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Nr. 67 Frühling 2003
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  SPUREN Archiv Ausgabe Nr. 67 Frühling 2003
 
Umfrage - fünf Fragen zur "Wendezeit"
Wo stehen wir? Sind wir mitten in einer Wendezeit? Wir befragen vier Persönlichkeiten, die es wissen müssen.
Von SPUREN

1. Woran denken Sie, wenn Sie das Wort "Wendezeit" hören?

Reindjen Anselmi, Journalistin und mediale Autorin:

An das Ende und den Beginn von Erfahrungszyklen. Alles Leben verläuft in solchen Zyklen. Ein einzelnes Wesen ist in zahlreiche Zyklen eingebunden, beginnend bei seinen eigenen, die meist kürzere Spannen umfassen, bis hin zu den grossen kosmischen Zyklen, die Jahrmillionen umfassen können. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts gingen auf unserem Planeten zahlreiche Zyklen zu Ende.

Pyar Troll, Satsang-Lehrerin und Ärztin:

Als Erstes denke ich an das Buch von Fritjof Capra «Wendezeit», das vor zwanzig Jahren erschien und wahrscheinlich diesen Begriff erst geprägt hat. Capra ist einer der Wegbereiter einer ganzheitlichen und ökologischen Weltsicht.
Etwa fünfzehn Jahre zuvor sahen wir erstmals Bilder unseres Heimatplaneten, die aus dem All fotografiert wurden. Diese Fotos unserer schönen blauen Erde bewegen uns und können eine Änderung unserer Haltung und Einstellung bewirken. Wenn wir die Erde auf diesen Bildern betrachten, können wir sie als Einheit wahrnehmen. Wir erkennen gleichzeitig, wie klein sie ist inmitten der Unendlichkeit des Alls. Gleichzeitig kommen wir nicht umhin, die Begrenztheit dieses Lebensraums anzuerkennen und einzusehen, dass es kein ewiges Wachstum geben kann und dass Konkurrenzkampf, Krieg und Unfrieden im Kleinen und im Grossen sinnlos sind. Wir sitzen alle auf einem Planeten und sind voneinander abhängig.
Im Gegensatz zum mechanistischen Weltbild Newtons kommt Capra zu dem Ergebnis "das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" und sieht und erklärt die Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit aller Phänomene. Hier trifft er sich mit den Aussagen Buddhas, der 2500 Jahre früher die bedingte Entstehung aller Phänomene und die abhängige Existenz aller Dinge und Wesen lehrte. Die Unwissenheit darüber ist die tiefste Wurzel allen Leidens. Diese Erkenntnis ist wahrhaftig eine Wende. Es liegt an uns, sie praktisch zu leben - im Kleinen wie im Grossen.


Erich von Daeniken, Autor und Initiant des Mystery-Park:

Die Welt ist ununterbrochen im Umbruch, doch diesmal schneller als zuvor.

Claude Weiss, Astrologe und Inhaber von Astrodata:

Persönlich kommt mir dazu die Zeit von 1988 - 1993 in den Sinn, als mit Glasnost und Perestroika der Gegensatz zwischen Ost und West überwunden wurde. Astrologisch gesprochen steht dies symbolisch für die Konjunktion von Uranus und Neptun, zweier langsamer Planeten, mit einem Zyklus von 172 Jahren. Ab März 2003 kommen diese beiden Planeten in Form einer so genannten "Rezeption" wieder zusammen, indem jeder sich im Zeichen des andern aufhält (Uranus in Fische und Neptun in Wassermann). Im positiven Sinne können wir erwarten, dass eine neue Zeit, die mit der Konjunktion von Uranus und Neptun begonnen hat, in der bevorstehenden 7-jährigen Phase der Rezeption weiter Konturen annimmt.


2. Glauben Sie daran, dass wir in ein neues Zeitalter eintreten, in ein so genanntes "New Age" oder Wassermann-Zeitalter?

Reindjen Anselmi: Wie bereits angedeutet, befindet sich die Menschheit in diesen Jahren in einer Übergangsphase. Beim Zusammenfallen von Zyklen entstehen Energieverstärkungen und Öffnungen in andere Existenzebenen. Die Energien der diversen Zyklen können sich dadurch gegenseitig beeinflussen. Die höheren Seinsebenen waren noch nie so nahe der unseren wie jetzt. Im Äusseren wirkt sich das durch eine Veränderung der energetischen Struktur des Planeten aus.

