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Nr. 85 Herbst 2007
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Borreliose, Zecke & Co.
Wenn man den Medien Glauben schenkt, dann gehört die Zecke an vielen Orten zum Staatsfeind Nr. 1. Massenweise wird gewarnt, geimpft und Angst geschürt. Dabei ist die Zecke ein faszinierendes Wesen und die Borrelien, die sie übertragen, decken vor allem die Grenzen von Antiobiotika auf.
Von Wolf-Dieter Storl

Jedes Jahr im Frühling und Sommer beschäftigt ein Thema Gemüter und Medien: die Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten, die Borreliose, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und andere unangenehme Infektionen.
Es stellt sich die Frage: Ist die durch Zeckenbiss verursachte Borreliose eine neue Krankheit? Wahrscheinlich nicht, aber die Bakterien sind – vermutlich durch den Selektionsdruck, den die massive Anwendung von Antibiotika ausübt – in den letzten 20 Jahren recht virulent geworden. Zugleich treffen sie auf eine menschliche Population, die zunehmend Immundefizite aufweist. Die Symptome der Borreliose werden durch schraubenförmige Bakterien (Spirochäten) hervorgerufen. Diese Kleinstlebewesen sind älter als wir; sie haben sich über viele Millionen Jahre hinweg entwickelt und sind dementsprechend gut angepasst und «erfahren». Sie können jedes Organ befallen und dadurch fast jede Krankheit – Arthritis, Multiple Sklerose, Parkinson, zerebrale Dysfunktionen und andere – imitieren. Und da sie so gute Nachahmer sind, erkennen die Mediziner die Symptome oft nicht als Borreliose und behandeln falsch.

Der Holzbock
Wieso es so viele Zecken heutzutage gibt, weiss niemand so recht. Wahrscheinlich spielen ökologische Faktoren eine Rolle. Die Schildzecken, auch Holzböcke genannt, können zwar tiefe Temperaturen ertragen, aber lange, sehr kalte Winter lassen die meisten absterben. Wahrscheinlich hat die Klimaerwärmung, die uns in den letzten Jahren ungewöhnlich milde Winter beschert hat, die explosionsartige Vermehrung der Zecken begünstigt. Mit dem milderen Klima dringen auch Krankheitserreger, die es vormals nur in südlichen Bereichen gab, weiter nach Norden vor. Eine durch Winterfütterung künstlich hochgehaltene Population an Rehen und Hirschen – den bevorzugten Wirten der geschlechtsreifen Zecken – kommt dieser Zeckenvermehrung entgegen. Neben dem Überbestand an Wild ist womöglich auch die Dezimierung der Füchse, deren Futter vor allem Kleinnager sind, als weiterer Faktor anzusehen. Die Nager sind die Kinderstube der Zeckenlarven und gelten als Reservoir der Borrelien-Organismen. Immer wieder hört man Waldarbeiter, Bauern oder Naturliebhaber klagen: «So viele Zecken wie heutzutage hat es früher nicht gegeben!» Im Bodenseegebiet kann man sich nicht einmal mehr im Sommer auf eine Wiese oder unter einen Baum legen und vor sich hinträumen. Und wie mir ein Förster erzählte, habe er Rehe gesehen, an denen Hunderte von Zecken hingen.

