19.05.2009
«Hallo, Sie können fliegen!»
Letzte Nacht gelang es mir wieder mal, mir im Traum bewusst zu werden, dass ich träume. Meistens kann ich diesen Zustand nicht lange aufrechterhalten, weil mich meine Begeisterung prompt wieder in die «Bewusstlosigkeit» katapultiert. Ruhig bleiben, dachte ich darum, ganz ruhig bleiben. Ich spazierte mit mir unbekannten Menschen einen Waldweg entlang. «Wären Sie bereit, mit mir ein Experiment durchzuführen?», fragte ich sie höflich – und immer ruhig, ganz ruhig!
«Wir träumen nämlich, und wenn wir träumen, können wir auch fliegen.» Ich hob ganz langsam vom Boden ab und schwebte bäuchlings neben meinen Begleitern her. «Sie müssen nur ein bisschen auf und ab springen», forderte ich die Leute auf. Vielleicht handelte es sich ja um andere Träumer, die in meinen Traum spaziert waren. Ein älterer Mann mit Hut hüpfte daraufhin emsig auf und ab – dabei blieb es allerdings. Auch die junge Frau neben mir schaffte es nicht.
Im Grunde hätte ich besser ein paar Fragen gestellt. Wer sind Sie? Was tun Sie hier? Möchten Sie mir etwas mitteilen? Was bin ich eigentlich für eine Journalistin, wenn es mir nicht mal im Traum einfällt, ein Interview zu machen? Aber bevor ich auf die Idee kommen konnte, schrubbte mir meine Katze Söpheli heftig das Gesicht, weil sie fand, ich hätte lange genug geschlafen und es sei für Zeit für mich aufzuwachen. Ende des Experiments.
Jetzt weiss ich nicht mal, warum diese Leute nicht fliegen konnten. Das nächste Mal bleibe ich auf dem Boden der Tatsachen und handle realitätsbezogen. Auch im Traum.