Pyar Troll: Bewusstsein befindet sich immer und zu allen Zeiten in einer Evolution. Zumindest besteht immer die Möglichkeit der tieferen Bewusstwerdung. Zu allen Zeiten gab es Meister und Buddhas, die diese Möglichkeit aufzeigten, zu allen Zeiten gibt es die Möglichkeit, in Liebe und Bewusstheit zu wachsen. Das ist kein Privileg unserer Zeit. Was unsere Zeit kennzeichnet, ist, dass wir vor die Wahl gestellt sind, ob wir unser Denken und Handeln ändern wollen oder ob wir den Planeten, der unser Leben ermöglicht, zerstören.

Erich von Daeniken: Aber selbstverständlich. Das werden alle Menschen mit ihren Lebensfasern spüren.

Claude Weiss: Das Problem mit dem Begriff "Wassermann-Zeitalter" liegt darin, dass die verschiedensten Gruppen diese Bezeichnung für ihre eigenen Projektionen vereinnahmt haben. So wurde dieser Terminus schon Ende der siebziger Jahre zum Inbegriff für eine bessere Welt, in welcher das Individuelle und die Vernetzung von Gleichgesinnten mehr Bedeutung erlangen sollen als feste Strukturen und Hierarchien. Diese Vorstellungen erfüllten sich zu jener Zeit nicht, denn als Trend kamen zunächst die materialistische Yuppie-Generation und mit Ronald Reagan die Pflege konservativer Werte zum Tragen. Wenn man genauer hinschaut, haben sich allerdings in den neunziger Jahren viele Dinge durchgesetzt, die man dem Wassermann-Zeichen und -Zeitalter zuordnen kann, wie etwa Internet und statt "New Age" "New Economy". Man musste allerdings erkennen, dass auch solche Trends mit Schattenseiten behaftet sind.

3. Gibt es Ihrer Meinung nach überhaupt grosse Wendezeiten, oder sind es nicht gerade die kleinen Ereignisse, die nachhaltige Veränderungen mit sich bringen?

Reindjen Anselmi: Als nachhaltige Veränderung würde ich nur bezeichnen, was ein Weltbild auf den Kopf stellt. Heute glauben die Menschen, dass die Materie Bewusstsein erzeugt. Im kommenden Erfahrungszyklus wird der Mensch begreifen, dass es das Bewusstsein ist, das die Materie erschafft. Die Programmierungen der meisten Menschen sind zu solide, als dass kleinere Ereignisse einen solch radikalen Paradigmenwechsel bewirken würden. Es braucht mehr, um alte Programmierungen zu destabilisieren.

Pyar Troll: Die Brisanz der Weltlage, der ökologischen Lage, der ökonomischen Lage - insbesondere in den südlichen Ländern der Erde - könnte, wenn wir wach und bereit sind, wenn wir in Mitgefühl, Bewusstheit und Friedlichkeit wachsen, tatsächlich eine Wende bewirken.

Erich von Daeniken: Ich bin eher für eine grosse Wendezeit. Wir werden innerhalb eines Jahrzehnts Kontakt bekommen mit Ausserirdischen, und das wird das gesamte Denken der Menschheit radikal verändern: im politischen, philosophischen wie im religiösen Bereich.

Claude Weiss: Aus einer astrologischen Sichtweise gibt es die grossen Wendezeiten tatsächlich. Wir brauchen dazu nur auf die Zyklen zu blicken, die jeweils mit einer Uranus/Neptun-Konjunktion begannen. So finden wir ab 1478 Renaissance und Reformation. Der nächste Zyklus beginnt mit der Konjunktion von 1649, ein Jahr, in welchem sich die Engländer ihres Königs entledigen. Die Naturwissenschaften führen dann zum Zyklus der industriellen Revolution, der für die USA und Kontinentaleuropa mit der Konjunktion von 1820/21 anfängt. Jene Periode ging um 1993 mit einer neuerlichen Uranus/Neptun-Konjunktion zu Ende, um einem Zyklus des Virtuellen und der "Sichtbarmachung des Unsichtbaren" Platz zu machen. Wir stehen am Anfang dieser Phase, die bis 2165 dauert.

