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Nr. 79 Frühling 2006
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Ramesh Balsekar: Lebende Wahrheit
Er sei eine uneinnehmbare Burg des Nicht-Handelnden. So beschreiben ihn verzweifelte ournalisten. Wir trafen den Advaita-Lehrer in seinem Wohnzimmer und versuchten, seine Lehre zu hinterfragen.
Von Ingeborg Szöllösi

Nach Bombay zu fliegen, um gezielt mit Ramesh Balsekar ein Interview zu führen, war für mich nicht wirklich motivierend. Soll ich denn auch wie viele meiner Kollegen an Ramesh verzweifeln und an der uneinnehmbaren Burg des Nicht-Handelnden zerbrechen? «Wollen Sie sagen, dass ein Mensch, der immerhin durch sein Handeln jemandem Schaden zufügt, oder der Körper-Geist-Organismus, wie Sie es nennen, der es ausgeführt hat, dafür nicht verantwortlich ist? Meinen Sie buchstäblich, dass nicht ich es tue, wenn ich jetzt jemanden schlage? Könnte ich einfach nur sagen: ‚Nun, es ist Gottes Wille gewesen, dass ich das getan habe; es ist nicht mein Fehler.’? Wollen Sie wirklich behaupten, dass alles vorherbestimmt ist? Dass alles von Geburt an vorprogrammiert ist? Ist noch irgendwo ein Herz zu finden in Ihrem Konzept?» – Die Fragen sind bekannt, die seine provokante These: «Niemand tut irgendetwas, deshalb kann niemand für irgendetwas beschuldigt werden» hervorgebracht hat und die ihm Journalisten seit zwanzig Jahren stellen, seit er seine in der Advaita-Philosophie verankerten Gedanken mit einer bewundernswerten Konsequenz und Beharrlichkeit vorträgt.
Jedoch nach Bombay zu fliegen, um einen Philosophen zu erleben, der das, was er erkannt, erspürt und erschaut hat, auch wirklich tagtäglich lebt, dafür lohnt sich beides – Zeit und Flugticket …

Seine Lehre
Rameshs Lehre ist einfach und in wenigen Worten umrissen. Sie beruht auf den Worten Buddhas: «Ereignisse geschehen, Taten werden vollbracht, aber es gibt keinen individuellen Vollstrecker irgendeiner Tat.» Wer diese Worte in sich aufgenommen hat und lebt, ist «erwacht» oder anders ausgedrückt: Ihm ist das widerfahren, was viele als Erleuchtung bezeichnen, was aber Ramesh, der in seinen Satsangs die Begriffe Erleuchtung und Erwachtsein kaum verwendet, unter Selbstverwirklichung versteht.
Alles im Leben ist ein Happening, wie und warum jeder Einzelne an einem der Happenings teilnimmt, geschieht gemäss eines kosmischen Gesetzes, genannt Gott oder The Source: «The source creates it!» In jedem individuellen Ego offenbart sich dieser selbe Ursprung – und der ist Bewusstsein: «Alles, was ist, ist Bewusstsein.» Dem Individuum geschieht, was zu geschehen hat – alles ist bereits vorprogrammiert: «Niemand tut etwas, und so gibt es niemanden zu beschuldigen dafür.» Wenn ich fähig bin, den Inhalt dieses Satzes nicht nur intellektuell, sondern total zu akzeptieren, nämlich dass es keinen Handelnden gibt und alles ein Happening ist, dann ist das Ende des Leidens eingeläutet. Keine Vorwürfe, keine Beschuldigungen, keine Selbstbezichtigungen, keinen Hass, keinen Stolz, keine Eitelkeiten mehr – nichts dergleichen kann sich in mein Leben einschleichen und es stören. Das Leben darf endlich fliessen … «Let life flow!»