Clevere Wesen
An sich ist das eins bis zwei Millimeter lange Spinnentier ein sehr interessantes Wesen. Die mit Milben und Krätzmilben verwandten Tierchen durchlaufen, nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, drei Stadien: Larven, Nymphen und Erwachsene. Die winzigen Larven und die rund anderthalb bis zwei Millimeter grossen Nymphen haben sechs Beine, die Erwachsenen acht. Die Zecken mögen kein direktes Sonnenlicht; sie lauern im feuchten, schattigen Gebüsch oder im Gras und warten auf eine vorbeiwandernde Blutmahlzeit. Die winzigen Vampire klettern jedoch nicht, wie es der Aberglaube besagt, auf die Bäume und lassen sich auf ihre Opfer herabfallen. Immerhin krabbeln sie im Gebüsch bis auf anderthalb Meter, was der Höhe eines potenziellen Wirts entspricht, und gehen in Lauerstellung, bis ein Mensch oder Tier vorbeistreift. Zwar sind sie blind, aber sie nehmen mit besonderen Organen an den ersten Beinpaaren die leichteste Veränderung in ihrer Umgebung wahr. Sie empfinden die feinste Erschütterung, die durch die Bewegung ihres unfreiwilligen Wirts verursacht wird; sie riechen seinen kohlensäurehaltigen Atem, seine Ausdünstungen, den Schweissgeruch (Milchsäure, Buttersäure, Ammoniak); sie merken die Lichtveränderung, die sein Schatten wirft; sie können Wärmeunterschiede von wenigen hundertstel Grad spüren, und dann bewegen sie sich rasch krabbelnd in die verheissungsvolle Richtung. Am meisten zieht es sie zu Menschen mit «saurem» Schweiss, also jenen, die unter Stress leiden oder die sich nicht basisch ernähren, sondern mit einem Überschuss an fleischlicher und zuckerhaltiger Nahrung den Körper übersäuern.
Die winzigen Larven, die nicht grösser sind als ein Pünktchen am Ende eines Satzes, leben vor allem vom Blut von Kleinsäugern (Mäusen, Ratten, Igeln, Siebenschläfern) und gelegentlich von Eidechsen und Vögeln. Die Eier der Zecken enthalten noch keine Borreliose-Spirochäten. Erst durch diese Kleintiere, vor allem die Nager, die so etwas wie ein Borrelien-Reservoir bilden, werden die Zecken mit Borrelien infiziert. Die Spirochäten, die in diesen Tieren leben, merken sofort, wenn eine Zeckenlarve an einem Wirt saugt. Die betäubenden und immun- und histaminhemmenden Chemikalien im Speichel, den die Zecken in den Wirt hineinspritzen, sind das Signal an die Borrelien, sofort – wie Eisenspäne zum Magnet – in Richtung Einstichstelle auszuschwärmen. Von dort aus infizieren sie die Zeckenlarve oder -nymphe und besiedeln deren Darm.

Panik versus Schutz
Schätzungsweise werden so etwa 1 Prozent der Larven von Borreliose-Bakterien infiziert. Die Nymphen, die ebenfalls an Nagetieren saugen, sollen (in Europa) etwa 10 Prozent durchseucht sein. Die erwachsenen Zecken, die auf grösseren Säugetieren – Rehen, Hirschen, Pferden, Hunden, Menschen – schmarotzen, sollen um die 20 Prozent mit Borreliose und 1,5 Prozent mit dem FSME-Virus infiziert sein. Diese Statistiken sind jedoch mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Sie entspringen eher der Fantasie als der Wirklichkeit, da die Durchseuchung von Region zu Region äusserst unterschiedlich ist und die Untersuchungen keineswegs repräsentativ sind.
Der Zyklus von der Larve bis zum geschlechtsreifen Tier dauert zwei bis drei Jahre. Das erwachsene Weibchen braucht viel Blut, damit die rund 3000 Eier, die es legen wird, ausreifen können. Die Männchen, die gleich nach der Begattung sterben, nehmen eine geringere Blutmahlzeit zu sich. Wenn sie einen warmblütigen Wirt gefunden hat, dann nimmt sich die Zecke bis zu mehreren Stunden Zeit, bis sie die passende Einstichstelle findet. Die Gefahr einer Infektion steigt mit der Länge der Zeit, in der der kleine Vampir saugt. US-Studien zufolge besteht nach 12 Stunden Saugzeit keine Ansteckungsgefahr; nach 24 Stunden eine 30-Prozent-Chance der Übertragung; und nach 48 bis 72 Stunden eine Möglichkeit von fast 100 Prozent. Wenn man die Zecke bemerkt und gleich abschabt oder herausreisst, dann besteht wenig Gefahr für den Menschen.

