Engel im Haar
Mit ihrem Buch Engel in meinem Haar hat Lorna Byrne einen Bestseller geschrieben.
Nicht ganz überraschend, denn auch diese Tatsache wurde ihr von den Engeln vorausgesagt.
Von Eric Langner
Mitten in Irland, in Roscrea im County Tipperary, treffe ich auf die Frau, die seit dem letzten Sommer in Irland, England und nun auch in den USA und im Resten Europas für Aufsehen sorgt. Lorna Byrne reist aus dem Osten der Insel an, ich aus dem Westen. Wir haben einen Termin in einem Landgasthof vereinbart. Als ich eintreffe, wartet sie bereits auf mich. Sie lächelt mir zu und begrüsst mich mit einer herzlichen Umarmung.
Wenn jemand behauptet, Engel zu sehen, mit ihnen zu sprechen, ist die Skepsis gross. Besonders auch unter den Journalisten. Viele, die ihr mit Vorbehalt begegnet seien, hätten ihre Meinung nach dem Treffen revidiert, erzählt ihre Agentin Jean Callahan. Das erstaunt nicht, denn Lorna Byrne verfügt über eine besondere Aura. Die zierliche, kleine Frau, die fast schon mädchenhaft schüchtern wirkt, zieht einen mit einem warmherzigen Lachen und einer sympathischen Art sofort in ihren Bann.
SPUREN: Warum heisst Ihr Buch Engel in meinem Haar?
Lorna Byrne: Es gibt in meinem Leben einen ganz besonderen Engel, dessen Namen ich jedoch nicht nennen darf. Er zieht immer wieder sanft an meinen Haaren und spielt mit ihnen. Es ist eine Art liebevolle Geste, um mich zu bestärken, aber auch, um meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Mit den Jahren hat er es auch den anderen Engeln erlaubt, mit meinen Haaren zu spielen. Und das tun sie oft. Oft wollen sie mir damit ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern. Und das gelingt ihnen auch.
In Ihrem Buch erwähnen Sie immer wieder, wie humorvoll die Engel sind. Ist das die ganze Zeit über so?
Nicht immer. Sie können auch sehr ernst sein – je nachdem, welche Botschaft sie für mich haben. Aber sie verfügen wirklich über viel Humor und bringen mich und alle Menschen gerne zum Lachen. Damit wollen sie uns zeigen, wie wichtig es ist, Freude im Leben zu empfinden. Sie sind hervorragende Pantomimen. Oft ahmen sie einen Menschen nach. Und dies nicht, um ihn blosszustellen, sondern um ihn zu beruhigen oder zu bestärken.
Es könnte gerade jetzt also sein, dass die Engel hinter mir stehen und mich beim Schreiben nachahmen, um mich etwas aufzulockern?
Ja, das ist so. Tatsächlich stehen nebst Ihrem Schutzengel fünf weitere Engel hinter Ihnen. Diese sogenannten Lehrer-Engel helfen Ihnen dabei, ihre Arbeit gut zu machen. Ihr Schutzengel hat es den fünf Engeln extra erlaubt, Sie bei Ihrer Aufgabe zu unterstützen.
Sehr schön. Danken Sie ihnen von mir.
Ja, das haben sie gehört, denn es ist sehr wichtig, Danke zu sagen. Das bestärkt wiederum die Engel und gibt ihnen Energie. Es tönt vielleicht etwas merkwürdig, aber viele Engel sind arbeitslos, weil die Menschen ihre Hilfe nicht wollen und zu wenig nach ihnen fragen.
Was ist die Aufgabe der Engel?
Sie sind da, um den Menschen zu helfen. Wann immer man um Hilfe bittet, unterstützen sie uns. In erster Linie sind dies die Schutzengel. Jeder Mensch wird während seines ganzen Lebens von seinem Schutzengel begleitet. Unabhängig davon, ob er an Engel glaubt oder nicht. Und auch die Religion oder die Herkunft spielen keine Rolle. Wie Sie zurzeit selbst erleben, bekommt man je nach Situation zusätzliche Unterstützung von Engeln mit besonderen Aufgaben
Wie bekomme ich Hilfe von meinem Schutzengel?
