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Nummer 82 Winter 2007
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Das Zen des Glücks in uns. Das 3. Buch von Peter Steiner
 

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Erich von Dänikens Geständnis
Erich von Däniken hat ein Buch vorgelegt, in dem er sich zum Kontakt mit einem Ausserirdischen bekennt. Eine Begegnung der mysteriösen Art.
Von Martin Frischknecht

Also doch: Als Sachbuchautor hatte er stets Fragen gestellt: Waren die Götter Astronauten? Empfingen die Propheten Besuch aus dem All? Hatten sich Ausserirdische am Bau der Pyramiden beteiligt? Erich von Däniken stellte Fragen, und die Antworten, die sich aufgrund ausgedehnter Recherchen rund um die Welt nahe legten, die präsentierte er als Möglichkeiten. Wer seine abgefahrenen Ideen als Spinnerei abtat, den nannte er einen Erbsenzähler; geriet er unter Ufonauten, markierte er den Realisten und forderte handfeste Beweise.
Das ist jetzt alles ziemlich anders. Erich von Däniken hat die Seite gewechselt. Während alle Welt gebannt nach Matten bei Interlaken blickte, wo sich unter Hoffen und Bangen das Schicksal des von ihm begründeten Mystery Park entschied und die Anlage im Herbst ihre Tore schloss, veröffentlichte er in einem deutschen Kleinverlag ein Geständnis: Ja, ich hatte Kontakt mit Ausserirdischen. Eine Wesenheit aus dem All hat mich besucht und wochenlang mit mir gelebt.
Die Geschichte von «Tomy» spielt vor knapp zwanzig Jahren. Sie liest sich spannend wie eine Räuberpistole, Agentenjagd und Romanze inklusive. Ein Roman soll dieses Buch aber nicht sein. Vielmehr das Comingout eines Autors, der für den Wahrheitsgehalt seiner Werke bis anhin bereit war, durchs Feuer zu gehen. Oder haben wir da etwas falsch verstanden, Herr von Däniken? Treffpunkt kurz vor Drucklegung dieser SPUREN-Ausgabe in der Bar des Hotels Jungfrau Victoria, Interlaken.

SPUREN: Was hat der Leser hier für ein Buch in der Hand: Tatsachenbericht oder Roman?
Erich von Däniken: Eigentlich wollte ich über dieses Buch öffentlich gar nicht reden, gerade auch wegen dieser Frage. Darum habe ich es als Roman geschrieben, denn über den Wahrheitsgehalt von Fiktion lässt sich bekanntlich schlecht streiten.

Ihre Geschichte steckt doch voller Angaben, die sich überprüfen lassen. Sogar eine Leiche gibt es, nämlich die ihres Klons, und die wollen Sie im Garten Ihres damaligen Hauses begraben haben.
Dort würden Sie nichts mehr finden. Schon die Polizei stiess kurz nach dem Begräbnis auf nichts mehr. Der Leichnam hatte sich aufgelöst oder eben rückverwandelt in das, was Tomys Körper zuvor gewesen war: Wasser. Aber das Haus, in dem wir damals lebten, das gibt es, es steht noch heute. Und die handelnden Personen gibt es alle auch, nur kamen wir damals überein, Tomys Geschichte für uns zu behalten. Insgesamt kann ich Ihnen aber versichern, dass die wesentlichen Details dieses Buches den Tatsachen entsprechen.

Fassen wir den Inhalt kurz zusammen: Erich von Däniken ist im Spätsommer mit einem jungen Assistenten unterwegs durch Wüstengebiet zwischen Pakistan und Iran. In einer sternenklaren Nacht blickt er zum Himmel hoch und denkt sich, wie es wohl wäre, wenn sich die von da oben mal meldeten. Da knallt es, die Wassertanks zerbersten, und aus der Flüssigkeit bildet sich der Körper eines jungen Mannes. Tomy ist ein Klon des Autors von vor dreissig Jahren – aber noch etliches mehr. Tomy kann andere Leute «übernehmen», das heisst, er schlüpft unterkannt in sie und eignet sich deren Wissen an. Bald sind mehrere Geheimdienste hinter der Expedition her. Es kommt zu wilden Verfolgungsjagden, doch schliesslich schafft es die Gruppe in die vermeintlich sichere Schweiz. Nach einigen Tagen im Familienkreis der von Dänikens mit Gesprächen über Gott und die Welt wird Tomy von einer Agentin ermordet, und der Autor steht vor der Herausforderung, den «unmöglichen» Fall der zuständigen Bezirksanwaltschaft auseinander zu setzen. In gegenseitigem Einvernehmen wird Stillschweigen für zwanzig Jahre beschlossen.

