Im Indochine, der Zürcher Version der legendären Pariser Buddha Bar, stellte DJ Ravin, ein hübscher Inder, der in Frankreichs Hauptstadt lebt, seine neuste CD Siddharta Vol. 2 vor: Chill out und Trance mit Elementen aus der Ethno- und Medimusik vom Feinsten.
Als Ziehsohn von Claude Challe, der die Serie begründete, zeichnete Ravin bereits verantwortlich für Buddha Bar Vol. 3, und auch Buddha Bar in sechster Auflage, eine CD, die soeben erschienen ist, trägt sein Gütesiegel: spiritueller Trance-Chill-out sozusagen.
Ravin, auf Ihren CDs fallen Songs und Interpreten aus der spirituellen Musikszene auf. Haben Sie persönlich eine spirituelle Praxis?
Nein, ich persönlich nicht; ich bin auf Mauritius aufgewachsen und hinduistisch erzogen worden. Ich bin auch kein Buddhist, obwohl alles Buddhistische derzeit sehr «in» ist. Wenn ich für meine Musik nach Indien reise, dann besuche ich Tempel und gehe im Ganges baden, doch das tue ich einfach für mich, ohne rituelle Praxis. Musik ist mein ganzes Leben, meine Religion.
Kennen Sie die Interpreten persönlich, und wie finden Sie die Stücke?
Ja, ich kenne die Interpreten persönlich, das ist für mich sehr wichtig. Um CDs zu machen, muss ich mich auf einem breiten musikalischen Feld auskennen. Ich bitte Musiker und Produzenten, mir exklusive Stücke zuzusenden. Diese bearbeite ich, sende sie zurück, und daraus entsteht der Kontakt. In letzter Zeit halte ich vermehrt nach unbekannten Talenten in der Musikszene Ausschau.
Gibt es, bevor Sie eine neue CD konzipieren, so etwas wie eine Atmosphäre oder eine Vision, die Sie leitet?
Die Atmosphäre ist sehr wichtig. Ich erzähle mit der Musik ja eine Geschichte, um die Hörer auf eine Reise zu schicken. Die Menschen brauchen die Musik als Kommunikationsmittel. Montagen oder Collagen gibt es bei mir nicht. Am liebsten habe ich auf meinen CDs unbekannte, unveröffentlichte Stücke. Die Geschichte kommt während des Improvisierens und des Spielens mit der musikalischen Sensibilität.
Wann haben Sie als DJ angefangen?
Mit 16, in kleinen Plattenläden, da habe ich mich und die Musikwelt entdeckt, und mit 18 Jahren habe ich dann als DJ auf privaten Partys angefangen, weil ich selber nicht gerne tanze, aber die Leute gerne zum Tanzen bringe. Später legte ich dann für grössere Partys in Paris und London auf.
Und wie kamen Sie zur Pariser Buddha Bar?
Da hatte ich viel Glück! Im Bain Douche in Paris hatte ich bereits mit Claude Challe zusammengearbeitet. Irgendwann hat er mich aufgefordert, etwas für sein neues Lokal, die Buddha Bar, zu kreieren. Ich habe ihm dann eine Probe-CD zusammengestellt, und 24 Stunden später hat er mich angerufen und gesagt: «Genial, von nun an bist du dabei.» Das war vor sieben Jahren. Später habe ich unter meinem Namen die Siddharta-CDs gemacht, um meinen eigenen Stil zu prägen, denn heute hat es mir zu viele CDs unter dem Namen Buddha Bar.
Bald werde ich meine eigene CD-Reihe produzieren. Die Serie wird voraussichtlich «Bouquet des fleurs» heissen, denn ich will die Menschen mit einem Blumenstrauss beglücken. Ich bin der Gärtner, der die verschiedenen Blumen pflückt und sie den Hörern als bunten Strauss überreicht.
Erschienen in SPUREN - Magazin für neues Bewusstsein Nr. 71 Frühling 2004
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