Est élu, gewählt wurde: Christian Burkschwaller
Etliche Frauen und Männer waren im Gespräch, drei Kandidaten standen schliesslich zur Wahl, einer leicht links, einer leicht rechts, einer in der Mitte. Der in der Mitte wurde heute vom Parlament zum neuen Schweizer Bundesrat bestimmt: Didier Burkhalter. Freude liess er sich nicht anmerken. Als der Neuenburger Freisinnige die Wahl annahm, betonte er, worauf es ihm ankommt: Die Wahl sei würdig abgelaufen, er stehe ein für den Zusammenhalt dieses wunderbaren Landes und freue sich, ihm zu dienen.
Ist ja prima. Damit haben die Romands, die Städter, die Männer, die Liberalen, die Bürgerlichen, die Gebildeten und Korrekten und wer sonst noch alles sich mit diesem Mann identifizieren mag, sie alle haben wieder einen Vertreter in der Regierung der Schweiz. Die Kohäsion ist beschworen und bekräftigt. Wäre der Zusammenhalt des Landes durch die Wahl eines der beiden anderen Kandidaten denn irgendwie in Gefahr geraten? Käumlich. Die Verlagerung der Gewichte hätte im Promillebereich gelegen. Die Gesundheitskosten steigen derweil im Bereich von Prozenten. Jährlich. Die Aufregung um die Wahl eines neuen Bundesrates wirkt damit verglichen wie ein lächerliches Theater. Diesmal wurde es aufgeführt in Würde.
Auch die Kohäsion hat ihre Kosten. Die werden sichtbar am Tag einer solchen Wahl. Dem Beobachter war von Anfang an klar, dass es hier nicht um Menschen, um deren Fähigkeiten und deren Profil ging, sondern um ein Hickhack zwischen Parteien und um das Schachern von Einfluss und Macht. Wahlversprechen brauchen die Kandidaten der Öffentlichkeit keine zu machen, stattdessen geben sie sich staatsmännisch und besonnenen, erhaben bis abgeklärt. Sachliche Fragen nach so etwas wie Absichten oder einem Programm stellen sich im Vorfeld nicht, stattdessen gibt es Scharmützel, ob einer der zu vertretenden Sprachgruppe angehört oder nicht.
Comment? Ist denn nicht Schwaller was Lüscher oder Burkhalter? Und rühren nicht alle diese drei Namen aus der deutschen Sprache, was hinreichend davon zeugen dürfte, dass Rösti hüben wie drüben auf dem Menueplan steht? Wie wär's mit ein bisschen Vision und Leidenschaft auf dem helvetischen Speisezettel statt der zu Tode gekauten Kohäsion?
Gründen wir eine Partei der Träumer! Springen wir über den eigenen Schatten! Wer dazu Anlauf nehmen will, mag sich umsehen beim Verein für Integrale Politik.
Information: www.integrale-politik.ch
17.09.2009