Fantastisches Bakterium
Wenn das warme Blut eines angestochenen Säugetiers in die Zecke hineinfliesst, dann kommt es in ihrem Wanst zur Temperaturerhöhung und zum Absinken des hohen pH-Werts. Das verstehen die Spirochäten sofort als Botschaft. Sie wissen, dass sie nun einen anderen Organismus besiedeln können. Mithilfe der genetischen Information ihrer Plasmiden analysieren sie das einströmende Blut und erkennen, ob es das Blut einer Maus, eines Hundes, eines Rehs oder eines Menschen ist. In kurzer Zeit passen sie ihren Stoffwechsel und ihre Zellmembranen diesem Organismus an. Sie verändern, je nach Wirt, die Oberfläche ihrer Eiweisshüllen, um dessen Immunzellen zu überlisten. Danach wandern sie, getarnt und gepanzert, vom Darm, wo sie sich hauptsächlich aufhalten, zu den Speicheldrüsen der Zecke. Das dauert etwas Zeit. Deswegen stimmt es: Je länger die Zecke saugt, desto eher ist es der kleinen bakteriellen Invasionsarmee möglich, in den neuen Organismus überzusiedeln.
Der Befallene merkt meistens den Zeckenstich nicht, da der Zeckenspeichel schmerz- und gerinnungshemmende Substanzen enthält. Erst wenn diese wirken, senkt die Zecke ihren mit Widerhaken versehenen Stechapparat in die betäubte Haut hinab bis zu den kleinen Blutgefässen. Mit einer Art Klebstoff verankert sie ihr Mundwerkzeug fest in die Haut.
Zwei, drei Tage, manchmal noch länger, schleckt sie das Blut. Dabei nimmt sie das Hundert- bis Zweihundertfache ihres eigenen Gewichts auf. Dann, wenn der lederige, dehnbare Hinterleib prall voll ist, fällt sie ab, legt ihre Eier und stirbt.
Zecken ertragen Kälte unter dem Gefrierpunkt. Aber erst, wenn die Temperatur im Frühling über 10 Grad Celsius steigt, werden sie aktiv. Im Hochsommer wird es ihnen zu heiss, da verkriechen sie sich. Deswegen ereignen sich die meisten Ansteckungen mit Borreliose wie auch mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Frühsommer.
Die Zecken haben aber auch natürliche Feinde. Extrem kalte Winter dezimieren sie. Ameisen und Spinnen fressen Eier und Larven. Einige Mehltauarten können sie befallen, ebenso Fadenwürmer (Nematoden). Es gibt Vögel, für die eine Zecke ein Leckerbissen ist. Und es gibt winzige parasitische Wespen (Ixodiphagus hookeri), die ihre Eier auf Zecken legen; die ausgeschlüpften Wespenlarven fressen dann die Zecken von innen her auf.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Die FSME ist neben der Borreliose eine weitere angeblich von Zecken übertragene Infektion. Die vermutlich von einem Virus ausgelöste Krankheit hat ein grippales Vorstadium (Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber). Im seltensten Fall entwickelt es sich zu einer Hirnhautentzündung. In einer Zeit, in der die Hirnfunktion wie ein Götze verehrt wird, löst die Vorstellung von einer hirnschädigenden FSME eine regelrechte Hysterie aus. Besonders in Österreich gab es eine Kampagne, die den Bewohnern von sogenannten Risikogebieten dringend eine Impfung empfahl. Die im ganzen Land aufgeklebten Plakate, die den grotesk vergrösserten chitingepanzerten Kopf einer Monsterzecke, samt Kieferklauen und bedrohlich ausgestreckten Vordergliedern, zeigt, warben nicht etwa für den neusten Horrorthriller aus Hollywood, sondern für die «Zeckenschutzimpfung». Resultat der Kampagne war, dass in Österreich fast 90 Prozent der Bevölkerung geimpft ist. Es sind – was sicherlich die Aktionäre der Herstellerfirmen hoch erfreut – in den letzten 20 Jahren 35 Millionen Dosen des Impfstoffs verkauft worden.
