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SPUREN
Weblog von Matti Straub |
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19.06.2007
Voll ziel-orientiert, Mann!
Anderen Leuten kann ich das ja leicht vermitteln – warum ist es so anstrengend, wenn ich meine eigenen Ziele visualisieren und auch noch umsetzen will?
Am letzten Freitag habe ich unseren Hausgrafiker und unseren Hausfotografen zu einer Buchvorstellungs- und –planungs-Sitzung eingeladen. Ich will ihre Erfahrungen und ihr Mitdenken frühzeitig im Prozess dabei haben, denn die Buchproduktion ist Neuland für mich.
Aber Hilfe! Da stürmen bereiits die vielen praktischen Fragen auf mich ein: Wie viele Seiten? Was für ein Zeitplan? Wieviel Grafik und Bilder im Verhältnis zum Text? Steht der Verlag schon fest? Wie viel hast du schon geschrieben? Was ist der finanzielle Rahmen?
Ich komme ins Schwitzen – denn noch habe ich keine kristallklaren Antworten auf diese Fragen, erst grobe Schätzungen. Den finanziellen Rahmen kenne ich nicht genau. Ich weiss von schönen Büchern, die für 20’000 bis 70’000 Franken produziert wurden. Mann könnte wohl auch locker mehr ausgeben. Nur: Zaster, wo bist du?
Aber eigentlich halten mich diese Fragen nur davon ab, mir endlich ein klares, beeindruckendes Zielbild zu verschaffen.
Ich muss das Buch vor meinen Augen sehen, ich muss mir vorstellen können, wie es sich anfühlen wird, darin zu blättern, muss andere Leute hören, die sagen, welchen Seiten und Kapiteln sie die wertvollsten Impulse entnommen haben. Ich muss attraktive, spannende Bilder und ein schönes, knackiges Layout vor mir sehen. Ich muss das Format in den Händen halten.
Erst wenn ich voll ziel-orientiert bin, weiss ich genau, wohin ich will und was ich noch brauche, um dorthin zu gelangen.
Während der Sitzung blättern wir in verschiedenen Büchern, die für mich inspirierend und WOW! sind. Welche Elemente lassen sich wie kombinieren? Was macht den freudigen Guss aus? Was passt nicht, was ist überflüssig?
Hier das aktuelle Bild – es ist die Beta-Version, also noch nicht über jeden Zweifel erhaben:
Es gibt ein Arbeitsbuch für interkulturelle NavigatorInnen mit 140 Seiten, im Format A4 quer, mit Drei- oder Vierfarben-Druck, Balance: 1/3 Grafik und Bilder zu 2/3 Texten und Stichwörtern zu den Arbeitsinstrumenten, Methoden und Praxis-Tipps. Das Layout leicht und ansprechend, auch einfach zum Schmöckern – ein Buch, das mann/frau gerne in seiner Nähe liegen hat, weil's einfach so schön ist zum immer wieder anschauen und in den Pausen weiterlesen. Papier: gerne etwas dicker und mit leicht faseriger Struktur.
Die fünf Kapitel: 1. Was ist ein interkultureller Navigator? 2. Welche Herausforderungen kommen in den nächsten sieben Jahren auf uns zu? 3. Werkzeugkiste für interkulturelle Navigatorinnen 4. Geschichten von interkulturellen NavigatorInnen 5. Tipps, Links und Wegweiser für die Zukunft.
So. Jetzt noch ein paar Mal drüber schlafen, dann aufstehen, Spinnaker-Segel setzen und mit voller Fahrt Kurs aufnehmen. Und es macht Spass, wenn die Gischt hochspritzt!
PS: Wie Sie sehen, ist die WOHIN-Frage zentral. Die WIE-KOMME-ICH-DORTHIN-Fragen erledigen sich von selber.

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Kommentare:
Lieber Matti,
Du hast also offensichtlich die Klippe der Tugenden von "Unternehmen vs. Unterlassen" bereits erfolgreich umschifft. Ein richtiger Edgewalker, aber denk auch an den lieben Johnny Depp wenn Du das segeln zitierst. Oder bist Du jetzt auch schon im Alinghi-Fieber, trotz dem "Zaster - wo bleibst Du?"
Einen kollegialen Tipp vom genialen Tim Gallwey: Result = Potential minus Interference.
Von mir interpretiert wäre das: Das Potential, dass Bücher auch gelesen werden ist wohl heutzutage eher kleiner als dass sie klickend gekauft werden, aus persönlicher Erfahrung. Hindernisse, oder was gibt es nun alles wie, warum und wozu aus dem Weg zu räumen, da bist Du gut drauf, bravo!
Resultat, ist eben dann ein Folge davon und nicht das Ziel. Meint jedenfalls der Tim mit seinem "Inner Game".
Viel Spass!
Urs
Lieber Matti,
ich bin’s schon wieder, der enthusiastische baby blogger. Ich komme mir vor wie ein dreijähriger im Franz Carl Weber und du hast da eine kreative und gänzlich unproduktive Lawine in mir freigesetzt. Ich habe mir also den 87 igsten username zugelegt und, ich geb’s zu, das immer gleiche einfältige password.
