SPUREN, Magazin für neues Bewusstsein
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Nr. 81 Herbst 2006
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 Edition SPUREN
 
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Die unbändige Seele
Die zeitlose Botschaft der Spiritualität, begeisternd, klar, überzeugend.
 

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Beim Menüpunkt Verlag finden sich unter anderem das Impressum und die Mediadaten.

SPUREN
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  SPUREN Archiv Ausgabe
 
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Was heilt
Porträts von drei Menschen auf ihrem Weg zum Heil.
Von SPUREN

Alles im Fluss


Durch die Diagnose Schilddrüsenkrebs geriet sein Boot ins Wanken. Heute arbeitet Stefan Mamié als Psychoonkologe und kann vor allem auch dank eigener Erfahrung Hilfe bieten.

Ruhig und gleichmässig führt Stefan Mamié den Stachel zum Rheingrund und stösst den Weidling, das lange Holzboot, flussaufwärts. Mit jedem Stich lassen wir die Stadt Schaffhausen weiter hinter uns und kommen dem Ursprung dieser grossen Wasserstrasse näher. Vor knapp zwanzig Jahren bemerkte Stefan eine Geschwulst an seiner rechten Halsseite. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als er aus der Kifferszene ausgestiegen war und sich der MuShin Bewegung um den Amerikaner Ron Stotts anschloss. In dieser Gruppe, die sich regelmässig zum Meditieren traf, merkte er, dass es ausser dem Joint noch mehr zu erfahren gibt im Leben. Dementsprechend hart traf ihn die Diagnose Schilddrüsenkrebs.

Weitergeben
Eine Operation war unumgänglich, da die Geschwüre bei einer Nichtbehandlung lebenswichtige Körperteile regelrecht verdrängt hätten. Er fühlte, dass es mit seinem Leben so nicht weitergehen konnte, und suchte Unterstützung in einer Psychotherapie. Diese vier Jahre dauernde Begleitung öffnete Stefan weitere Türen zu seinem Inneren. Er erkannte Zusammenhänge und stellte vieles in seinem Leben um. Es wurde ihm ein Bedürfnis, den Gewinn an Lebensqualität, den er durch die Therapie erfahren hatte‚ der Welt weiterzugeben. Er studierte darum Psychologie an der Hochschule für angewandte Psychologie und machte eine psychotherapeutische Ausbildung bei D. Boadella in Heiden. Er lernte nicht nur viel über sich, sondern auch über die Krankheit Krebs. Psychoonkologie hiess der Begriff, der ihn fortan nicht mehr losliess. Heute ist Stefan von der Krebsliga Aargau angestellt und arbeitet als Psychoonkologe im Kantonsspital Aarau.
Mit sicherem Griff steuert Stefan das Boot mit dem Stehruder auf die andere Rheinseite, hinein in eine kleine Bucht. Er setzt den Anker und vertäut das Boot. «Wir leben in einer Kultur, in der es immens wichtig ist, alles unter Kontrolle zu haben. Aber ich sehe in den Lebensgeschichten meiner Klienten und auch in meiner eigenen, dass nicht immer alles kontrollierbar ist. Immer wieder lädt uns das Leben ein, uns Hinzugeben, uns dessen Fluss zu überlassen. Hingabe ist aber nicht gleich aufgeben. Ich habe die Möglichkeit, mich auf dem Fluss zu bewegen, meine Position oder meine Blickrichtung zu bestimmen, vielleicht auch, mich ein Stück gegen die Flussrichtung zu bewegen. Aber vielleicht muss ich auch gelegentlich feststellen, dass es nicht immer möglich ist, gegen den Fluss anzukommen. So ist vielleicht auch eine Krebserkrankung nicht immer unter Kontrolle zu bringen. Aber ich kann gestalten, wie ich damit lebe.»