Das Ego und die Erleuchtung
Die Suche nach dem Absoluten – darin meinen die meisten, den Sinn ihres Lebens gefunden zu haben. Aber es ist totes Kapital, mit dem die Westler antreten. Es sind totgeborene Wünsche, die durch Rameshs Einwirken plötzlich wieder lebendig werden.
Die Menschen, die zu Ramesh kommen, haben alles erreicht, was sie erreichen wollten – in materieller Hinsicht, und sie kommen nun zu Ramesh, weil sie sich auf der spirituellen Suche befinden und Anregungen benötigen. «You were looking for money», sagt Ramesh humorvoll schmunzelnd zu einer Business-Frau aus Australien, «and now you are looking for enlightment?» – Da gibt es nur eins: «Forget about enlightment!»
Es kommt also allem Anschein nach nicht darauf an zu suchen, sondern den nächsten Augenblick zu leben. Einem verzweifelt spirituell Suchenden aus Israel, der – man sah und spürte es – händeringend nach einem Weg Ausschau hielt, um «peace of mind» zu finden, kann Ramesh nur sagen: «Nichts! Du musst gar nichts tun!» Und weil ihn wohl im selben Augenblick tiefes Mitleid für diesen Menschen durchströmte, fügte er sanft hinzu: «Und wenn du doch meinst, etwas tun zu müssen, dann versuch dich einfach zu entspannen und es dir gemütlich zu machen – trink von mir aus ein Bier oder einen Sherry – und lass die Tageserlebnisse an dir vorbeiziehen, indem du dich fragst, ob eine der Handlungen, die du meintest, sie sei ‘deine’, auch wirklich ‘deine’, d. h. ‘unter deiner Kontrolle’ war. Und du wirst herausfinden, dass es keine Handlung gibt, die du als ‘deine’ bestimmen könntest.» Aber dann – kommt schon gleich aus einer anderen Ecke des Wohnzimmers die nächste Frage – dann müssten wir uns doch erst recht bemühen, das Absolute zu ergründen? «Who cares? Wen kümmert das Absolute? Ich kann mir doch nur um mich selbst Gedanken machen – um mich, Ramesh. Ich kann nur über dieses Leben sprechen und meine Beziehung zum Leben, über nichts anderes!» Aber das Leben ist doch dem Ego verhaftet, und das will ich ja gerade loswerden. «Oh, wirklich? Aber du hast in diesem Leben nichts als dein Ego, um überhaupt einen Hauch vom Ursprung zu erahnen, warum solltest du es loswerden wollen?» Schweigen! Dass ein erwachter Meister so sehr zu seinem Ego steht, und das tagtäglich, dass er es nicht einfach loswerden möchte, wer hätte das gedacht?

Werde Supergeniesser
An all den sieben Tagen, die ich in Rameshs Wohnzimmer verbrachte, schlug dieser Satz immer wiederkehrend wie ein Blitz ein – und es lief bei allen derselbe Film ab: «Ich bin hierher gekommen, um von einem erleuchteten Mann einen Hinweis zu bekommen, wie ich mein Ego loswerde. Und nun sagt er mir, das sei unsinnig, vielmehr noch: Mein Ego sei meine einzige Chance, um den Ursprung in mir zu entdecken.» Obwohl dieser Gedanke in Rameshs Büchern oft genug steht – unser Ego ist eine Manifestation Gottes (des Ursprungs) –, tritt für einige Sekunden Stille ein, wenn der Meister sich, für jeden mit allen Sinnen wahrnehmbar, zu seinem Ego bekennt – es ist sein Leben.
Seit 20 Jahren ist dieser neunundachtzigjährige Mann jeden Morgen ab neun Uhr für jeden da, der Fragen hat. Er, dessen Lehre vom Nicht-Handeln handelt, handelt tagtäglich nach demselben Handlungsmuster … Handeln, handelt, Handlung! Ein Leben, das aus Handlungen besteht – das ist Rameshs Leben: Er entscheidet sich für Bodybuilding, macht jedoch als Sportler keine Karriere – er hatte zum Glück nicht die passende Statur. Er geht nach Oxford, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Nach dem Studium macht er Karriere bei der Bank of India und arbeitet sich zum Präsidenten hoch. Zwei Jahre nach seiner Pensionierung stösst er auf seinen Guru Nisargadatta Maharaj, der den meisten Menschen aus dem Westen durch sein Buch I am That bekannt ist. Ramesh begleitet Maharaj auf all seinen Wegen durch Indien und ins Ausland und fungiert als dessen Übersetzer. In einem der Satsangs Maharajs geschieht Rameshs Erwachen, so dass er nach dessen Tod die Nachfolge seines Lehrers antritt. Seither gibt er unermüdlich Satsangs und schreibt Bücher. Doch vor allem geniesst er das bunte Familienleben, das ihn umgibt. Für seine Enkelkinder findet er immer Zeit, und keines der Familienfeste, die jeden Monate stattfinden, will er missen.
Kein Wunder, dass viele Menschen zu Ramesh kommen – er lebt und er geniesst jeden Augenblick, der ihm vergönnt ist, vollauf. «Wisst ihr, welches der Unterschied zwischen einem Durchschnittsmenschen und einem Erwachten ist? Nehmen wir an, die beiden sitzen da und essen ihr Abendbrot. Der Durchschnittmensch wird es dauernd mit den anderen Mahlzeiten vergleichen, die er vorher zu sich genommen hat, während der Erwachte das Essen, das er gerade vor sich findet, vollauf geniesst. Für ihn ist es unvergleichlich, genauso wie jeder Augenblick unvergleichlich ist. Deshalb waren die Erwachten seit jeher nicht nur Geniesser, sondern Supergeniesser.»
Wer aber zu Ramesh kommt, um einige Tipps für eine tragende Lebensdiätetik zu erhalten im Stil aktueller Ratgeberliteratur «Sieben wertvolle Tipps zum glücklichen Leben», wird enttäuscht abziehen müssen. Denn es gibt nichts zu tun. «Ich kann nichts tun. Ich bin nicht der Handelnde. Alles geschieht.» Durch diese tiefe Einsicht habe sich sein Leben nicht verändert, meint Ramesh. Er empfinde genauso wie jeder andere Schmerz und Lust, nichts ist leichter geworden, aber alles einfacher.