Die Impfung täuscht Schutz gegen alle Zeckenerkrankungen vor, ist aber nur gegen den FSME-Virus gerichtet. Sie macht nicht gegen Borreliose immun. Gegen diese cleveren Spirochäten ist bis jetzt kein Impfstoff erfunden worden. Zwar heisst es, dass es inzwischen eine Borreliose-Impfung für Hunde geben soll, aber ich vermute, es handelt sich dabei – ohne dass es die Hundehalter wissen – um ein gross angelegtes Experiment.
Im Jahr 1998 verkündete der Pharmariese GlaxoSmithKline, dass nun ein sicherer Impfstoff (LYMErix) erhältlich wäre. Der auf Grundlage eines der bakteriellen Oberflächeneiweissstoffe (OspA) entwickelte Impfstoff würde das Immunsystem veranlassen, Antikörper zu bilden. Wie es sich bald zeigte, hatte LYMErix so viele verheerende Nebenwirkungen, dass er 2002 in einem Sturm von Schadensersatzklagen wieder vom Markt genommen werden musste. Zu den Impfschäden gehörten das Auslösen oder Reaktivieren heftiger Borreliose-Symptome. Die körpereigenen Immunzellen (T-Zellen) rasteten aus und griffen Gelenkknorpelgewebe an, als wären sie feindliche Fremdstoffe. Einige der Geimpften landeten im Rollstuhl; Schwangere erlitten Abortus.
Zurück zu den FSME-Impfungen. Drei Spritzen innerhalb eines Jahres werden zur Grundimmunisierung empfohlen; dann im dritten Jahr und alle fünf weiteren Jahre Auffrischungsimpfungen. Für Forst- und Waldarbeiter, Landwirte, Urlauber, Jogger, Wanderer und sogar für spielende Kinder seien sie unerlässlich. Mäuse, Vögel, Rehe, Rotwild, auch infizierte Ziegen- und Schafsmilch, gelten als Virenreservoir. Neben inaktivierten, vermehrungsunfähigen FSME-Viren, die in Hühnereiern gezüchtet werden, enthält der Impfstoff ausserdem Aluminiumhydroxid, Thiomersal, Formaldehyd und je nach Hersteller Spuren von verschiedenen Antibiotika.
Bei dem massiven Aufwand würde man meinen, man hätte es bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis mit einer echten Epidemie zu tun. Wie sieht es aber wirklich aus? In den sogenannten «Risikogebieten» wie Österreich, in der Nordschweiz und in Teilen Süddeutschlands konnten FSME-Viren in einer von 900 Zecken nachgewiesen werden. Bei 60 Prozent bis 70 Prozent der gebissenen Personen hat die Anwesenheit des Virus keine Folgen. Meistens wissen sie nicht einmal, dass sie gebissen wurden. Bei 20 Prozent bis 30 Prozent bleibt es bei grippeartigen Symptomen, und nur bei 5 Prozent bis 10 Prozent entwickeln sich neurologische Symptome, die besonders bei Kindern fast immer von alleine vergehen. Das Risiko einer dauerhaften Schädigung liegt bei 1:78000. Im Gegensatz dazu treten bei einer unter 32000 Impfungen Nervenschäden auf. Also genau die Schäden, die eigentlich durch die Impfung verhindert werden sollten!
In Deutschland, einem Land mit 82 Millionen Einwohnern, werden jährlich im Durchschnitt 261 FSME-Erkrankungen gemeldet, darunter gibt es einen Todesfall. Das ist ein Todesrisiko von 1 zu 82000000. In der Schweiz (7 Millionen Einwohner) erkranken schätzungsweise 100 Personen an FSME. Und in Österreich (über 8 Millionen Einwohner) gab es, zwischen 1999 und 2004, 41 bis 82 FSME-Erkrankungen pro Jahr; trotz flächendeckender Impfungen stieg 2005 die Zahl auf 100 Erkrankungen mit 3 Todesfällen. Eine Epidemie? Das Risiko, vom Blitz getroffen zu werden, ist grösser!

