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André van der Braak
 

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  Edition SPUREN Buch-Auszug
 
Liegestütz zur Erleuchtung
André van der Braak
Andrew Cohen kam aus Asien und brachte das Feuer der Erleuchtung. Im Westen strömten ihm die Sucher in Scharen zu. Der junge Niederländer André van der Braak liess eine Karriere als Informatiker sausen und schloss sich Cohens «spiritueller Revolution» an. Doch als der große Durchbruch auf sich warten liess, wurde die Gangart härter. Die fröhliche Gemeinschaft mutierte zum eingeschworenen Kult um einen zunehmend autoritären Führer. Dieser Rückblick auf elf Jahre Schülerschaft zeigt die Wirklichkeit hinter dem smarten Lächeln eines charismatischen Saubermanns. Das Buch führt vor Augen, was hinter Ken Wilbers zweifelhaftem Lob steht, Andrew Cohen sei «kein netter Junge, sondern ein grober Bursche».
Aus dem Englischen übersetzt von Oliver Fehn
234 Seiten, kartoniert, Euro 19.–/SFr. 29.–, ISBN 3-033-00037-1

«Plichtlektüre für jeden, der den Reiz, aber auch die Fallstricke verstehen will, die einen erwarten, wenn man in der Hoffnung, die Welt auf spirituelle Weise verändern zu können, die eigene Urteilskraft in die Hände einer solchen Autorität legt».
Stephen Batchelor (Buddhismus für Ungläubige)

