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Kommentare:

Super, dass "Spuren" diesem leiden Thema Platz einräumt! Es gibt überhaupt keinen Grund, die Beschneidung (mit Ausnahme der eigentlich ganz selten nötigen mit medizinischer Indikation) durchzuführen. Unglaublich, dass nicht mehr Stimmen sich dagegen wenden! Die Hintergründe sind gut recherchiert (Achtung: Phimosen beim Kind vor der Pubertät sind sehr selten und heilen meist von selbst!). Danke Claude Jaermann! Markus Scheuring, Arzt

Beitrag von: Markus Scheuring am 25.06.2010 - 5:48

Ich denke, dass die Beschneidung prähistorische Wurzeln hat und heute ein unverstandenes, dem ursprünglichen Sinn verloren gegangenes Ritual ist.
Die Aborigines hatten 5 Rituale für Männer bis ins hohe Alter. Das fängt an wenn die Jünglinge in die Wüste geschickt werden, die Mütter heulend schreiend trauern, weil ihre Söhne dem Ungeheuer zum Frass vorgeworfen werden ( symbolisiert durch das Schwirrholz ) um dann als Männer zurück zukommen. Im vergriffenen Buch "Am Anfang war der Traum" sind die Rituale beschrieben. Das Eisen im Blut ist die Verbindung zur Mutter Erde ( Geomantisches Magnetnetz ) . Damit orientieren sich z.B. Vögel wenn sie zu ihren Sommerplätzen fliegen.
Bei der ersten Beschneidung reiben sich die Jünglinge mit Blut den ganzen Körper ein. Bei der letzten Beschneidung der alten Aborigines wird der Harnleiter freigelegt, was dann wie eine Vulva aussieht, zu Ehren der Erdmutter.
Es geht nicht darum das wieder so zu machen, sondern um das Verständnis warum das so gemacht wurde um das dann in die heutige Zeit zu integrieren.
Die Männer können nun mal nicht Gebähren, trotz aller Technologie, alte Männerrituale schaffen einen Ausgleich im Schmerz.
Sonnentänze, Schwitzhütten, Berserker, das Aussetzen in der Natur über Tage ( Visionssuche ) Feuerrituale und eben Beschneidungen, Tätowierungen. Alles um dem nicht erlebbarem Geburtsschmerz der Frauen etwas gleichzusetzen. Heutzutage ist das etwas verwirrlich geworden. Frauen wollen immer mehr, ursprünglich Männern vorbehaltenen Rituale, mitmachen und immer weniger den Gebärschmerz erfahren. Unbegreiflich.
Freude und Trauer, Ekstase und Schmerz , um diese dualen, ureigensten menschlichen Gefühle wieder rituell gesellschaftsfähig zu machen, damit müssen unsere Nachfahren sich lernen zu beschäftigen.
Gruss Rolf




Beitrag von: Trommeltanz am 26.06.2010 - 20:50

Lieber Rolf: alles gut und recht - bin völlig mit Dir einverstanden. Nur: kannst Du mir erklären, wo da das Rituelle für zB ein 8 Tage altes Baby sein soll? Da ist doch nur Missbrauch und Gebrauch da. Und dass auch alte Kulturen Ihre Defizite mit Angst und Machtmissbrauch haben - bitte keine Nostalgie! Liebe Grüsse: Markus Scheuring

Beitrag von: Markus Scheuring am 26.06.2010 - 22:39

Ich bin natürlich gegen rituelle Beschneidungen. Trotzdem hat die Sache aber Vorteile für den Mann: es ist hygienischer, weil sich kein Smegma sammelt und für gewöhnlich halten beschnittene Männer beim Sex länger durch. Und ich finde, es sieht besser aus. Ich wurde als Kind beschnitten, und froh darum. Es war aber ein medizinischer Eingriff in Narkose.

Beitrag von: Amerigo am 05.07.2010 - 18:17

Bravo! Ein wirklich fundierter Artikel zur Beschneidungsdebatte. Ganz aktuell gibt es dazu einen Aufsatz des deutschen Strafrechtlers Professor (em.) Dr. Herzberg: http://www.zis-online.com/dat/artikel/2010_7-8_468.pdf
Danach sind in Deutschland religiöse Beschneidungen strafbar. Gute Informationen gibt es auf der Seite von Professor Dr. Putzke: http://www.holmputzke.de/index.php?option=com_content&view=article&id=23&Itemid=29 Es wäre gut, wenn sich diese Sichtweise endlich auch hier in Österreich durchsetzen würde!