Gewiss haben Sie mit «Tomy» ausführlich über Ihre Forschungen gesprochen. Was hat sich durch ihn bestätigt und was mussten Sie revidieren?
Meine wichtigste Aussage, nämlich die, dass die Götter Astronauten waren, hat sich bestätigt. Ausserirdische haben diesen Planeten im Verlaufe seiner langen Entwicklungsgeschichte häufiger besucht, als ich es vermutet hatte. Aber von diesen Besuchen gibt es kaum greifbare Beweise. Zum einen, weil die Besuche viel zu lange her sind, zum anderen entziehen sich die wenigen materiellen Stücke, die es tatsächlich gibt, meinem Zugriff. Um dieser Gegenstände habhaft zu werden, so pflegte Tomy scherzhaft zu sagen, müsste ich es zum Oberpriester bestimmter Religionen bringen mit Zugang zu deren Allerheiligstem.
Die Propheten und Seher verschiedener Religionen berichteten von Getöse und von Erscheinungen, die sie mit eigenen Augen wahrnahmen. Daneben sollten wir aber auch davon ausgehen, dass wir beständig einem subtilen Einfluss ausserirdischer Intelligenz ausgesetzt sind.

Haben Sie seitdem versucht, mit Tomy wieder in Verbindung zu treten?
Aber sicher. Immer wieder habe ich darum gebeten. Aber das geht nicht. So etwas lässt sich nicht herbeiführen. Abgesehen davon sagte mir Tomy beim Abschied, von dort, wo er herkommt, würde er unter den Billionen von Planeten ohnehin nicht mehr den richtigen finden.

Ist er denn in einer bestimmten Mission zu uns gekommen, und hat er Ihnen einen Auftrag hinterlassen?
Nein, so etwas gab und gibt es nicht. Tomy wollte keinen überzeugen. Er war nicht hier, um zu missionieren. Wenn er sprach, musste man ihm zuhören, und was er sagte, machte Sinn. Einmal sprach er über Quantenphysik, und er wünschte, dass wir seine Ausführungen aufnahmen. Wir haben kein Wort verstanden, der Untersuchungsrichter, dem wir das Tonband übergaben, hat es auch nicht verstanden. Er liess die Aussagen jedoch von Experten überprüfen, und diese haben deren Richtigkeit bestätigt.

Mit Ihrem neuen Buch liegt so etwas wie der Rohstoff zu einer neuen Religion vor: der Tomy-Kult, und Sie walten als dessen erster Prophet.
Hören Sie bloss auf damit! Das wäre das Letzte. Ich will aufklären und Phänomene zur Diskussion stellen. Auch im Mystery Park war von mir nirgends eine Aussage zu finden, wo ich behauptet hätte, so ist es, das müsst ihr mir jetzt glauben. Stattdessen werfe ich Fragen auf und überlasse es den Leuten, selber darüber nachzudenken.

Womit wir wieder beim Glauben wären. Der Autor bezeichnet sein neues Buch selber als eine «unglaubliche Geschichte». Und um dem Thema gleichsam noch eins draufzugeben, hat er auf Anregung Tomys einen «Club der nicht lügenden Männer» ins Leben gerufen. Der Club zähle mittlerweile mehr als 100 Mitglieder, der jüngste sei 17, der Älteste über 87 Jahre alt. Einmal im Jahr komme man zusammen, esse und trinke – und belüge sich nicht. Einfach so.
Tomy ertrug die Lüge nicht. Wenn in der Gegenwart des Ausserirdischen gelogen wurde, bekam er Schmerzen und wandte sich ab. Das muss man ihm glauben. Dem, der von Tomy erzählt, muss man es glauben. Wenn er über die Zeit mit dem Klon an seiner Seite nachdenkt, wenn er erklärt, warum er darauf verzichtete, Fotos, die Tomy und ihn nebeneinander zeigen, im Buch abzudrucken, wenn er nach Worten ringt, um die Verzückung zu beschreiben, die er durchlebte, als Tomy ihn «übernahm» – das alles wirkt derart überzeugend … es täte weh, Erich von Däniken diese Geschichte nicht zu glauben.

Erich von Däniken: Tomy und der Planet der Lüge. Kopp Verlag, Rottenburg 2006, 224 Seiten, Fr. 34.90.


Autor: Martin Frischknecht | Profil
Seitenaufrufe: 5101 - Kommentare: 1
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Kommentare:

Ich meine, da hat unser Mystery-Erich mit seinem neusten Buch zu den Todeskrämpfen des Parks noch eins drauf gesetzt. Fantastisch, aberwitzig, ich weiss nicht... Jedenfalls faszinieren mich solche Geschichten. (Ich denke, ich sollte mir das ganze Buch reinziehen...)

Beitrag von: Peter Schaer am 17.05.2007 | 8:09

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