Tu endlich was!
Zu Beginn meiner Indienreise, in den ersten beiden Tagen in Bombay, als ich Ramesh besuchte, konnte ich dieses «Alles geschieht!» auch so stehen lassen – ich hatte es intellektuell begriffen, mehr wollte ich auch nicht. Doch nach meiner fast dreimonatigen Südindientour, während der ich bei armen Menschen gehaust, vom Palmblatt gegessen, mit Pilgern in Tempeln gesessen und mit Sadhus gesprochen hatte, brach es aus mir heraus. Ich befand mich wieder in Rameshs Wohnzimmer und konnte mich über seine Sätze nur noch empören: «Was heisst hier – Es geschieht? Kann es denn fruchtbar sein, den Menschen gerade hier in Indien zu sagen, dass alles geschieht , dass sie sich damit abfinden sollen? – Nein, wenn ich an die Frau denke, in deren Haus ich kurz gelebt habe, die mit einem Typen verheiratet wurde, den sie nicht liebt und der den ganzen lieben Tag Arak trinkt, dann kann ich sie nur schütteln und sagen: Tu was! Ändere was! Ja, vielmehr, ich würde sämtliche Frauen hier in Indien auffordern, die verheerenden Zustände zu ändern.»
«Ja, Inge, dann mach Emanzipationsarbeit, wenn es das ist, was du tun möchtest. Du hast den totalen freien Willen zu tun, was immer du meinst, du müsstest es in diesem Augenblick tun.» «Und überhaupt – es gibt hier in Indien unverhältnismässig viele reiche Menschen, die sich einen Scheissdreck drum kümmern, wie es den Indern in den Slums der Grossstädte geht. Sie könnten genau dieses dein Konzept, Ramesh, benutzen, um sich damit schöne Tage hier auf Erden zu machen: ‚God’s will, so what?’ – Warum tust du nichts, damit dein Konzept nicht missbraucht werden kann von Menschen, die ihren Lebensabend mit einem ruhigen Gewissen verbringen wollen?»
«Dass vielleicht einige Menschen mein Konzept missbrauchen, kann ich doch nicht verhindern. Und wenn du eine Revolution anzetteln möchtest, dann tu es! Es ist immer noch Gottes Wille, dass du diese Revolution tust und Dinge änderst!» Nein, schon wieder dieses «God’s will!».
«Ramesh, wieso brauchst du Gott so fest?»
«Inge, wieso hasst du Gott so fest?»
Der Satz sass und er sitzt noch immer tief in mir drin. Ja, ich hasse ihn – ich hasse seinen Namen, weil in seinem Namen viel Unheil angerichtet worden ist. Ja, ich hasse ihn, weil er uns über Jahrhunderte daran gehindert hat, menschlich zu denken, zu fühlen und zu handeln. Ich habe ein Hühnchen zu rupfen mit diesem Gott – Ich! Ich bin es, die sich für den Menschen auf der Strasse, für den Menschen, der sich fürchtet und zittert, für den Menschen, der proklamiert und reklamiert, für den Menschen, der sich freut, lacht und liebt, entscheidet. Ich interessiere mich für das Elend, den Schmutz und den Gestank der Welt. Ihre Sehnsüchte, Lüste und Leidenschaften gehen Mich was an – und Ich schaue ihnen in die Augen. Mit hohlen Metaphern wie Gott und das Absolute kann ich mich nicht abspeisen lassen!
In Rameshs Wohnzimmer war es still geworden, ich hörte nur noch in mir mein «Glaubensbekenntnis an den Menschen» rumoren, und dann vernahm ich wieder Rameshs Stimme.
«Gott ist für mich nur ein Konzept, das ich verwende, um es den Menschen verständlich zu machen, wie ich zu meinem inneren Frieden gekommen bin. Gott ist ein Konzept. Wirf es weg, wenn es für dich nicht nützlich ist!» (Dabei lachte Ramesh herzhaft.) Es geht in unserem Leben letztlich darum, dass wir den Bewusstseinszustand, den wir hier in Indien «shanti» (peace of mind) nennen, in uns spüren. Dafür akzeptiere ich alles: Für den Mechanismus des täglichen Lebens besitze ich meinen total freien Willen, aber er ist nutzlos. Weil das, was wirklich geschieht, nicht in meiner Kontrolle liegt. Es ist Gottes Wille oder das kosmische Gesetz.»
Ich musste nun selber laut lachen – und fand es dann gleichzeitig komisch, dass ich noch vor wenigen Sekunden wie ein brodelnder Kochtopf dagesessen hatte. Gott ist ja für Ramesh nur ein Konzept! Was rege ich mich überhaupt so auf?
Trotzdem, das Problem ist noch nicht zu Ende gedacht. Wenn ein Mensch irgendwo eine Bombe zündet, zum Beispiel, weil er der Meinung ist, es leben eh zu viele Menschen auf Erden – das kann doch nicht Gottes Wille sein?
«Warum nicht? Gott hat eine Mutter Teresa erschaffen, aber auch einen Hitler und viele andere Psychopathen. Warum ist das so? Weil wir in einer dualen Welt leben: Das Gute gibt es nicht ohne das Böse. Und warum das Gottes Wille ist? Das kann ich niemals begreifen.»