Den ganzen Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe SPUREN 85.

In seinem neu erschienenen Buch stellt Wolf-Dieter Storl diese und andere natürliche Therapien vor, mit denen er vor 10 Jahren seine Borreliose ausheilte. Der Schwerpunkt liegt bei jenen Heilkräutern, die bei uns in Mitteleuropa wachsen und von den Betroffenen selber gesammelt und angewendet werden können.
Wolf-Dieter Storl: Borreliose natürlich heilen. AT-Verlag Aarau 2007, 263 Seiten, Fr. 34.–.


Weit zum Fenster hinausgelehnt
Eine Replik von Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie und Heilpflanzenkunde, Winterthur.
Borreliose ist therapierbar. Am sichersten im Frühstadium mit Antibiotika. Später wird die Behandlung oft schwierig. Die Krankheit kann zu Dauerschäden führen. Zur Diagnostik und Therapie der Borreliose gibt es viele offene Fragen und Unsicherheiten. Für die Wirksamkeit der Antibiotika-Therapie – vor allem in den früheren Stadien – sprechen aber Laboruntersuchungen, kontrollierte Patientenstudien und auch viele dokumentierte Behandlungsverläufe in Hausarztpraxen. Dass wir mit der Resistenzentwicklung bei Antibiotika ein Problem haben, bestreitet kaum mehr jemand. Jede unnötige Antibiotika-Behandlung ist zu vermeiden. Es gibt aber auch Krankheiten, bei denen es meines Erachtens verantwortungslos ist, gegen die Antibiotika-Anwendung Stimmung zu machen. Borreliose gehört dazu. Wer hier wie Wolf-Dieter Storl behauptet, dass die konventionellen medizinischen Therapien wenig bewirken oder gar schädlich sind und dass er bessere, natürliche Heilungsmöglichkeiten kennt, muss starke, fundierte Argumente auf den Tisch legen. Storl aber bietet – in diesem Artikel und in seinem Buch – nur vage, unausgegorene Ideen. In einer so ernsthaften Sache reicht es nicht, nur von «nachweislichen Heilungen der gefürchteten Krankheit» bei den karibischen Indianern zu reden. Das kann man nur glauben oder nicht – gefragt wären genaue Angaben: Wo, wer, wie? Und bei den karibischen Indianern geht es um Syphilis und nicht um Borreliose. Ob man behandlungsmässig beide Krankheiten in einen Topf werfen kann, ist offen. Und dass die karibischen Indianer mit ihren Behandlungsmethoden die Syphilis im Griff gehabt hätten, wäre mir neu.
Dann ein Sprung nach China: «Die chinesische Kräuterkunde verwendet die Karde (Dipsacus) in Kombination mit anderen unterstützenden Heilpflanzen, um den gesamten Symptomenkomplex, der einer Borreliose-Infektion ähnelt, zu behandeln.» Die chinesische Kräuterheilkunde, das sind einige tausend Jahre mit unterschiedlichen Strömungen. Eine heterogene Tradition. Wer? Wann? Wo? Wie genau? Nur mit diesen Angaben lässt sich die Glaubwürdigkeit einer solchen Aussage beurteilen. Storl vereinnahmt die ganze «chinesische Kräuterheilkunde» für seine Position. Dann die Angabe, dass die Karde in Kombination mit anderen unterstützenden Heilpflanzen eingesetzt wird. Wie lässt sich da beurteilen, ob die Karde an der Wirkung dieser Kombination einen Anteil hat und welchen? Und kann man von der chinesischen Karde und unserer einheimischen Karde eine identische Wirkung erwarten? Die beiden Pflanzen sind verwandt, aber eben nicht identisch. Und das Ganze bei einem Symptomenkomplex, der einer Borreliose ähnelt? Reicht das, um auf eine Wirkung bei Borreliose zu schliessen? Solche Fragen muss stellen, wer nicht einfach blind und naiv alles glauben will, was gerade an Wunderbarem über den Weg läuft. Wer eine Borreliose hat, dem ist dringend zu empfehlen, sich der Gesundheit zuliebe nicht nur auf diese Empfehlungen zu verlassen.
Professor Martin Sievers von der Hochschule Wädenswil hat in seinem Labor nach einem Einfluss der Karde auf Borreliose-Erreger gesucht. Karde zeigte nach seinen Angaben keine wachstumshemmende Wirkung auf den Erreger (Antibiotika schon). Niemand muss aber nachweisen, dass Kardentinktur keine Wirkung gegen Borreliose hat. Die Pflicht, eine behauptete Heilwirkung sorgfältig zu dokumentieren und fundiert zu begründen, liegt beim Behaupter. Weder dieser Artikel noch das neue Buch bieten in dieser Hinsicht auch nur einen Ansatz.

