15.06.2010
Käseporno
Schon wenn ich diese Stimme höre, läuft mir jedes Mal eine Gänsehaut den Rücken runter:
«Bist du ganz allein?», fragt sie einschmeichelnd. «Du hast sicher kalt. Ich wärme dich auf.» Manchmal höre ich auch, wie sie sagt: «Du bist auch immer in der Pause!» Dann: «Ich verrate dich nicht unter einer Bedingung: Mmmh!»
Eigentlich müsste ich die Polizei alarmieren. «Kindsmissbrauch!», schiesst es mir durch den Kopf. Das soll es auch. Eine Art Thriller-Effekt, der meine Aufmerksamkeit auf das Produkt lenkt. «Babybel» heisst es sinnigerweise, um meine bösen Assoziationen unsinnig zu verstärken. Aber Babybel ist zum Glück kein Baby, sondern eine kleiner runder, roter Käse. Zum Vernaschen.
Ich werde die Hände davon lassen, weil mir es mir schon vom Anblick dieser Werbespots schlecht geworden ist. Und den Werbern und ihren Auftragebern wünsche ich von Herzen, dass ihnen dieser Käse im Hals stecken bleibt, bis sie endlich rot im Gesicht werden.
Schamrot.