23.12.2009
Einfach nur stille Nacht
Jedes Jahr um diese Zeit bekommt man den Eindruck, der Notstand sei ausgerufen worden. Bei vielen auf emotionaler Ebene, bei anderen auf materieller. Heulen und Zähneklappern bei den einen. Das grosse Horten und Heimschleppen an Waren bei den anderen. Manche flüchten Halsüberkopf in ferne Länder. Familienfeste wirken wie Dynamit.
Darum verteile ich Weihnachten häppchenweise auf Dezember und Januar. Jeden Abend lasse ich es einfach still werden. Radio aus. Fernsehen aus. Bücher zu. Zeitungen weg. Keine Musik. Nix.
Am Fenster leuchtet einer dieser schönen kitschigen Sterne. Auf meinem Schoss liegt Söpheli und schnurrt, auf dem Tisch daneben liegt Micheli und schnurrt ebenfalls. Ich schnurre leider nicht, obwohl mir danach ist. Und so sitzen wir und sinnieren vor uns hin. Über nichts Bestimmtes, was grad so kommt.
Selbst Meditation wäre jetzt zuviel. Einfach nur stille Nacht. Sie muss nicht mal heilig sein. Aber die Stille ist heilsam. Selbst wenn zwei Katzen in sie hineinschnurren. Oder gerade dann.
