwasser begossen. Nach dem Besingen wurde dieses Wasser zur Quelle zurückgebracht.
Das rituelle Singen verlangte dem Chor einiges ab. Nicht allen Mitgliedern fiel der Einsatz leicht, einige empfanden die Übungen und Rituale als «zu stark» oder «zu esoterisch». Der etwas strenge Rahmen musste gelockert werden, und beim Abschlusskonzert in der Leonhardskirche in Basel, mit dem sich der Chor am 8. September 2005 schliesslich an die Öffentlichkeit wandte, um die neuen Lieder nicht bloss dem Wasser, sondern auch den Ohren der Menschen zugänglich zu machen, mochten die Sängerinnen und Sänger nicht länger an die Flüsse denken, sondern sich ganz und gar auf das Singen des anspruchsvollen Programms konzentrieren. Die Gewässer während des Konzerts im Bewusstsein zu halten, oblag den beiden geomantisch gebildeten Mitgliedern, die dieser Aufgabe unauffällig nachkamen.
Unsere Verantwortung
In den Flensburger Heften www.flensburgerhefte.de werden in vier Bänden Dialoge mit Naturgeistwesen wiedergegeben. Darin erklären diverse Naturgeistwesen, worin ihre Aufgaben bestehen. Sie erklären uns die Dringlichkeit, warum wir Menschen uns für die feineren Mechanismen interessieren müssten, welche für ein Gleichgewicht in der Natur verantwortlich sind. Denn wir sind nicht nur an den meisten Schäden direkt als Verursacher verantwortlich. Vielmehr sei nun eine Zeit angebrochen, in welcher sie, die Naturgeistwesen, ihre Befehle nicht mehr von Engelwesen erhalten würden, sondern in welcher wir Menschen diese Rolle zu übernehmen hätten. Die Engelwesen hätten sich plangemäss zurückgezogen und uns diese Rolle überlassen – «bhüet is Gott!» – ausgerechnet wir, die wir über Jahrhunderte wohl alles versucht haben, was uns und die Natur aus Gleichgewicht und Harmonie weggeführt hat.
Die Lage ist ernst genug. Wir wissen, dass, planetarisch gesehen, enorme Ungleichgewichte entstanden sind und wir alle darunter zu leiden haben werden. Dem jahrhundertelangen fahrlässig sorglosen Verschmutzer- und Ausbeuterdasein werden höchstwahrscheinlich mindestens Jahrzehnte bewusster Harmonisierungsbestrebungen aller Art folgen müssen. Je schneller, desto besser, und nicht nur von ein paar isolierten Menschen. Musik, als angewandte Harmonie, hat da sicher eine Rolle zu spielen.
