CH-Dokumentarfilm: Unser Garten Eden
In Bern Bümpliz ist das Paradies – es trägt den Namen «Bottigenmoos» und ist ein Flecklein Erde, eingeteilt in 148 Parzellen, jede davon eine kleine Welt, jede ein Stück Heimat.
Ernteten vor dreissig Jahren in diesen Schrebergärten nur Schweizer ihre Kartoffeln, so mischen sich heute hier Kulturen aus allen Himmeslrichtungen: Polen, Italiener, Serben, Kroaten, Algerier...
Je nach Gemüt ist der Garten Oase der Besinnlichkeit, oder aber der Sinnlichkeit: Essen, Saufen, Feiern gehören ebenso dazu wie emsige Gemüseproduktion. Auch der Genuss, endlich mal etwas Macht zu kosten, findet seinen Platz. Da ist ein «Presidente», der «nur» im Namen der Korrektheit im Garten Eden die Ordnung vertritt, und die Genossen mit seiner Paragraphenreiterei in Rage treibt.
Liebevoll ironisch lässt Mano Khalil die Kamera schweifen durch dieses bunt blühende Sammelsurium von Lebensgeschichten, Schicksalen und Streitigkeiten.
Sein charmanter Film zeigt das zutiefst Menschliche zwischen Salatköpfen und Blumenrabatten. Hier ist erstaunlicherweise ein friedliches Nebeneinander und Miteinander möglich, bildet ein buntes Mosaik aus Lebensfragmenten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gemeinsam ist all diesen Menschen ihre Liebe zum Garten und zu dem, was drin spriesst.
«Du sitzst am Abend draussen, die Luft ist so warm und angenehm, es ist, als ob alles dich umarmt...» Ob es das geheime Wirken der Pflanzen und Gartenzwerge ist, welches hier das Paradies möglich macht?
Eva Rosenfelder
Unser Garten Eden; Ein Film von Mano Khalil 2010; 97 Minuten.
Ab 6. Mai im Kino.
28.04.2010