2012 – die Rückkehr der gefiederten Schlange
Ein Buch wie ein Trip, der nicht mehr aufzuhören scheint, eine Reise durch das menschliche Bewusstsein und weit über seine Grenzen hinaus.
Von Eva Rosenfelder
Ein Buch wie ein Trip, der nicht mehr aufzuhören scheint, eine Reise durch das menschliche Bewusstsein und weit über seine Grenzen hinaus. Ich konnte nicht anders als teilnehmen an diesem Ringen, dieser exzessiven Suche nach der Wahrheit, der sich Kult-Autor Daniel Pinchbeck mit Leib und Seele ausliefert.
«Unser globales kapitalistisches System, das momentan die planetarischen Ressourcen verschlingt, wird sich bald zerstören: Jene aber, die ihr Herz und ihren Geist öffnen – für die wird es kein Problem geben. Alles Falsche muss sterben, damit das Echte geboren werden kann. Du stehst am Rand des Abgrunds! Was sind die Schatten, die sich um dich versammeln? Sie sind die nicht integrierten Schatten deiner Psyche, projiziert in eine materielle Gestalt. Apokalypse bedeutet Aufdecken, und in diesen letzten Uhrschlägen des Weltzeitalters muss alles aufgedeckt und offenbart werden, so dass alles bewusst werden kann.»
Nach den Prophezeiungen des alten Maya-Kalenders ist das Jahr 2012 der Übergang zu einem neuen Weltzeitalter und einer höheren Bewusstseinsform: Die gefiederte Schlange «Quetzalcoatl» kehrt zurück. In einer Vision begegnet Pinchbeck dieser archetypischen Gottesgestalt, die in verschiedenen Formen schon inkarniert gewesen sein soll: als Buddha, Zaddik, König Artus oder als Christusenergie. Ihr Gesetz ist bedingungslose Liebe. Eine Liebe, die nur in Freiheit gegeben werden kann, frei von Angst und Anhaftung.
«Die Materialität unseres jetzigen Universums ist eine Illusion der Festigkeit. Durch unsere Gedanken können wir neue Möglichkeiten und Manifestationen erschaffen und die Erde transformieren, Geist und Materie versöhnen und uns befreien aus der Zwickmühle der Versklavung an eine künstliche Zeit. So können wir eine vereinigte planetarische Kultur erschaffen, die Erde und Menschen in all ihren Manifestationen ehrt.»
So wie Pinchbeck selbst sich als hoffnungslos intellektuell und abgeschnitten von seinen Wurzeln erkennt, so ist es auch unsere Gesellschaft. Dass er in seinen psychedelischen Visionen die «gefiederte Schlange» findet, die Erde und Himmel im Urfluss zu verbinden mag, und er so die Essenz findet für seine eigene seelische Heilung, gibt Hoffnung.
Ein Aufruf, statt zu verdrängen, die Zeit bis 2012 – oder wann auch immer – zu nutzen und die vorhandene Kraft ans Licht zu heben.
Daniel Pinchbeck: 2012. Sphinx Verlag, Kreuzlingen 2006, 479 Seiten, Fr. 44.60.