Aus der Bahn werfen
Früher fragte sich Stefan jedes Mal, wenn seine eigene Erkrankung wieder auftauchte: «Warum schon wieder? Habe ich nicht schon so manches in meinem Leben angeschaut, erkannt und auch verändert?» Heute ist er vorsichtig damit, zu schnell an eine Kontrollierbarkeit des Erkrankungsverlaufs durch die Psyche zu glauben. «Ich bin verantwortlich für die Gestaltung eines möglichst ‚guten’ Lebens. Sollte ich an der Krebserkrankung sterben, habe ich diese Zeit so gut wie möglich gelebt; sollte sich meine Lebensqualität auf den Verlauf der Erkrankung auswirken, ist mir das natürlich auch recht.» Natürlich findet es Stefan überhaupt nicht toll, wenn es alle paar Jahre wieder heisst: operieren. Da muss auch er sich immer wieder aus der Bahn werfen lassen und sich dem Fluss anvertrauen. Nach sieben Operationen im Verlauf der letzten achtzehn Jahre spürt er, dass sein Körper mehr Zeit benötigt, um sich zu regenerieren.
Wir sitzen uns gegenüber und schauen uns in die Augen. Da sind Ruhe und Klarheit, Vertrauen und das Wissen, dass wir nicht alles im Griff haben können. Dass im Leben etwas anderes wirkt. Was es ist, vermag auch Stefan nicht zu benennen. Er hat schon immer sein eigenes spirituelles Bündel geschnürt. Wir lichten den Anker; lassen uns treiben auf dem Rhein. Und auf dem Fluss des Lebens.
Claude Jaermann

Kontakt: psychoonkologie@gmx.ch


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Der harte Weg zur Seele


Anna ist Steinbildhauerin. Nicht nur, weil es ihr Beruf ist und sie mit ihren archaischen Skulpturen in der Kunstszene ernst genommen wird. Sie ist auch eine, die den Mut gefunden hat, ihre inneren Steinbrocken ans Licht zu heben und zu behauen.
Natürlich wirkt sie manchmal fast scheu. Dann wieder sprudelt es wie ein Bergbächlein aus ihr heraus, und die klaren blauen Augen leuchten. Ihre kraftvollen Hände erzählen, dass sie vieles anpacken können.
Es ist erstaunlich, dass alles so kommen konnte. Lange Zeit haben ihr nämlich Felsbrocken ihren Lebensfluss versperrt und abgeklemmt. Schon als ganz junge Frau litt sie unter Magersucht, Bulimie, Depressionen und wollte ihrem Leben ein Ende setzen.
Während einer starken Darmgrippe beschloss sie zu sterben, hörte gänzlich auf, Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sie übergab ihr Leben einer höheren Macht und öffnete sich dem, was danach kommen sollte. Sie fiel ins Delirium, war in einem Tunnel voller Farben und bekam die tiefe Erkenntnis: «Nicht ich bin es, die sterben will. Die andern lassen mich nicht leben, meine Familie. Aber ich will leben!» Die unauslöschbare Flamme, die sie in sich fühlte, half ihr, wieder zu trinken und die Reise zum Leben anzutreten. Dies war ein Wendepunkt.

