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SPUREN-Adventskalender, Tor Nr. 23: Jesus zum Geben
Vom Geben
Jesus sprach:
Wenn ihr Geld verleiht,
verleiht es nicht mit Zinsen,
sondern gebt es dem,
von dem es euch nicht entgolten wird.
lautet Logion 95 des Thomas Evangeliums
Dazu der Kommentar von Jean-Yves Leloup
Das Zeichen für wahre Transformation des Herzens ist das Gefühl der Unentgeltlichkeit – zu lieben, ohne etwas zurückzuerwarten.
Seinen Duft zu spenden, wie die Rose es tut, ohne einen Preis dafür zu nennen.
Die Unentgeltlichkeit ist das, was uns mit Gnade und mit dem Ungeschaffenen erfüllt. Sie ist wirklich etwas, das nicht von dieser Welt ist, denn diese Welt ist die des Zinses und der Berechnung. Lieben, Geben, Leihen, ohne eigene Interessen zu verfolgen (was nicht heißt, dass man gleichgültig ist), ist zweifelsohne das reinste Zeugnis des Evangeliums, das man geben kann.
«Das, was ihr unentgeltlich bekommen habt, gebt unentgeltlich!»
Wenn diese Unentgeltlichkeit unsere Existenz durchdringt, verspürt man eine gewisse Leichtigkeit, eine gewisse Seinsqualität, die uns eines Tages begreifen lassen wird, dass dies alles tatsächlich nicht absurd ist, sondern dass «alles Gnade ist» und dass Leben keinen Preis hat.
aus: Das Evangelium des Thomas,
übersetzt und kommentiert von Jean-Yves Leloup
(Edition Spuren, Winterthur 2008)
http://www.spuren.ch/edition_comments/732_0_23_12_C/
22.12.2011
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Kommentare:
Es ist schade, es wird immer noch viel zuviel spekuliert..., aber wie heisst es: 'Papier ist geduldig'! Das Leben hat sehr wohl einen Preis, nämlich den Preis des 'Bewusstwerdenmüssens'! Sind denn die Schwierigkeiten die der Alltag so mit sich bringt nicht Realität? Erst mit deren Bewältigung werde ich dem annähernd wirklich gewahr, was 'Gnade' ist.
Beitrag von: mystmensch am 24.12.2011 - 13:51
.... wie wahr dies wieder ist!
Nisargadatta Maharaj hat es so ausgedrückt: "Ändere deine Richtung vom Nehmen zum Geben - und irgendwann wirst du feststellen, dass beides nicht mehr notwendig ist..."
"Ver-gebung" hat auch was damit zu tun ...
Letzlich zeugt solch eine Geisteshaltung von einerm tieferen Verstehen und großen Vertrauen in die kosmische Ordnung, dass für alles gesorgt ist, so wir aus ihrem Quell direkt schöpfen. Es ist ein tiefes Wissen um die Gesetzmäßigkeiten des Lebens, dass wir mit unseren Absicherungsmechanismen am Ende nichts gewinnen können und immer in Angst leben.
Jesus oder Buddha legen, so wie es uns überliefert wird, auch Zeugnis dieser Haltung durch ihre Art zu leben und zu lehren ab, indem sie sich unbekümmert in die "Hauslosigkeit" begeben, und doch jeden Tag wissen, dass sie mit allem versorgt werden, was sie brauchen.
Ja: the best things in/and beyond life are free ....
Eine schöne Botschaft zu Weihnachten ist das - mögen möglichst viele das erfassen und darauf vertrauen ....
herzlich
Monika Aßhauer
Liebe Monika, das ist das was ich meine; wie kann jemand, der vom effektiven Entwicklungspotential des Menschen (was es alles brauch bis er sich des Nehmens und des Gebens in seinen komplexen Zusammenhängen gewahr ist) versteht, so eine ideale, und schöne, aber blosse Empfehlung abgeben? Das sind 'gesitige Ströme'. Die aber in die, den ganzen Menschen durchdringende Tat umzusetzten, dauert Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende..., eines Menschenlebens..., einer Ahnenschaft... . Wir müssen lernen, uns bei den kleinsten Schritten dazu anzuhalten, und davon sind die meisten schon heillos überfordert..., weil wir so sehr unbewusst im Nehmen verhaftet sind!
Beitrag von: mystmensch am 25.12.2011 - 9:59
Lieber "Mystmensch",
danke für deine interessante Antwort und wahrscheinlich hast du recht.
Allein, ich kann es natürlich nur so beantworten, wie ich es selbst fühle. Für mich ist das nicht nur ein Ideal, sondern Realität. Realität entstanden durch das Leben selbst, die Schicksalsschläge, die Einsichten, das Verankertsein in der "der Quelle", manche würden es vielleicht auch mit Gottvertrauen bezeichnen.
Ich gebe zu, o.g. Ausführungen als theoretisch idealisierte Praxisanweisungen zum Glücklichsein zu handhaben, d.h. "Ich nehme mir einmal vor, ab jetzt viel zu geben..." und habe im Hinterkopf bereits das "Dollarzeichen" .... nach dem Motto, weil ich endlich viel bekommen will - ja, das mögen feine psychologische Tricks sein, aber sie werden nicht funktionieren .....! Insofern magst du sicher recht haben, dass dieses was die "ganze Menschheit" anbelangt, momentan noch utopisch ist oder scheint.
War erst für Kurzem in der Wallstreet - und da kann man es deutlich spüren, was du sagst. Aber, wenn wir schon gerade in New York sind, weil sich dort m.E. alles so deutlich polarisiert: es gibt auch andere Viertel, weniger reiche, dafür lebendigere, mitfühlendere, echte, da ist es anders, vollkommen anders. Und sogar in der Nähe des Stock Exchange steht eine kleine Kirche mit Friedhof ... So there is still hope ...:-)
... es gibt ein paar unter uns, die den Herzschlag des anderen Trommlers, des kosmsichen Trommerlers hören, wie ich es öfter gerne ausdrücke. Und da fügt es sich ganz von alleine so, wie es richtig ist. Denn "machen" kann man das sicher nicht, das "selbstlose Geben" - das passt irgendwie nicht in unsere uralten Progammierungen von Angst, Gier, Habsucht und Hass - um unser optimales Überleben hier auf Erden zu sichern. Das muss von allein geschehen, und das kann es nur durch "Seinen Willen....", wie ich es aktuell fühle. Und darin sicher geborgen zu sein, da das ist fürwahr Gnade ...
In diesem Sinne - "Frohe Weihnachten"
Monika
Das ist genau so, 'sein Wille', nicht unser Wille...
Auch dir eine willensvolle Zeit!
Beitrag von: mystmensch am 25.12.2011 - 18:59
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