Ich bin völlig hingerissen von deinem grosszügigen Angebot, mit der ganzen, vernetzten Weltgemeinschaft zu kommunizieren, auch wenn es dann schlussendlich wohl nur ein paar Dutzend freundlich gesinnte, zeitgenössische Spurensucher sind. Es kommt mir vor, als wenn Du mir ganz offenherzig und ohne Anspruch auf meine Kreditkartennummer den Hausschlüssel zu deinem virtuellen Arbeitszimmer unter’s Bodendeckeli gelegt hättest. Und nun richte ich mich mal gemütlich ein, hoffentlich bist du nur zum Beck etwas Gluschtiges zum Kaffee holen gegangen, und nicht gerade auf einer deiner abenteuerlichen Reisen nach Transsibirien oder irgendwo. Und ich hoffe, dass mich nicht plötzlich ein unsichtbarer Kontrolleur oder Webmaster ins digitale Laufgitter sperrt, oder erbarmungslos meinen usernamen löscht.
Ich habe mich nämlich seit unserem letzten Schwatz, der dann plötzlich etwas nüchtern 1 Kommentar getauft wurde, etwas schlau gemacht übers bloggen. Zwar merke ich gerade, dass ich gar nicht weiss, wie viele Zeichen der coole Mitspieler von sich geben darf. Ich hoffe nämlich schon, dass nicht die Meinung ist “hi cu2 J“ und basta.
Ich habe Dir nämlich noch gar nicht erzählt, dass mir meine Einfälle gestern beim Bergwandern auf einem friedlichen Bänklein kamen, umringt von geduldig wiederkäuenden Viechern.Und plötzlich wie beim James Bond kam doch mit Rotorengeknatter ein Heli daher. Und ich dachte natürlich sofort, jetzt kommt der Matti, dieser Tausendsassa und holt mich stilvoll ab zum z’Vieri. Aber nix wars, es sah eher aus wie ein Transport von Bioheu auf die Alp und dann Biomilch wieder runter ins Tal, sicherlich für die bleichen und ungesunden Blogger vor den Bildschirmen. Ob du wohl eine solche Mission impossible auch durchführen würdest, oder doch nur konsequent eine lösungsorientierte Bergrettung von verirrten Kursnavigatoren?
Fortsetzung folgt, irgendein Nachbar hat reklamiert und es sind doch nur 2500 Zeichen gestattet.
und weiter gebloggt:
Jetzt werde ich gar ein bisschen frech, so ganz allein in deinem Arbeitsraum, sorry, aber was sich liebt neckt sich halt gerne. Also ehrlich, wenn dann mal etwas ganz unflätiges im Netz steht von mir, dann ruf mich sofort an bevor du böse wirst. Dann hat nämlich höchstwahrscheinlich ein Auftragshacker im Dienste von Big Brother mein stupides Passwort geknackt und will nun gezielt Unfrieden stiften unter Glaubensbrüdern. Es wird nämlich nicht überall gerne gesehen, dass du dein Publikum so selbstverständlich und locker zum eigenständigen Denken und Navigieren trainierst. Ich bin’s also dann nicht gewesen, ok? Sonst hätte ich ja sowieso ein Pseudonüm benutzt wie “magic56er“ oder so. Mist, dass ist ja mein username für’s online Liebesglück.....
Aber zurück zu meinen Erkundigungen zum Internet 2.0 und höher. Da geht es doch ganz unschweizerisch vor allem um die interaktive Selbstdarstellung und Positionierung des “ME brands“. Das habe ich im letzen, zaghaften Anbiederungsversuch von vorgestern glatt vergessen. Also, wer von mir mehr wissen will über ädschwoker, inner game und aus der box, der soll mir doch getrost mailen auf uw-coach@bluewin.ch, oder als moderner, digitaler Nomade skypen und vorher kurz googeln. Aber Achtung, der tüchtige Polizeikommissar vom Aargau bin dann nicht ich, das haben sie erstaunlicherweise noch nicht gecheckt, das nervt schon ein bisschen.
Dabei gibt es doch schon Gerüchte, dass unsere milliardenschweren Internet-Zampanos Google, AOL, Amazon und Konsorten unsere digitalen Spuren schamlos an den Zentralrechner der paranoiden Amis verkaufen. Die haben inzwischen sicher schon den Luftraum über Manhatten endgültig gesperrt für alle Kaos Piloten.
Aber nun komme ich nämlich zum Punkt, lieber Matti. Ich würde mir schon gut überlegen, ob du dein geplantes und sicher geniales Rezeptbuch wirklich über’s Netz vertreiben willst und damit eine Fatwa der grossen Koalition riskierst. Wäre doch jammerschade und vielleicht wäre es vorsichtiger, handverlesene Exemplare nur gegen bares und ohne Quittung am Falkenplatz abzugeben. Oder gar noch besser, nur ein einziges Original zu drucken um es uns dann jeweils bei passender Gelegenheit ganz intim vorzulesen, so wie du es doch bisher auch so schön gemacht hast.
So blöd, schon wieder überzogen! Matti wo steckst Du nur?
Au weia, nun bin ich ja aber auch schon quasi zum Komplizen geworden. Der Schlüssel zu meinem virtuellen Zimmer liegt ja nun irgendwie ebenfalls unter deinem Bodendeckeli, und ich kenne ja deine Besucher oder Kontrahenten gar nicht alle.
Ich glaube, da nehme ich besser gleich ganz beherzt den nächsten Entwicklungsschritt im e-business und rapportiere demnächst live vom z’Vieri auf dem Maiensäss per handycam direkt um die firewall herum auf MyTube. Und natürlich grad von Anfang an mit PayPal. Wenn was reinkommt vom globalen Dorf der Blogger, lieber Matti, dann lade ich dich umgehend ein zu einem gemütlichen Jass, in einer richtigen Beiz an einem richtigen Abend.
Logged-out, ich versprech's!
Urs
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