Engel kommunizieren über die Intuition. Das kann ein Gedanke oder ein Gefühl sein. Wenn mir zum Beispiel beim Autofahren plötzlich der Gedanke kommt, links abzubiegen, ist es wahrscheinlich, dass mein Schutzengel mich lenken will. Und dies nicht, um über mich zu bestimmen. Jeder Mensch hat seinen freien Willen. Aber er möchte mir einen Hinweis geben, dass es für mich gerade besser wäre, jetzt links abzubiegen. Hinweise oder Tipps von Engeln zeigen sich immer in Form eines ersten Gefühls oder Gedankens, bevor der menschliche Anteil in uns diese zu analysieren beginnt und Zweifel aufkommen.
Was kann ich machen, um meinen Engel besser wahrzunehmen?
Das ist eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird (lacht). Und bereits diese Frage ist der erste Schritt zu einer besseren Wahrnehmung. Es braucht eine gewisse Aufmerksamkeit und Offenheit dazu – und wenn diese da sind, verbessert sich auch die Verbindung.
Sie haben gesagt, dass alle Menschen einen Schutzengel haben. Wenn Sie, wie jetzt, in einem Restaurant sitzen oder durch dicht bevölkerte Strassen gehen, sehen Sie bei allen Menschen jederzeit die Schutzengel?
Ja, aber nicht in ihrer ganzen Form. Ich sehe sie als Lichtspiralen, die sich ungefähr drei Schritte hinter den Menschen bewegen. Wenn es einen speziellen Grund gibt, zeigen sich mir die Schutzengel ganz. Die Engel, die mich begleiten, sehe ich immer in ihrer ganzen Gestalt.
Wie sehen Engel aus?
Sie zeigen sich mir in menschlicher Form, weil dies für mich einfacher ist. Auffallend ist, dass Engel immer wunderschön sind. Ich habe noch nie einen hässlichen Engel gesehen (lacht). Engel haben kein Geschlecht, sie erscheinen aber manchmal in männlicher, manchmal in weiblicher Form.
Aus welchen Gründen zeigen sich Ihnen die Schutzengel anderer Menschen in ihrer ganzen Form?
Einmal zeigte sich mir zum Beispiel der Schutzengel eines kleinen Kindes, das mit seinen Eltern vor mir in der Fussgängerzone in Dublin unterwegs war. Ich habe von ihm erfahren, dass das Kind sehr krank werde und meine Hilfe benötige. Er hat darauf eine Verbindung zu meiner Seele hergestellt. Meine Aufgabe war es dann, für dieses Kind zu beten. Dabei durfte ich allerdings nicht auf das Kind oder seine Eltern direkt zugehen, sondern ich übernahm meine Aufgabe sozusagen im Hintergrund. In den folgenden Wochen tauchte das Gesicht dieses Kindes regelmässig vor meinen Augen auf. Das war jeweils mein Zeichen, in diesem Moment für das Kind zu beten. Ich bete aber nicht nur für einzelne Personen, sondern zum Beispiel auch für Länder, die gerade schwierige Phasen durchlaufen.
Ist das nicht fast unmöglich? Sie können ja kaum für alle Notleidenden dieser Welt beten.
Nein, das kann ich wirklich nicht. Ich erhalte von den Engeln jeweils konkrete Aufträge. Diese scheinen jeweils kaum zu bewältigen zu sein. Es gibt Zeiten, da reisst es mir fast die Seele heraus angesichts des enormen Leides überall. Dann bitte auch ich meine Engel und Gott um Hilfe, um diese Aufgaben ausführen zu können. Wenn die Menschen sehen könnten, was ich sehe, würde es nicht mehr zu all dieser Gewalt und diesem Leid unter uns kommen.
Unser Leben ist ein Geschenk Gottes. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht nur aus Fleisch und Blut bestehen, sondern jeder und jede von uns über eine Seele verfügt. Es braucht noch mehr Bewusstsein, dass alles um uns herum – und dazu gehört insbesondere unser Planet – ebenfalls ein Geschenk Gottes ist. Die Erde ist ein lebendiges Wesen, das mit Achtung und Achtsamkeit behandelt werden sollte. Wenn die Menschen ihr Gewalt antun, muss sie sich immer wieder regenerieren – zum Beispiel über Naturkatastrophen. Die Botschaft der Engel ist, dass wir die Erde nicht weiter auslaugen sollen.
Artikelauszug. Lesen Sie das ganze Interview in der gedruckten Ausgabe SPUREN Nr. 92.