Buchauszug

Rishikesh 1998: die Züchtigung der Frauen

Andrew hatte schon immer seine Zweifel, ob Frauen in der Lage seien, seine Lehre in die Praxis umzusetzen. Im Jahre 1989 diagnostizierte er ihnen eine Art von tief verwurzeltem Widerstand, wie er in der Männerwelt unbekannt sei. 1992 kam er dann mit irgendeiner Theorie über die «Konditionierung der Frau» daher. Demnach verfügen Frauen auf Grund von jahrtausendealten, festgefahrenen Konditionierungen über einen tief verwurzelten Überlebenstrieb, der sie davon abhält, ihre persönliche Sichtweise gegen eine überpersönliche Sichtweise einzutauschen. Andrews Schülerinnen werden geringer geschätzt als seine männlichen Schüler, sie gelten als unfähig, es den Männern gleichzutun und gemeinsam zu einer überpersönlichen Sichtweise zu finden. So jedenfalls kommt es mir vor. Im Jahre 1997 versucht Andrew, den Druck auf seine weiblichen Schüler zu verstärken. Er meint, Frauen seien nicht objektiv genug, sie seien zu emotional und auch zu persönlich. Die Sache beginnt mit einer Art Ehekrach zwischen Andrew und dessen Frau Alka. Andrew findet, sie unterwerfe sich ihm nicht. Schließlich schickt er sie zusammen mit ein paar fortgeschrittenen Schülerinnen in einen Retreat. Andrew konfrontiert die Frauen mit ihrer Neigung, ständig auf Bestätigung von männlicher Seite aus zu sein. Er sagt, sie seien weniger an der Wahrheit interessiert als daran, sich fortwährend bestätigen zu lassen, und dass sie ihre wahren Vorzüge - Sexualität und Dienstbarkeit - dazu missbrauchten, sich die Männer zu kaufen, und dies nur, um sich der eigenen Person nicht stellen zu müssen.
Andrews hohes Interesse an der Konditionierung der Frau wird in der Gemeinschaft zunehmend zum Hauptthema. Während des Retreats in Rishikesh im Jahre 1998 erreicht der Druck, den er auf die Frauen ausübt, seinen Höhepunkt. Bei einem Gruppen-Meeting am ersten Retreat-Tag bietet er seinen weiblichen Schülern einen Vorgeschmack auf das, was noch auf sie zukommt. Er sagt, als er angefangen habe zu lehren, sei er der Überzeugung gewesen, Frauen würden auf dem spirituellen Pfad leichter vorankommen als Männer. Sie seien ihrer Gefühlsebene viel näher und sie seien auch nicht zu stolz, so etwas wie Verzückung ganz offen zu zeigen; sie könnten sich leichter hingeben und seien zu tieferer Liebe fähig. Dann aber lässt er sein meckerndes Gelächter ertönen, das in aller Regel einer drastischen Bemerkung vorausgeht.
«Im Lauf der Jahre ist mir eins klar geworden: Wenn es darum geht, echte Nähe zu entwickeln, die über das Gefühl und über emotionale Zuneigung hinausreicht, kann man von Frauen nichts anderes erwarten als ein großes N e i n!»
Diese Worte schreit er hinaus, dann berichtet er mit grimmigem Gesichtsausdruck, dass er auch bei seinen Meetings mit den Frauen in dem Sangha immer öfter auf dieses große Nein stoße. Plötzlich, so sagt er, sei da eine Mauer aus Angst und Aggression entstanden, ohne dass er wisse, woher die komme. Er könne das nicht verstehen. Er habe stets geglaubt, Frauen hätten ein schwächer ausgeprägtes Ego als Männer, sie seien weit mehr dazu bereit, anderen zu dienen, und seien viel großherziger.
«Aber ich habe erkannt: Genau dieser Punkt ist es, wo ihre Egos sich verschanzen. Der Ort, zu dem sie Zuflucht nehmen.»
Er macht eine Pause. Meine Gedanken schweifen ab, und ich muss daran denken, was letzte Nacht passiert ist. Clara, eine von Andrews Langzeitschülerinnen, hatte sich darüber beschwert, dass es in der Küche so viel zu tun gebe und sie kaum mehr freie Zeit habe. Als Andrew davon erfuhr, wurde er wütend. «Die kenn ich doch!», schrie er. «Die jammert die ganze Zeit bloß rum!» Er beauftragte die anderen Frauen damit, Claras Bettzeug und ihre persönlichen Siebensachen aus dem Fenster zu werfen. Als Clara in jener Nacht von ihrem Küchendienst zurückkam, musste sie feststellen, dass sie obdachlos geworden war.
Es wird noch stiller im Raum. Jeder fühlt sich jetzt unbehaglich, einschließlich der Männer. Dann beugt Andrew sich nach vorne und sagt in beinahe vertraulichem Tonfall: «Frauen bereitet es viel mehr Schwierigkeiten, zueinander zu finden. Und einander zu vertrauen. Ihr Ego ist sehr viel tückischer. Klar, sie können auf privater Ebene befreundet sein, können auch sehr offen zueinander sein, aber auf überpersönliche Weise zueinander finden, das scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser! Dann setzt ihr Konkurrenzdenken ein, dann werden sie gemein gegeneinander und reißen sich gegenseitig in Stücke!»
Wieder erhebt mein Zweifel sein störrisches Haupt. Vor ein paar Tagen hat Andrew alle weiblichen Schüler dazu aufgerufen, ein Bad im kalten Ganges zu nehmen, wohl als eine Art rituelles Bußwerk. Eine der Frauen litt gerade an einer Gehirnerschütterung und fragte die Sangha-Ärztin, ob es nicht gefährlich sein könnte, in diesem Zustand im kalten Wasser zu baden. Obwohl diese Schülerin als Medizinerin sehr wohl wusste, dass die Sache nicht ganz risikolos war, musste ausnahmslos jede baden gehen. «Ist das die eigentliche Bedeutung von Überpersönlichkeit?», fragt mein Zweifel. «Dass nichts persönlich ist und deshalb alles erlaubt, nur um bei anderen eine Veränderung zu bewirken? Dass individuelle Gefühle einfach vernachlässigt werden können? Dass alles legitim ist, solange wir nur auf unsere Egos schießen und nicht aufeinander?» Ich versuche, den Zweifel fortzuscheuchen. Das hat doch nichts mit Bösartigkeit zu tun, sondern mit Mitgefühl. Mitgefühl hat viele Gesichter, nicht nur dieses rührselige, mit dem wir vertraut sind. Alles ist entweder schwarz oder weiß, und dieses ganze Geschwätz über Gehirnerschütterungen und die Gefahr des kalten Wassers war vermutlich total übertrieben.