Ein harter Siech
An einer Sommerakademie lernte sie Steinbildhauen. Im Steinbruch durfte sie ihren Stein wählen, mit dem Kran wurde er gehoben. «Ein harter Siech war das!» Aber sie stand den Kampf mit dem Siech durch, und eine Figur entstand, nur der Kopf fehlte noch. In der Nacht kam ihr die Eingebung, einen Vogelkopf zu gestalten. Vögel zogen sie an, waren für sie Befreiung, andere Welten, Tod. Immer noch der Tod. Würde ihr die Skulptur misslingen, so wollte sie diese den Abgrund hinunterstürzen. Mit Wut kämpfte sie sich durch den harten Stein und durch ihre Zweifel – es gelang. Das Vogelwesen öffnete ihr die Pforte zum Steinhauen.
Auch zu ihren inneren Felsbrocken gelang es ihr mehr und mehr vorzudringen. Mit Hilfe einer Traumatherapeutin wagte sie sich an die schwarzen Löcher der Vergangenheit. Tote Empfindungen begannen sich mit Körpererinnerungen zu füllen. Zwar hatte sie noch immer Depressionen, manchmal unkontrollierte Wutanfälle, während denen sie um sich schlug und hyperventilierte. Auch ihre dauernde Erschöpfung, das Bedürfnis nach Rückzug und die Probleme in der Sexualität riefen nach Auflösung.
Erinnerungen begannen zurückzukehren, und ihr wurde klar: «Ich bin sexuell missbraucht worden.» Sie erlebte nochmals in Bildblitzen, wie sie als Mädchen aufs Bett gehoben wurde, wie ihre Brüste betastet und geklemmt wurden. In sich hatte sie nur den einen Gedanken: «Wann hört es auf?» Ein andermal wurde ihr klar, warum Zungenküsse sie so sehr ekelten: die Erinnerung an einen übergrossen Penis in ihrem Mund, der sie fast zum Ersticken brachte. Ihren eigenen Wahrnehmungen Glauben zu schenken war für sie harte Arbeit. In einer Selbsthilfegruppe für sexuell missbrauchte Frauen lernte sie, darüber zu sprechen und ernst genommen zu werden.
Ihr Atelier, wo sie Steinbrocken lagerte, wird für sie zum Kraftort. Manchmal kribbelt es sie richtig hinzugehen, um bei sich zu sein mit ihren Steinen. Sie sitzt dann ganz still zwischen den Brocken, die langsam heranreifen, um zu werden, was in ihnen schlummert.
Wer war es? Mit fester Stimme benennt sie den Täter, um Sekunden später abzuschwächen, auszuweichen, zu zweifeln, sich selbst in Frage zu stellen, es hätte auch der Grossvater sein können, der Onkel, sie sah ja kein klares Gesicht in ihren Bildern. «Ja, wahrscheinlich schütze ich ihn noch immer.» Zwei Jahre lang hat sie den Kontakt zur Familie abgebrochen, inzwischen aber ist wieder eine gegenseitige Annäherung und Wertschätzung möglich. «Abhauen ist ja auch keine Lösung!» Heute geht es ihr gut. Sie ist verliebt. Ihr einfühlsamer Partner weckt, was unter den Felsbrocken so lange verborgen war. Doch sie selbst hat sich vom Felsen befreit. Schlag um Schlag, Stück um Stück hat sie Wut in Kraft verwandelt. «Jedes Mal ist es ein Kampf, doch wenn es zu fliessen beginnt und das Wesen des Steins sich zeigt, bin ich im siebten Himmel!»
Die Steine haben ihr aus ihrer Versteinerung geholfen, sie zu ihrem Wesen gebracht, ihre Härte ins Fliessen gewandelt. Sie ist ruhiger geworden, versöhnlicher, nimmt, was sich ihr zeigt, muss nicht mehr alles wissen. Sie weiss, noch ist nicht alles ausgestanden. Doch mit jedem Stein, der unter ihren Händen sein Wesen zeigt, findet sie ein Stück von sich zurück, wird mehr und mehr ganz.
Eva Rosenfelder


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Heilen mit dem Herzen


Renée Bonanomi strahlt unglaubliche Liebe aus. Man fühlt sich von ihr im tiefsten verstanden und angenommen. Um die Frage beantworten zu können, wie Heilung funktioniert, gilt es zuerst zu klären, was denn Krankheit für sie ist.

«Wir alle bewegen uns zwischen Nicht-Wissen und vollkommenem Wissen, hier findet das Leben statt. Alles drängt zu diesem Wissen, diesem Licht hin. Das Prinzip des Wissens sagt: Du bist ewig, ausserhalb von Raum und Zeit. Das Prinzip der Elemente aber sagt: Du musst jeden Trick anwenden, um zu überleben. Denn dieses kennt nur die Zeugung, Geburt und den Tod, gefangen in der Zeit. Je nachdem, wo wir in diesem Kontinuum von Nicht-Wissen und Wissen stehen, gibt es mehr oder weniger Probleme, Chaos und Krankheit. Aber der Teil von uns, der weiss, ist frei von allem Leiden. Er kennt die ganze Schöpfung, das ganze Prinzip und wie dieses funktioniert. Er lässt sich deshalb nicht mehr ein in Sturm, in Gewühl, wie es auf der Ebene der Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft geschieht. Jemand, der ganz im Licht ist, bleibt in der Ruhe bei allem, was er darstellt und tut. Je mehr wir noch im Nicht-Wissen sind, umso mehr Wellen, Bewegung, Sturm, wirbelnde Gedanken und Krankheit gibt es. In der Meditation können wir spüren, warum wir krank werden. Auch ich bekomme manchmal eine Erkältung, dann sage ich: Okay, ich hab’s begriffen, ich war aus der Balance geraten. Danke für den Hinweis».

