Vom Glück des Tanzens
Maike Bauer herausgegeben, illustriert von Ingrid Schaar
«Tango – alle Muskeln spannt er. / Urwald und Lianentriebe, / Jagd und Kampf – und wie ein Panther / Schleich ich durch die Nacht nach Liebe», schrieb Klabund vor bald hundert Jahren. Sein afrikanischer Dichterkollege Léopold Sédar Senghor bekannte: «Ich tanze, also bin ich». Die Seinserfahrung des Menschen im Tanz hat zu allen Zeiten Dichter und Mystiker dazu angetrieben, über den flüchtigen Ausdruck des Körpers hinaus nach Worten zu suchen, die dem Erleben im Tanz Dauer verschaffen. Maike Bauer hat solche Zeugnisse in einer beglückenden Fülle aus aller Welt zusammengetragen.
Beim Lesen dieser Aphorismen und Gedichte wird deutlich, wie sehr wir im Grunde rhythmisch bewegte Wesen sind. Ingrid Schaar hat die flüchtige und gleichzeitig innige Seele des Tanzes mit sensiblen Strichen aufs Papier gebracht.
Erscheint Mitte Mai 2009
Gebunden, 178 Seiten, € 18.–/ SFr. 28.–. ISBN 978-390575213-7
Buchauszug
... als heilige Füße vollkommener Tänzer
Staub aufwirbelten,
wurde die Erde ...
RIGVEDA 10.72.6
Ich weiß genau, was gemeint ist, wenn man «vor Freude» tanzt. Wenn ich nicht tanze, bin ich nur halb lebendig. Nur wenn ich tanze, lebe ich ganz. Und wenn ich im Tanz mein Bestes gebe, dann fühle ich mich exponiert und vertraue auf diese Blöße. Ich fühle, wie herrlich das Leben ist und dass alles möglich ist.
EDWARD VILLELLA
Ein kleines Mädchen
Lehrt seine Katze tanzen
Im Frühlingsregen.
ISSA