Mit seinem letzten Satz hat Andrew inzwischen die Bombe platzen lassen, und nun fühlt einer der Männer sich genötigt, ihn ein wenig zu bremsen.
«Aber ist das Konkurrenzdenken bei Männern eigentlich nicht weit ausgeprägter als bei Frauen?»
Andrew nickt. Ja, sagt er, in ihrer eigenen Welt, am Arbeitsplatz, auf oberflächlicher Ebene, dort sei das Konkurrenzdenken bei Männern tatsächlich viel ausgeprägter. Aber wenn sie diese Hürde mal genommen hätten, könnten sie wirklich die Gabe entwickeln, zueinander zu finden. Wirklich aufrichtig zu sein. Die meisten Frauen seien niemals aufrichtig, weder zu sich noch zu anderen. «Das wäre viel zu riskant», sagt er. «Sie glauben, Aufrichtigkeit würde buchstäblich ihr Ende bedeuten.»
Dann seufzt Andrew, als habe man ihn da vor eine unlösbare Aufgabe gestellt.
«Ich hab es zu lange schleifen lassen, aber jetzt bin ich fest entschlossen, es mit der Konditionierung der Frau aufzunehmen. Ich möchte, dass ihr alle (und dabei beugt er sich nach vorne, in Richtung der Frauen) eure tief sitzende biologische Programmierung und eure kulturabhängige Vorstellung dessen, wie und was eine Frau zu sein hat, aus eurem Leben tilgt. Zu welchem Preis das geschieht, ist mir egal. Und das ist mir ernst. Es könnte durchaus bedeuten, dass ihr mir alle davonlauft und ich irgendwann nur noch männliche Schüler habe.»
Schweigen. Einige der Männer blicken einander mit besorgten Gesichtern an. Die Frauen sitzen gesenkten Blickes da, zutiefst betroffen, keine weiß, was sie sagen oder tun soll. Dann bricht Andrew das Schweigen. Er sagt zu den Frauen: «Ich kann bei euch überhaupt keine Reaktion erkennen. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll, um zu euch vorzudringen. Warum steht ihr nicht geschlossen auf und trefft euch zu einem Meeting? Ich will, dass ihr irgendeine Reaktion zeigt.»
Eine hinter der anderen verlassen die Frauen den Saal. Als sie gegangen sind, wendet Andrew sich an uns, seine männlichen Schüler. In vertraulichem Tonfall schildert er uns, was für einen Frust er wegen der Frauen habe. Sie würden's einfach nicht packen. Er bittet uns um Solidarität. Wir Männer müssten zusammenhalten bei jenem epochalen Kampf gegen eine tief verwurzelte, archetypische Prägung. «Keiner hat sich da bisher rangewagt», sagt Andrew. Er erklärt uns, Frauen würden hauptsächlich nur nach Bestätigung suchen; sie wollten stets das Gefühl haben, im Grunde ganz okay zu sein. Er warnt uns davor, auf ihre Tücke hereinzufallen, und bittet uns, ihnen die Bestätigung zu verweigern, auf die sie so erpicht sind. Er gibt uns den Rat, mit ihnen äußerst förmlich umzugehen, ihnen zum Beispiel kein Lächeln zu schenken oder das Gefühl zu vermitteln, alles sei okay. Und wir versichern Andrew, ihm in diesem Krieg gegen die Konditionierung der Frau zur Seite zu stehen, komme, was da wolle.
Im Laufe des Retreats eskalieren Andrews Maßnahmen gegen die Frauen. Bei Gruppen-Meetings demütigt er sie vor den anderen, er nörgelt an ihnen herum, schreit sie an. Er will eine Reaktion von ihnen sehen, eine Geste. Er verbietet den Frauen sogar, sich zu entschuldigen, da dies ihre arteigene Reaktion sei, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Als einige Frauen den Fauxpas begehen, sich zu entschuldigen, werden sie vom Retreat ausgeschlossen. Sie ziehen in einen benachbarten Yoga-Ashram.
Während eines Sangha-Meetings führt Andrew mit einigen fortgeschrittenen Schülern ein kleines Theaterstück auf. Dabei sitzen alle im Kreis und spielen nach, wie es ihrer Meinung nach in den Frauen-Meetings so zugeht, um die Frauen damit noch lächerlicher zu machen. Sie werden völlig zur Verzweiflung gebracht. Andrew schlägt vor, wir Männer sollten innerhalb des Sangha sämtliche Beziehungen zu ihnen abbrechen, damit sie sich allein überlassen sind. Einigen Männern bereitet dies Schwierigkeiten, vor allem einem niederländischen Schüler, der ein Kind hat. Wir nennen ihn deshalb spießig und hacken pausenlos auf ihm herum. Schließlich kommt es aber doch nicht zu einem Abbruch sämtlicher Beziehungen.
«Warum springt Andrew so grob mit den Frauen um?», fragt mich der Zweifel. «Kann es nicht sein, dass dahinter das gestörte Verhältnis zu seiner Mutter steckt? Seine Mutter hat ihn im Stich gelassen und erst vor ein paar Monaten ein äußerst kritisches Buch über ihn veröffentlicht The Mother of God. Ihr Bericht über das Leben in Andrews Gemeinschaft liest sich wie eine Horrorstory. Als es erschien, war Andrew sehr wütend und traf sich mit seinen Schülern in Foxhollow zu langen Meetings, bei denen er das Buch durch den Kakao zog und ganze Passagen daraus vorlas, um zu beweisen, wie ausgesprochen lächerlich und weit hergeholt der Inhalt sei. Kann es sein, dass Andrew den Groll, den er gegen seine Mutter hegt, inzwischen auf seine weiblichen Schüler überträgt?»