Beitrag von: Satyr am 18.07.2010 - 0:26

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Mit-Beschneidung-gegen-HIVInfektionen/story/29883344

Studien zeigen laut den Fachleuten, dass dieser Eingriff das Risiko einer HIV-Infizierung bei heterosexuellen Männern um 60 Prozent verringern kann.

Hat also auch noch ganz andere Vorteile.

Beitrag von: Amerigo am 21.07.2010 - 3:30

@Ameringo
Das mit der Risikoreduzierung mag ja sein. Aber ob sich jemand deshalb beschneiden lässt, sollte jeder selbst entscheiden können. Bei Kindern ist die Ansteckungsgefahr jedenfalls verschwindend gering, weshalb man ruhig warten kann, bis sie so alt sind, dass die Einwilligungsfähigkeit erreicht ist. Wer nicht einwilligungsfähige Kinder beschneidet, missachtet ganz erheblich das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit.

Beitrag von: Satyr am 21.07.2010 - 7:53

@Ameringo
Übrigens, auch die WHO, die sich auf die Studien bzgl. der Ansteckungsgefahr mit HIV bezieht, wenn es um Zirkumzisionen geht, ist gegen die Beschneidung von Kindern: http://skydaddy.wordpress.com/2009/12/27/who-spricht-sich-gegen-beschneidung-von-sauglingen-und-kindern-aus Man sollte also dringend differenzieren zwischen Erwachsenen und Kindern.

Beitrag von: Satyr am 21.07.2010 - 19:19

@Satyr: Habe ich ja in meinem ersten Kommentar schon geschrieben, dass es keine Beschneidungen ohne Narkose geben sollte. Zudem erfolgt der Eingriff beim Kind problemlos, beim Erwachsenen nicht mehr. Ich find's weiterhin super, und der Artikel ist einseitig kontra.

Beitrag von: Amerigo am 22.07.2010 - 1:56

@Ameringo
Jede OP hat ein Komplikationsrisiko, ganz zu schweigen vom Risiko eines Behandlungsfehlers. Das ist auch bei OPs an Kindern so. Warum sollte man das Komplikations- oder Behandlungsfehlerrisiko eines medizinisch nicht indizierten Eingriffs einem Kind aufbürden? Was dabei herauskommt, ist etwa hier zu lesen: http://www.laek-rlp.de/aerzteservice/fortbildung/fallbeispiele/2229219d8b071db01.php
Außerdem ist die Sache mit der Narkose ganz und gar nicht "problemlos", denn auch dabei gibt es ein Komplikationsrisiko, und die Auswirkungen von Narkotika auf einen kindlichen Körper darf man auch nicht einfach ignorieren.
Das einzige, was bei einem Kind möglicherweise problemloser vonstatten geht, ist der Heilungsprozess. Das aber gilt auch für die Herausnahme der Mandeln oder des Blinddarms. Beide Eingriffe sind heute nicht weniger eingriffsintensiv als eine Zirkumzision. Aber niemand käme auf die Idee, dies bei Kindern prophylaktisch zuzulassen. Und warum nicht? Weil es medizinisch nicht indiziert ist und das Kind darüber später gefälligst selbst entscheiden soll. Es leuchtet nicht ein, warum das bei einer medizinisch nicht notwendigen Zirkumzision anders sein sollte.

Beitrag von: Satyr am 22.07.2010 - 7:32

@Ameringo: Dass es aus medizinischer Sicht ganz einfach keinen Grund gibt, ein Kind zu circumzidieren ausser bei einer Phimose mit Symtomen: das ist (es spricht der Schulmediziner) nun einfach eine Tatsache, sorry! Die angebliche Carzinom-Reduktion beim Erwachsenen ist so klar nicht - andere kulturelle Tatsachen (zB die grosse lokale Hygiene der Moslem) könnten auch einen Einfluss haben (und: nur wer eine Studie selbst gefälscht hat, kann diese beurteilen...). Im Hintergrund bleibt als einzige Indikation: Macht + Aufbau einer Gruppenabhängigkeit. Doch: "sie wissen nicht (mehr), was sie tun", deshalb keine Vorwürfe doch viel Geduld nötig. Grüesli - Markus Scheuring, Arzt