Wir sind vollkommen
Es ist wie beim Plan eines Hauses. Im Plan selber kann man nicht wohnen, wir müssen ihn realisieren, kreieren in Zeit und im Raum. Das Wissen von diesem Plan allen Lebens, aller Schöpfung ist in jedem Atom von uns und drängt nach Vollendung. Heilen heisst Licht hineinbringen und damit den Prozess beschleunigen, den Abbau von Hinderndem vorantreiben. Heilen weckt das Licht im Kranken. Das ist nichts Aussergewöhnliches: «Jeder, der ein bisschen näher beim Licht ist, leuchtet jenen, die noch entfernter sind, und hilft ihnen, ein bisschen näher zum Wissen zu gelangen», erklärt Renée Bonanomi in herzerwärmender Ruhe.
Sucht ein Mensch Hilfe, dann ist es immer sein unbewusster Teil, der erkannt und dadurch befreit werden will. Heilen heisst erkennen. Sobald man erkannt hat, dass der Plan eines jeden perfekt ist, gibt es nichts zu korrigieren oder zu missionieren. Aber man kann das Licht suchen. Wenn Renée Bonanomi zu jemandem geht, sagt sie oft: Vor vielen Jahren oder Leben bin ich genau durch das Gleiche gegangen, ich weiss, wie dir ist, ich kenne das!

Liebe heilt
«Tief innen entwickle ich ein persönliches Verstehen und Mitgefühl, dann kann ich Denken und Fühlen loslassen und dem unbegrenzten Licht Raum lassen, um zu wirken», erklärt sie und präzisiert: «In mir gibt es das vollkommene Vertrauen: Alles ist richtig, die Schöpfung ist vollkommen. Und wenn du aus einem Prozess heraus an die Sonne willst, dann hast du die Freiheit, das zu tun. Es gibt keine Stelle im anderen, die nicht in meiner Liebe Platz hat! Ich muss nicht mehr trennen, weil ich mich selbst liebe, mit allen Erfahrungen, Vergangenheiten, Krankheiten. Diese Liebe hat sich mit dem zunehmenden Wissen entwickelt. Ich verschmelze vollkommen mit dem anderen, es gibt keine Grenzen. Diese Liebe ist frei, sie löst im anderen kein Verlangen aus, auch keine Bindungen, keine Verpflichtung. Diese Liebe ist das Erahnen und Erspüren des grossen Werkes der Schöpfung – sie ist es, die Heilung bringt.»
Monika Brechbühler

Renée Bonanomi gründete und leitet in der Nähe von Bern ein Schulungszentrum; bietet Seminare und Ausbildungskurse über Reinkarnation, Aura, Medialität und Heilen an. Einführungskurse: «Medialität», am 28. Oktober 2006; «Geistiges Heilen», am 25. November 2006. Informationen: Telefon 031 301 21 31; E-Mail: goldraum@smile.ch


Autor: SPUREN | Profil
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Kommentare:

Der Weg in die Erinnerung ist ein sehr schmerzlicher, jedoch erst durch den nochmaligen Schmerz auflösbar. Wir sind dazu verdammt, solange zu wiederholen, bis wir es liebend ertragen können.., sagte John W. Ray. Das ist der Königsweg, so heilsam.
In den Body Electronics Seminaren erlebe ich den Weg der Anna regelmäßig mit, die Erinnerung, die Wut, der Schmerz- die Heilung. Anna schlägt nicht nur den Stein und ihre Erinnerung heraus, sondern auch die gebildeten Kristalle aus ihrem Körper, bestehend aus Erinnerung und Wärme. Wir Menschen versteinern mit zunehmendem Alter(kristalline Ablagerungen gebildet aus unseren eigenen Widerständen), da die Menschen immer weniger lernen, aufzulösen. Annas Weg ist ein Weg der Auflösung-Erlösung, ein göttlicher Weg. Ich wünsche vielen Menschen die Kraft, einen solchen Weg einzuschlagen. Die Probleme dienen der Wegfindung.
Einen geruhsamen Jahreswechsel, Hydro

Beitrag von: Gruenwald am 15.12.2006 | 22:00
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