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Kommentare:

Ich denke, woran es bei Andrew Cohen mangelt, ist die rechte innere Unterscheidung. So will er seinen Schülern eine bestimmte Verhaltensweise vorgeben, um se zur Erleuchtung zu führen. Nun ist es aber so, dass das Verhalten einzelner Erleuchteter sehr unterschiedlich ist, unterschiedlicher als das von Menschen im allgemeinen. Das liegt daran, dass im Zustand der Erleuchtung die Individualität des Menschen, der sich von den einengenden Selbstbildern befreit hat, erst richtig zur Entfaltung gelangt. So sagte Nisargadatta von sich selber, dass er nicht wisse, wie er sich in bestimmten Lebenssituationen verhalten werde. So überrascht sich die befreite Seele selber, mit all dem, was sie tut und was sie lässt, von Augenblick zu Augenblick.

Andrew dagegen will einen Erleuchtungsstandard für seine Schüler schaffen, was das genaue Gegenteil von dem ist, was es zu verwirklichen gilt.

Dabei meint Andrew, negative Eigenschaften in seinen Schülern zu sehen, die er um jeden Preis ausrotten möchte. So ertappt er sie bei Verhaltensweisen, die von Stolz, von Selbstbezogenheit zeugen. Das, so meint Andrew, sei der Erzfeind der Erleuchtung, die reine Selbstlosigkeit sei. So fordert er nun seine Schüler auf, der Selbstbezogenheit den Kampf anzusagen.

Doch ist das genau der falsche Weg. Die Selbstbezogenheit rührt von dem illusionären Ich her, das etwas für sich haben, etwas für sich sein will. Die Aufforderung, die Selbstbezogenheit zu beseitigen, ist damit ein Appell an das Ich, das Ich auszurotten. Ein auswegloses Unterfangen ist das, dem Menschen gleich, der sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen will, dabei, in seinen Strampelübungen, noch tiefer in den Sumpf versinkt................................

Martin
www.satsa.de

Es geht weiter auf

http://www.satsang-worldwide.info/forum/

Advaita Lehrer unter sich



31.10.2004 - 20:02 | Martin Erdmann | Profil

Hat Andrew Cohen recht ?

Andrew Cohen hat viele wunderbare Bücher geschrieben.
Dafür danke ich Andrew Cohen an dieser Stelle.

Andrew Cohen hat eine spirituelle Zeitschrift gegründet und aufrechterhalten, die die aktuelle Verstandesdiskussion der Menschen gut reflektiert.
Dafür danke ich Andrew Cohen an dieser Stelle.

Andrew Cohen hat tatsächlich in seinem Lehren den Punkt der kollektiven Illusion der Menschheit gefunden und konfrontiert.

Die Menschen die zu Andrew Cohen kommen suchen IM GURUkontext einen möglichst antiautoritären Lehrer. Genau das IST Andrew Cohen. Dabei muß man bedenken, das der Gurukontext äußerst autoritär IST. In der Krise entscheidet nur der äußere Guru und dieser Fokus hat genau die Aufgabe diese bestimmten weiblichen Konditionierungen der äußeren Anerkennung zu zerstören.
Die Konditionierung der sozialen Anerkennung gehört zur weiblichen Energie und nicht zu Männern oder Frauen an sich.
In Rischikesch hat nun ein komplexes Rollenspiel stattgefunden indem Andrew Cohen von seiner Gruppe durch die christlichen Konditionierungen hindurch auf eine neue Ebene gehoben wurde.

Der Fehler liegt nicht in Andrew Cohen, sondern in dem veralteten Gurubegriff als Methode.
Der Guru MUSS geistig verstanden werden und nicht äußerlich.