Beitrag von: Markus Scheuring am 22.07.2010 - 19:19

Lieber Claude!
Danke für diesen Artikel. Ich empfinde alleine die Tatsache, dass ein solch delikates Thema in diesem Rahmen angesprochen und so ins Bewusstsein gebracht wird, eine Wohltat. Denn erst ab diesem Zeitpunkt wird es möglich sich in Zukunft -dafür oder dagegen- zu positionieren und sich um Heilung zu bemühen, wenn der Eingriff ein traumatisierende Auswirkung hatte. Einer derartigen Auswirkung bin ich im Verlauf meiner Arbeit am Penis-Projekt (www.penis-projekt.ch) doch einige Male begegnet und mir selber käme es nicht im Traum in den Sinn einen Sohn beschneiden zu lassen.
Natalie Uhlmann

Beitrag von: Natalie Uhlman am 24.07.2010 - 22:43

Ausgezeichneter Beitrag! Ich gehöre zu denjenigen, die als Kind unter Schmerzen, gegen meinen Willen und unter dem Vorwand religiöser Pflicht genitalverstümmelt wurden. Meinen Eltern mache ich daraus keinen Vorwurf, weil sie als Gläubige es nicht besser wussten. Heute, 40 Jahre später, bereuen sie es, weil sie sehen, wie ihr Sohn darunter leidet.
Ich bin dankbar, daß das Thema jetzt öffentlich diskutiert wird und hoffe, daß die Debatte darin endet, daß sich die Meinung von Professor Dr. Putzke (Professor für Strafrecht) durchsetzt. Er hat Pionierarbeit geleistet, weil er als erster den Mut hatte, das zu schreiben, was die Genitalverstümmelung bei Jungen ist: eine Straftat!
Inzwischen steht er nicht mehr alleine da: Prof. Dr. Herzberg, Prof. Dr. Jerouscheck, Prof. Dr. Schroeder, Prof. Dr. Schroth, Prof. Dr. Sternberg-Lieben, Prof. Dr. Stehr, Prof. Dr. Dietz, Prof. Dr. Zöller, Pof. Dr. Coester - das sind nur einige prominente Persönlichkeiten und Wissenschaftler, die sagen, daß religiöse Beschneidungen an Jungen strafbar sind.
Bezeichnend ist, daß die Befürworter von Beschneidungen wahrscheinlich meistens selbst beschnitten sind (z.B. Kyrill-A. Schwarz und Bijan Fateh-Moghadam; erwähnt im Beitrag von Prof. Dr. Herzberg). Vielleicht haben sie auch schon Kinder, die sie an ihren Genitalien verstümmelt haben und suchen sich vor Bestrafung zu schützen. Wenn so jemand einen Beitrag schreibt, der die Beschneidung von Jungen gutheißt, dann steht von vornherein das Ergebnis der "Untersuchung" fest. So ein Beitrag ist nichts wert, weil die Verfasser befangen sind.
Hier übrigens noch der interessante Aufsatz von Stehr/Putzke/Dietz aus dem Deutschen Ärzteblatt:
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=61273

Beitrag von: Ringo am 07.08.2010 - 23:36

Als Juristin hat mich bisher nur die juristische Sicht interessiert. Ich war entsetzt über den Aufsatz von Fathie-Moghadam (mit Sicherheit ist er beschnitten!). Wie kann man nur die Beschneidung von Jungen so bagatellisieren. Er macht sich mitschuldig am tausendfachen Leid! Froh war ich über die Erwiderung von R. Herzberg in der Zeitschrift ZIS. Er hat Fathie-Moghadam überzeugend widerlegt (manche würden sogar sagen: ihm kräftig den Hintern versohlt...). R. Herzbergs Aufsatz hat mich dann zu diesem eindrucksvollen Text geführt. Toll dass auf ihn R. Herzberg in seinem juristischen Aufsatz verweist! Die juristische Sicht ist die eine, das tausendfache menschliche Leid von an den Genitalien verstümmelten Jungen die andere Seite. Der Jurist muss objektiv sein und darf sich dadurch nicht beeindrucken lassen. Bei Fathie-Moghadam merkt man in jeder Silbe, dass er nicht objektiv ist. Damit hat er gezeigt, dass er kein guter Wissenschaftler ist. Ein guter Wissenschaftler muss ethisch sein! Genitalverstümmelung an kleiner wehrlosen Jungen ist zutiefst unethisch!