Wozu lebe ich?
Es bleibt einem nichts anderes übrig, als mit dem Bösen und den Schmerzen zu leben – ist das aber nicht die Krönung des Fatalismus?
Eben nicht! Und selbst für einen Menschen, der von den «Göttern in Weiss» erfahren hat, dass ihm nicht mehr lange zu leben beschert ist; selbst einem solchen kann es helfen, die Worte in sich zu spüren: «Dein Wille geschehe!» und sich dabei zu entspannen. Ihm, der im Wohnzimmer Balsekars sass, gelingt es, mir wird es vielleicht nicht gelingen.
Es gibt nichts zu kontrollieren, es gibt im Leben nichts zu suchen, nichts zu erwarten – die Absurdität ist schreiend und von irgendeinem Gott aus einem unergründbaren Grund so gewollt. Wozu das ganze Schauspiel?
Was Ramesh tut, ist, soweit ich ihn in diesen Tagen in Bombay in seinem Wohnzimmer erleben durfte, nuancenreich: Er ereifert sich – ja, mehr noch, er regt sich auf, und dann regt er sich auch gleich wieder ab und lacht aus vollem Herzen. Er hört wie ein Kind neugierig zu, wenn der eine oder andere Suchende erzählt, was er unterwegs erlebt hat. Und manchmal, wenn sich Mitgefühl – von Liebe will er schliesslich nicht sprechen («Ramesh, liebst du uns denn nicht?» «Nein, ich versuche euch nicht zu hassen, und das ist genug!») – in ihm ausbreitet, dann gibt er einem auch einen guten Rat: «Sei gemütlich mit dir – wenn du willst, trink Bier oder meditiere. Aber sei gemütlich! Und um mit dir versöhnt zu leben, wirst du selbst irgendwann merken – und nicht weil ich es dir sage, sondern weil du es in deinem eigenen Leben so erfährst –, musst du mit deinen Mitmenschen versöhnt leben. Und um dies sein zu können, hilft dir mein Konzept: Es gibt niemanden zu beschuldigen, weil es keinen Handelnden gibt.»
Das ist hier also kein Kurs in Erleuchtung?
«Wen kümmert denn die Erleuchtung? Was erwartest du von der Erleuchtung für den Rest deines Lebens, was du nicht schon vorher gehabt hättest? Du erwartest eine Menge Unsinn, nichts davon kann je eintreffen, und du bist ewig frustriert: ‚Jetzt meditiere ich schon zwanzig Jahre, und noch immer passiert nichts!’ – Nun kannst du mich fragen: ‚Ramesh, du bist doch erleuchtet, was hast du von deiner Erleuchtung?’ Die Frage macht Sinn, meine ich. Und ich kann dir antworten: Ich bemühe mich, Lust und Schmerz zu akzeptieren und nie unversöhnt mit mir selbst zu sein, das bedeutet – versöhnt mit den anderen zu sein. Das ist alles! Das ist das Maximum, was du erreichen kannst – Shanti!»

