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 SPUREN Weblog von Christine Steiger
 
23.09.2009
Sommerdiebe

Es ist nicht immer gut, seiner Zeit voraus zu sein. Man verliert darüber die Gegenwart. Volle drei Wochen vor dem kalendarischen Herbstanfang proklamierten die Meteorologen das Ende des Sommers. Sie halten sich nicht mehr an Tag-und-Nacht-Gleiche, den längsten und den kürzesten Tag, sondern lieber an irgendwelche Nebelschwaden und sonstige Statistiken von Wetterlagen. «Heute», bemerkt dann die Radiomoderatorin leicht erstaunt, «ist es gar nicht herbstlich, sondern eher sommerlich.» Kunststück, denke ich, es ist ja auch noch gar nicht Herbst.

Mitten im Sommer betrauerten die Leute bereits das Ende der schönsten Jahreszeit. Es gibt allerdings Vereinzelte, die damit schon am 21.Juni begannen – nur, weil die Tage wieder kürzer wurden! Dabei fing der Sommer gerade erst an.

Und nun wird des langen und breiten diskutiert, wie man die heisse und vor allem heiss geliebte Jahreszeit ein wenig verlängern könnte, während ich noch mitten drin bin, weil ich mich an den Kalender halte.

Für mich beginnt heute der Herbst. Tag- und Nacht-Gleiche. Kein Grund zur Melancholie. Der Tag ist genauso lang wie die Nacht. Reiner Ausgleich. Und auch der kürzeste Tag ist noch keine Katastrophe, weil anschliessend die Tage wieder länger werden. Wozu also die Jammerei? Jagt doch die Meteorologen zum Teufel! Denn schliesslich halten sich die Jahreszeiten ohnehin nicht an ihre Statistiken. Manchmal ist es im Sommer bitter kalt und im Winter frühlingshaft warm.

Nur die Benennungen erzeugen den Frust. Eigentlich ganz schön dumm.


Autor: Christine Steiger | Profil
Seitenaufrufe: 766 - Kommentare: 1
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Kommentare:

Hallo, Christine.
Es freut mich immer ungemein, von Menschen zu hoeren, die sich der Gegenwart zugewandt haben, und die Gaben des Lebens annehmen und auskosten, statt sich vom allgemeinen Gehetze mitreissen zu lassen.
Allerdings meine ich dazu, das die Gegenwart ("Kairós"), ausser, dass sich ueber sie nichts und zugleich alles aussagen laesst, nichts Kalendarisches ist.
Ich weiss nicht, wie Du es mit Religion haeltst, doch ich bin sogar schon christlichen Theologen begegnet, die gemeint haben, Jesus sei am MONTAG auferstanden (weil sie das Heute, also den Freitag, nicht mit bedachten). - Andererseits, am Sonntag oder meinetwegen am Mittwoch, Hauptsache, sie GLAUBTEN, er ist auferstanden, nicht?
Jesus lebt in der Gegenwart. Da Du in der Gegenwart aufzugehen scheinst: bist Du ihm schon mal begegnet? Vermutlich wuerde er Dich aber wegen der Astrologie und des Kartenlegens zusammenscheissen.
Liebe Gruesse
J.

Beitrag von: Jiri am 03.10.2009 | 9:14

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