Andrew Cohen ist christlich-unschuldig in diese Rolle des Guru getappt und hatte in Rischikesch die Wahl, seine Gruppe aufzulösen wie es Krischnamurti auch getan hatte, oder mit der Gruppe zu verschmelzen. Er hat sich für die Verschmelzung entschieden.

Der Begriff des äußeren Guru ist DIE Illusion Indiens, die Indien seit 10000 in Aphatie hält.
Diese Illusion ist durch das Symbol Andrew Cohen in Rischikesch1998 zerstört.

Auch über gefallene Propheten richtet nur der Herr (die unsichtbare Gegenwart). Gewiss ist Anrdew Cohen ein Prophet. Ob Andrew Cohen gefallen ist, muß jeder in sich und für sich selbst entscheiden.

23.02.2005 - 16:10 | Rowena | Profil

hallo

habe den artikel gerade gelesen.
da ich selber eine frau (!) bin, sehe ich schon auch wahrheiten, jedoch nicht alles. irgendwann (zeit spielt keine rolle) wird einem wider klar das es zwar anatomisch mann und frau gibt, jedoch spielt für das herz dies keine rolle mehr.

wenn man ist, ist man --mann / frau ---wurscht!
frag sich ja nun auch--- ist das unser spiegel?
oder spricht herr cohen von sich selber (die konditionierung der frau)?
ach da könnte man nun genug ausschweifen.

für mich wäre dieser "ashram" nix---- einende gedanke sprechen mein herz an.
grüße aus dem ösiland
simone


03.07.2005 - 1:04 | simone | Profil

Ich bin gerade hier auf diesen Artikel gestoßen, möchte aber trotzdem noch meine Ansicht zum Thema kundtun. : ))

Ich glaube nicht, dass Andrew jemanden dazu aufruft, die Selbstbezogenheit zu beseitigen, sondern sie zu SEHEN.
Eine Vorstellung vom „ich“ = Selbstbezogenheit kann ja nur aufgegeben werden, wenn sie gesehen wird = Bewusstwerdung -
geschieht nur, wenn es der Mensch auch will, wenn er dazu bereit ist, sich anzusehen, in was für einem Käfig von Selbstbezogenheit er lebt. Jedoch, wenn er beleidigt ist, wenn er es gezeigt bekommt, ist er noch nicht soweit...
so sehe ich in dem Bemühen von Andrew, dies kompromisslos aufzuzeigen, eine große Liebe für diese Menschen, für die Menschheit. Denn er weiß, dass sie sein eigenes Selbst ist.

Ich bin gerade in einem weiblichen Körper hier, und ich weiß nicht, ob es stimmt, dass die Hingabe Frauen schwerer fällt, ich erlebe es gerade umgekehrt – aber das möchte ich nicht zum Maßstab nehmen – ich unterscheide da nicht in ein Geschlecht. Es sind sicher Erfahrungswerte bei Andrew, und er kennt viel mehr Menschen als ich. Trotzdem würde ich es nicht verallgemeinern

Allerdings kann man dann an einem bestimmten Punkt wirklich aufhören, Energie und Bemühungen zu investieren, wenn Menschen gar nicht die durchdringende Klarheit erlangen wollen, die gleichbedeutend mit innerer Freiheit ist. Man kann sie dann getrost sich selbst überlassen - oder auch anders herum gesagt, wenn jemand feiwillig zu Andrew oder einem spirituellen Lehrer geht, was für ein Motiv hat er denn? Was sucht er? Da muss sich doch keiner beklagen. Jeder hat die freie Entscheidung und kann doch jederzeit wieder gehen. Warum das eigene Unverständnis auf den Lehrer übertragen?
Das geschieht eben nur aus Selbstbezogenheit heraus. Damit verstricken sich diejenigen immer tiefer in eine persönliche Geschichte, die Illusion ist...

Wir sind erwachsene, zum Denken fähige Individuen - nur, wie REIF sind wir? Jeder ist DAS EINE Bewusstsein und somit zur Erkenntnis/Selbsterkenntnis fähig. Diese geschieht aber nur, wenn aufgehört wird zu projizieren und man sich seiner „persönlichen“ Denk- und Gefühlsinhalte ohne Ausflüchte, ohne Wenn und Aber stellt, um sich ihrer bewusst zu werden.
Und das ist aus meinem Erleben ein höchst ekstatischer Prozess, wenn dahinter endlich das wahre, ungebrochene, ungeteilte Sein hervorkommt...

Liebesgrüße an alle :-))


05.04.2006 - 2:35 | Aloxa | Profil
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