Beitrag von: Maria am 08.08.2010 - 8:49

Da wird einem ja echt schlecht vom dem ganzen Gejammer hier! Als Moslem muss man beschnitten sein. Basta! Das ist Pflicht. Das muss auch wehtun. Nur wenns wehtut wird man ein richtiger Mann. Mein Sohne wird klar beschnitten. Klar hat er angst und es wird richtig wehtun. Bei mir hats auch wehgetan. Nachher wird gefeiert. Er ist der König und es gibt Geschenke. Da ist ihm der Schmerz scheißegal.

Beitrag von: turkey am 08.08.2010 - 9:26

@turkey

Beitrag von: Satyr am 08.08.2010 - 21:13

@turkey: Genau vor solchen Leuten wie Ihnen muss man die Kinder schützen! Es ist schon schlimm genug, wenn Kindern unter dem Vorwand religiös-traditioneller Pflichthörigkeit Schmerzen zugefügt werden. Noch schlimmer ist es, wenn diese Schmerzen bewusst zugefügt werden. Von Juden habe ich diesen Blödsinn auch schon gehört: "Ohne Schmerzen kein Bund mit Gott." Was für ein toller Gott muss das sein, der seinen Geschöpfen Leiden abverlangt ...

Beitrag von: Satyr am 08.08.2010 - 21:21

Nun, wenn Schmerz einen richtigen Mann oder wenigstens einen richtigen Moslem aus einem macht, dann verstehe ich nicht, wie man da auf halbem Wege stehenbleiben kann. Wenn ein richtiger Moslem 3 Söhne hat, dann ist sein Schmerz schon viele Jahre vorbei und er schaut immer wieder nur zu. Sind das richtige Männer und richtige Moslems, die 1mal selbst Schmerz empfinden, um dann ein leben lang ix-mal anderen Schmerz zuzufügen und dabei zuzuschauen???
Wenn der Schmerz schon zum obersten Gott gemacht und über Allah gestellt wird, dann doch bitte mannhaft: Jedesmal, wenn er einem Kind was wegschneidet, müsste sich der Schmerzanbeter zweimal selbst etwas wegschneiden, wenn er mit dieser "Theologie" ernstgenommen werden will. Wenn ihm dann jemand eine Tüte Gummibärchen schenkt, ob er sie mag oder nicht, gibt das sicher eine schöne Feier.
Nur also nicht schüchtern nach hinten wegdrängeln und die Kinder nach vorne schieben!
Wer sich als Vater nicht traut, was ihm angeblich als Kind so gut getan hat, seinen Kindern immer wieder so vorzumachen, dass sie erkennen, wie gut es ihm tut, und es deshalb gerne nachahmen, könnte am Ende für einen Feigling und primitiven Voyeur gehalten werden.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

Beitrag von: FranzJosefNeffe am 09.09.2010 - 16:15

@turkey
Hey muss voll krass weh tun oda?
Sonnst bist kein echt krasser richtiga Mann oda?
Äy bist nur echt krass richtiger Mann wenns Dir was von Deinem wichtigstem Teil abschneiden oda?
Wie blöd bist Du eigentlich?
Wenn das Mann-werden für Dich mit Schmerzaushalten können zu tun hat dann gibt es auch andere Möglichkeiten als die eigenen Kinder zu VERSTÜMMELN und sie ein Leben lang
DAS GANZE LEBEN LANG!
mit diesem Trauma und dieser KÖRPERLICHEN UND SEELISCHEN BEHINDERUNG zu belasten!
Und jetzt komm mir nicht mit Mosslem ey!
Bin auch einer.
Les doch mal den Koran von Vorne bis ganz Hinten.
Hast Du ihn schon mal ganz durchgelesen?
Du wirst da nichts finden, was Dich dazu berechtigt oder ermutigt Deine eigenen Kinder zu VERSTÜMMELN!

Das ist nur Dein eigenes Trauma, das Du da weitergibst!

ALLAH ist groß!
Frag ihn!
ALLAH sei mit Dir und deiner Familie!

Beitrag von: Feyadrommla am 14.09.2010 - 1:17
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