4. Wie halten Sie sich persönlich fit für Veränderungen?

Reindjen Anselmi: Indem ich keine Angst davor habe. Durch zahlreiche Erfahrungen habe ich in den vergangenen 15 Jahren gelernt, dass Veränderung die einzige Konstante ist. Ich habe aber gesehen, dass mir nichts passiert, was nicht zu meinem Wachstum beiträgt. Hierbei hat mir eine Verbesserung der Verbindung mit meinen inneren Bewusstseinsebenen geholfen. Die Lichtwesen in den höheren Seinsebenen begleiten uns ständig, weshalb man auch in den grössten Krisen nicht allein ist.

Pyar Troll: Ich liebe Veränderungen.

Erich von Daeniken: Mein Kopf ist frei von Vorurteilen, und ich kenne das Wörtchen "unmöglich" nicht. Ich bin zwar ein Skeptiker, doch das Positive am Skeptiker ist, dass er alles für möglich hält.

Claude Weiss: Vor allem über die permanente Beobachtung des Weltgeschehens und gesellschaftlicher Trends und indem ich versuche, diese Informationen in grössere Zusammenhänge einzuordnen. So erlebt man sich selbst als Mitgestalter von Veränderungen, statt sie als Opfer zu erfahren. Lernen, wieder in Zyklen zu denken, scheint mir überhaupt eines der Dinge, die dem westlichen Menschen abhanden gekommen sind und zu denen er wieder Zugang finden sollte.

5. Das vergangene Jahrhundert brachte vor allem der westlichen Welt enorme technische Fortschritte (Kommunikation, Verkehr usw.). Hat Ihrer Meinung nach auch in spiritueller Hinsicht eine Entwicklung stattgefunden?

Reindjen Anselmi: Bei vielen Menschen hat sich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts das Bewusstsein sehr stark erweitert. Sie haben gemerkt, dass das, was im Aussen stattfindet, eine Spiegelung dessen ist, was im Innern als Programmierung angelegt ist. Sie haben darum ihren Fokus allmählich vom Aussen abgezogen und ihn nach innen gerichtet, um vor allem durch Meditation ihre Innenwelten zu erfahren und zu erforschen.

Pyar Troll: Aussagen darüber wären spekulativ. Wichtiger als die Betrachtung vergangener Entwicklung ist, dass wir immer jetzt bereit sind, tiefer und weiter zu werden und die Einheit aller Phänomene, die Vernetztheit aller Dinge in ihrer Tiefe und Schönheit und in ihrer praktischen Konsequenz zu erkennen. Dann ist eine Wende möglich für jeden einzelnen und für alle Wesen, eine Wende, die eine Rückwendung zum Wesentlichen, zur Essenz ist - das ist die wahre Bedeutung von Religion. In dieser Wendung erscheint Staunen und Freude ob der Soheit der Dinge und Bewusstheit, Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst, im Umgang mit allen Wesen, im Umgang mit Ressourcen, im Umgang mit Mutter Erde wachsen.

Erich von Daeniken: Zweifellos. Die musste stattfinden wegen der Geschwindigkeit der Kommunikation. Wir wissen heute mehr von allem als andere Generationen. Dies hat unser Denken verändert.

Claude Weiss: Es kommt ganz darauf an, was man als "spirituell" versteht. Schliesst man auch solche Vorgänge ein wie Demokratie, weibliche Emanzipation, freier Zugang zu Informationen und Freiheit, seinen eigenen Lebensweg zu wählen, so ist das sehr wohl der Fall. Man könnte sogar argumentieren, dass erst seit dem letzten Jahrhundert jeder Mensch ohne Zwang und in Freiheit einen spirituellen Weg wählen kann, während früher der einzuschlagende Weg durch das Elternhaus, die Umgebung und die Gesellschaft vorgegeben war. Allerdings hat man den Eindruck, dass in Phasen materiellen Wachstums das Spirituelle häufig zu kurz kommt. So gesehen sollten wir uns für die Chancen spiritueller Entwicklungen in den kommenden Jahren keine Sorgen machen.
Spannen umfassen, bis hin zu


Autor: SPUREN | Profil
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