MüssigGang
Jiddu Krishnamurti/Ruedi Jost
Wenn der indische Weise und Kosmopolit Jiddu Krishnamurti im Sommer in Saanen sprach, versammelten sich Tausende, um diesem Meister, der keiner sein wollte, zu lauschen. Daneben ging Krishnamurti im Saanenland spazieren. Was ihm dabei einfiel, notierte er in ein Tagebuch. Der Schweizer Filmemacher Ruedi Jost hat dieses Tagebuch eindrücklich mit der Landschaft in Beziehung gesetzt.
MüssigGang, Ein Meditationsfilm von Ruedi Jost
24 Min. Video Fr. 26.–/DVD Fr. 29.–
Buchauszug
Es ist ein wolkenloser Tag, heiss, und die Erde und die Bäume sammeln Kraft für den kommenden Winter, der Herbst färbt bereits ein paar Blätter gelb; sie heben sich leuchtend gelb von dem dunklen Grün ab. Bauern mähen das saftige Gras auf den Wiesen und Feldern für die Kühe im langen Winter; alle arbeiten, Erwachsene und Kinder. Es ist eine schwere Arbeit, und es wird nicht viel gesprochen und gelacht. Maschinen verrichten die Arbeit der Sensen, nur hie und da werden die Wiesen mit Sensen gemäht. Und am Bach entlang führt ein Pfad durch die Felder; es ist kühl dort, denn die heisse Sonne ist bereits hinter den Hügeln. Der Pfad führt an Bauernhäusern und einer Sägemühle vorbei; auf die frisch gemähten Felder blühen Tausende von Herbstzeitlosen, überaus zart, mit ihrem besonderen Duft. Es ist ein ruhiger, klarer Abend, und die Berge sind näher denn je. Der Bach ist ruhig, nicht viele Steine sind darin, und das Wasser fliesst schnell. Man müsste rennen, um mit ihm mitzukommen. In der Luft liegt ein Geruch von frisch gemähtem Gras, in einem Land, das wohlhabend und zufrieden ist. Jedes Bauernhaus hat Elektrizität, und man den Eindruck von Frieden und Wohlstand.
Jiddu Krishnamurti: Das Notizbuch (Fischer Taschenbuch Verlag)