Eine ausführliche Kritik von Martin Koradi
zum Buch von Wolf-Dieter Storl finden Sie auf www.news4press.com


Autor: Wolf-Dieter Storl | Profil
Seitenaufrufe: 4578 - Kommentare: 2
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Kommentare:

Sehr geehrter Herr Koradi,
meiner Meinung nach ist Wolf-Dieter Storl sehr vor-sichtig.
Er sieht nämlich voraus, dass es mit unserer ANTI-BIO-tika-Absicherung bald vorbei sein wird. Nicht mehr gegen sondern für und mit dem Leben.
Sein Verständnis ist ein zutiefst spirituelles und schamanisches, eine Weltsicht, in der die Erde und der Mensch eine Einheit sind, in der Mikrokosmos und Makrokosmos einander wiederspiegeln, und in seinem Artikel über Borreliose versucht er uns meiner Meinung nach sehr Wesentliches mitzuteilen: Heilkunst.
Dass diese Botschaft nicht ankommt, wenn man die Sache linear und analytisch angeht, ist vollkommen klar, denn schamanisches Heilen lässt sich im Labor schlichtweg nicht beweisen, ebenso wenig, wie sich etwa die Wirkung von Bachblüten analytisch beweisen liesse.
Hut ab vor Ihrem fundierten Pflanzenwissen, an dem ich keine Minute zweifle. Es gibt aber noch etwas, das weiter geht, und das ist die Pflanzen-Seele. Wenn sie sich in einem Menschen spiegeln darf, wird erstaunlichste Heilung möglich.
Ich wünsche unserer Erde mehr offene Herzen, um genau das Wunderbare anzunehmen, das uns manchmal unerklärlicherweise über den Weg läuft...
Freundliche Grüsse
Eva Rosenfelder

Beitrag von: Eva am 25.09.2007 | 3:38

Weit zum Fenster hinausgelehnt - Kritik Herrn Koradi
man kann als aufgeklärter Bürger für die Ausführungen und Infos von Wolf Dieter Storl nur dankbar sein. Ist es doch die Angstmache der Presse und Schulmedizin die hier den Bürger verunsichert und unseriös informiert und dies betrifft auch viele Ärzte. Das fängt schon damit an, daß der Impfstoff hier nur gegen FSME wirkt und nicht gegen die immer sich mehr verbreitende Borreliose (Impfstoff gibt es derzeit dafür in Amerika) und sich mit FSME zu infizieren ist sehr unwahrscheinlich und bei Beobachtung nach einem Zeckenbiß kann immer noch gehandelt werden. Die Nebenwirkungen u.a. aufgrund der äußerst schädlichen Zusatzstoffe hat übrigens durch einen Todesfall bei einem Kind dazu geführt, daß a n g e b l i c h zu wenig Impfstoff vorhanden sein soll und Kinder zuletzt nicht mehr geimpft wurden. Warum wohl?
Die Natur mit ihren Schöpfungskräften und wir selbst haben wunderbare Indstrumente an der Hand und seit kurzem gibt es auch eine hervorragend wirksame Blütenessenz von Carola Ravi-Roy.
Eine Schutzimpfung ist daher völlig überflüssig und kann allensfalls als das letzte Mittel angesehen werden, wenn die anderen sanften und unschädlichen Methoden nicht greifen sollten. Diese Impfpraxis ist ja noch harmlos, wenn man an die heute praktizierte Mehrfachimpfung an
Babys und Kindern denkt, aber das ist ein anderes Thema.
Liebe Grüße
Rolf Schwarz

Beitrag von: rolf am 28.10.2007 | 19:01

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