Mit Fragen leben
Nach all dem, was ich hier geschrieben habe, wäre es für den Leser bestimmt erlösend, wenn ich aus einem tiefen Verständnis heraus sagen könnte: «Das ist es! Das Ich ist eine Illusion. Vom Ursprung her betrachtet gibt es nichts – weder eine Gesellschaft noch Kasten, weder ein Ich noch ein Du. Ja, damit kann ich gut leben!»
Einer der Journalisten, der Ramesh Balsekar vor einigen Jahren interviewt hat, meinte sogar, nach dem Interview den Sprung ins – wohin auch immer – Nichts oder Alles vollzogen zu haben und nur noch über sich und die Welt lachen zu müssen. Prima, dann sollte das so sein! Ich jedenfalls frage mich noch immer, wie Menschen mit Balsekars Gedanken umgehen und damit leben, was sie damit machen – mit dieser neuen Konditionierung, ob sie darin nicht die Legitimation sehen, für nichts mehr die Verantwortung zu übernehmen und dauernd daherzuplappern: «Das ist dein Problem, nicht meins. Das ist deine Konditionierung, nicht meine.» Sie gehen aus Rameshs Wohnzimmer hinaus, und Ramesh interessiert es scheinbar nicht weiter, was aus ihnen wird. Er hat ihnen sein Konzept präsentiert, ganz eindrücklich, immer wieder, in aller Ausdauer und Beharrlichkeit. Was sie daraus machen, kann ihn gemäss seinem Konzept nicht weiter interessieren, weil nichts in seiner und unserer Macht steht.
Die Fragen sind für mich nicht erloschen. Das ist eben – God’s will, wessen sonst? Solange Er will, werde ich mich und andere fragen. Aber ich kann darauf vertrauen, dass es aufhören wird, zu fragen, wenn es so weit ist … Und sollte es nie so weit sein, kann ich mich jetzt trotzdem einfach entspannen und ein Glas Sekt trinken. Auf Rameshs Gesundheit, auf dass er noch lange, lange leben möge! Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen! Denn ich werde gewiss bald wieder gen Indien ziehen. Wer weiss, dem Land könnte bald eine Revolution ins Haus stehen. n


Informationen: www.ramesh-balsekar.com
Bücher von Ramesh Balsekar in englischer Sprache und CDs von seinen täglichen
Satsangs erhältlich bei Singh: chhachhi@gmail.com
Bücher in deutsch sind erschienen im
Verlag J. Kamphausen.
Satsang-Termine im deutschsprachigen Raum
mit Elke von der Osten, einer Schülerin
Balsekars unter www.ost-seminar.de


Autor: Ingeborg Szöllösi | Profil
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